Vortragspreis für Düsseldorfer Brustchirurgie
Sana Kliniken Düsseldorf für wissenschaftliche Arbeit zur Patientensicherheit ausgezeichnet
Große Freude bei den Sana Kliniken Düsseldorf: Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Wolter, Leitender Arzt, Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie sowie des Interdisziplinären Brustzentrums, wurde beim 45. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS e. V.) in München mit dem renommierten Vortragspreis ausgezeichnet. Die mit 750 Euro dotierte Ehrung würdigt seine wissenschaftliche Arbeit zum seltenen, aber potenziell folgenschweren Krankheitsbild des postoperativen Pyoderma gangraenosum nach Brustoperationen.
Der ausgezeichnete Vortrag mit dem Titel „Wenn die Wunde keine Infektion ist: Postoperatives Pyoderma gangraenosum nach Brustchirurgie – Metaanalyse zu Diagnostik, Therapie und Prävention katastrophaler Verläufe sowie vier eigene klinische Fallbeispiele“ verbindet eine systematische Auswertung der aktuellen wissenschaftlichen Literatur mit den klinischen Erfahrungen der Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie der Sana Kliniken Düsseldorf.
Im Mittelpunkt der Arbeit steht eine Erkenntnis mit großer Bedeutung für die Patientensicherheit: Nicht jede postoperative Rötung ist eine Infektion. In seltenen Fällen kann sich dahinter ein sogenanntes postoperatives Pyoderma gangraenosum (PG) verbergen – eine entzündliche Erkrankung, bei der die übliche chirurgische Behandlung einer vermeintlichen Wundinfektion die Beschwerden sogar verschlechtern kann.
Die Analyse zeigt, dass operative Wundrevisionen aufgrund des sogenannten Pathergie-Effekts häufig zu einer Verschlechterung der Erkrankung führen können. Dagegen ermöglicht eine frühzeitig eingeleitete immunsuppressive Therapie – beispielsweise mit hochdosierten Kortikosteroiden – in vielen Fällen eine rasche Stabilisierung der Patientinnen.
Ein besonderer Schwerpunkt der ausgezeichneten Arbeit liegt auf klinischen Warnzeichen, die Brustchirurginnen und Brustchirurgen dabei unterstützen können, das seltene Krankheitsbild frühzeitig zu erkennen. Dazu zählt unter anderem das sogenannte Bork-Baykal-Phänomen, bei dem die Brustwarze trotz ausgeprägter Entzündungszeichen typischerweise ausgespart bleibt. Ergänzt wurde die wissenschaftliche Metaanalyse durch vier klinische Fallbeispiele aus dem Interdisziplinären Brustzentrum der Sana Kliniken Düsseldorf.
„Mit unserer Arbeit möchten wir das Bewusstsein dafür schärfen, dass nicht jede postoperative Wundrötung eine Infektion ist. Wird ein postoperatives Pyoderma gangraenosum frühzeitig erkannt, können unnötige Operationen vermieden und schwere Krankheitsverläufe verhindert werden. Die Auszeichnung bestätigt, wie wichtig die Verbindung von wissenschaftlicher Evidenz und klinischer Erfahrung ist, um die Patientensicherheit in der Brustchirurgie nachhaltig zu verbessern“, sagt Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Wolter.
Mit der Auszeichnung würdigt die Deutsche Gesellschaft für Senologie die wissenschaftliche und klinische Arbeit der Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie beziehungsweise des Interdisziplinären Brustzentrums der Sana Kliniken Düsseldorf. Die Ergebnisse tragen dazu bei, Fehldiagnosen zu vermeiden und die Versorgung von Patientinnen nach Brustoperationen weiter zu verbessern.
Vortragspreis für Düsseldorfer Brustchirurgie