Vorsicht Badeunfall!
Sichere Tipps für Badenixen und Wassermänner
- Wasser, Hitze, zu viel Sonne: Das sollten Lausitzer und Urlauber beim Baden beachten
- Notarzt Dr. Eric Rüger von den Sana Kliniken Niederlausitz gibt Tipps für unbeschwerte Tage am Strand
Sommer, Sonne, Badewetter: Das Wetter lockt Badenixen und Wassermänner an die Seen und in die Freibäder in der Region. Doch manchmal endet das Vergnügen am oder im Wasser schmerzhaft und gefährlich. Wie Badeunfälle vermieden werden können und was im Notfall zu tun ist, erklärt Dr. Eric Rüger, erfahrener Notarzt und Oberarzt in der Zentralen Notaufnahme der Sana Kliniken Niederlausitz.
Dr. Eric Rüger ist als Oberarzt in der Zentralen Notaufnahme der Sana Kliniken Niederlausitz tätig.
Wasser und Sommer gehören untrennbar zusammen. Aber für wen gilt denn besondere Vorsicht beim Baden in Seen oder Flüssen?
Die Baderegeln sollte grundsätzlich jeder beachten, um Unfällen vorzubeugen. Vor allem Kinder dürfen am und im Wasser niemals unbeaufsichtigt sein. Auch Nichtschwimmer müssen besonders vorsichtig sein. Und Ältere sowie Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten ebenfalls gut auf sich achten und nur in Begleitung baden gehen. Denn mit steigendem Alter können große Temperaturunterschiede nicht mehr so gut ausgeglichen werden, es kommt schneller zu Herzrhythmusstörungen und Kreislaufproblemen.
Wo kann es denn im Wasser gefährlich werden?
Zum einen können Strömungen in fließenden Gewässern leicht unterschätzt und selbst für geübte Schwimmer gefährlich werden. Zum anderen sollte man seine eigene Kondition nicht überschätzen und immer nur so weit rausschwimmen, dass man noch genügend Kraft hat, um wieder sicher zurück ans Ufer zu kommen. An manchen Seen gibt es zum Teil Uferzonen, die erst sehr flach sind und dann eine abrupte Kante haben, an der das Wasser plötzlich tiefer wird. Das kann vor allem für Kinder und Nichtschwimmer sehr gefährlich werden.
In unbekannten Gewässern sollte man generell vorsichtig sein. Vor allem beim Hineinspringen kann es zu gefährlichen Verletzungen am Kopf und Halsbereich sowie zu Brüchen an Armen und Beinen kommen, wenn das Wasser an der Stelle nicht tief genug ist.
Auch Bauchklatscher sind riskant, weil dadurch ein Schmerzschock möglich ist, der unter Umständen einen Kreislaufeinbruch bis hin zur Bewusstlosigkeit auslösen kann.
Warum ist ein Sprung ins kalte Wasser keine gute Idee?
Durch den plötzlichen Temperaturunterschied können Reflexe wie der Schluckreflex und Krämpfe ausgelöst werden. Außerdem kann der Herzschlag verlangsamen und die Gefäße können sich durch die plötzliche Kälte stark verengen. Das kann zu Kreislaufproblemen bis hin zu einem Herzstillstand führen.
Es gibt feuchtes und nasses Ertrinken: Wo liegen die Unterschiede und warum kann beides lebensgefährlich werden?
Beim feuchten Ertrinken gelangt Wasser in die Atemwege, wodurch physisch kein Gasaustausch mehr stattfinden kann. Wir können also nicht mehr atmen und drohen zu ersticken. Beim trockenen Ertrinken kommt es zu Krämpfen, wie einem Verkrampfen der Stimmritzen, wodurch die Atmung ebenfalls blockiert oder gehemmt wird. In beiden Fällen muss der Notruf 112 gewählt werden. Wenn die Person bewusstlos ist oder nicht mehr atmet, muss sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen werden.
Auch jemand, der beinahe ertrunken ist und schon Wasser geschluckt hat, gehört auf jeden Fall ins Krankenhaus und sollte überwacht werden. Denn es können sekundäre Probleme mit der Atmung auftreten, weil Wasser in die Lunge geraten ist. Dadurch kann es beispielsweise zu Entzündungen und Lungenödemen kommen.
Schon kleine Kinder müssen lernen: Nicht mit vollem Magen ins Wasser gehen. Warum ist das so und wie lange sollte man warten?
Nach dem Essen befinden sich große Mengen Blut für die Verdauung im Magen- und Darmtrakt. Dadurch steht weniger Blut für den restlichen Kreislauf zur Verfügung und es kann schneller zur Erschöpfung kommen. Eine Faustregel für die Wartezeit gibt es nicht, aber eine halbe bis eine Stunde sollte es mindestens sein.
Beim Toben im Wasser oder Spielen am Strand kann es leicht passieren, dass man sich an einem Stein oder einer Scherbe verletzt. Was sollte man in so einem Falle tun?
Am besten ist es, die Wunde mit klarem Wasser zu reinigen und dann möglichst steril abzudecken. Zuhause kann die Verletzung dann mit einem Mittel zur Wunddesinfektion behandelt werden. Falls noch Splitter oder andere Fremdkörper in der Haut stecken, sollten diese entfernt werden. Wenn sie sehr groß oder tief sind, dann am besten zur Sicherheit einen Arzt aufsuchen.
Große Hitze kann dem Körper ordentlich zusetzen. Woran erkennt man einen Hitzeschlag?
Starke Kopfschmerzen, Schwitzen, Übelkeit, Brechreiz, ein hochroter Kopf oder sogar Verwirrtheit sind typische Anzeichen für einen Hitzeschlag. Im schlimmsten Falle kommt es zu Krämpfen und Ohnmachtsanfällen. Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollte man eine Kopfbedeckung tragen, die größte Mittagshitze meiden und immer ausreichend zum Trinken dabeihaben. Falls sich erste Symptome zeigen, dann möglichst schnell einen kühleren, schattigen Ort aufsuchen, hinlegen und ausruhen. Wenn der Magen-Darm-Trakt nicht mehr richtig funktioniert, ist es besser, einen Arzt aufzusuchen, weil der feststellen kann, ob der Körper Infusionen benötigt. Vor allem ältere Menschen sollten sich bei Warnsignalen, die auf einen Hitzeschlag hindeuten, unbedingt im Krankenhaus vorstellen – auch, weil nicht ausgeschlossen werden kann, dass eventuell eine andere, ernsthafte Erkrankung dahintersteckt.
Notaufnahme rund um die Uhr besetzt
Die Zentralen Notaufnahme in den Krankenhäusern in Senftenberg und Lauchhammer sind auch während der Urlaubs- und Ferienzeit rund um die Uhr besetzt. Die Notärzte und Pflegekräfte sind Tag und Nacht für Einheimische und Gäste im Einsatz und helfen nicht nur bei Badeunfällen.