Vorzeigebeispiel für gelungene Integration
Im Querschnittzentrum am Krankenhaus Rummelsberg hat mit Roselma Dalces die erste Integrationsmitarbeiterin die Weiterbildung „Pflege Paraplegiologie“ erfolgreich absolviert. Roselma stammt von den Philippinen und ist seit August 2022 in der Klinik tätig. „Der Werdegang von Roselma Dalces zeigt, welcher Weg fernab des Heimatlandes eingeschlagen werden kann und wie gelungene Integration am Krankenhaus Rummelsberg aussieht. Herzlichen Glückwunsch im Namen der Klinik“, so Pflegedirektorin Ines Böhm.
Rund 700 Unterrichtsstunden in Theorie und Praxis haben sich gelohnt. Mit Roselma Dacles bekommt das Querschnittzentrum die dritte Person, die nach dem Curriculum der Deutschsprachigen Medizinischen Gesellschaft für Paraplegiologie die Fachweiterbildung „Pflege Paraplegiologie“ vorweisen kann. „Die Pflege von Menschen mit Querschnittlähmung ist ein sehr komplexes Aufgabengebiet, welches zwar mit dem Eintritt ins Krankenhaus beginnt, jedoch nie endet. Betroffene haben das Recht einer lebenslangen Begleitung und Betreuung, was zur Entstehung langfristiger Beziehungen mit ihrem Querschnittgelähmtenzentrum führen kann. Das Arbeiten mit Querschnittgelähmten ist ein immerwährendes Lernen für beide Seiten: Querschnittgelähmte Personen lernen von der Pflege, die Pflege lernt gleichzeitig auch von den Erfahrungen der Betroffenen und das über Jahre hinweg“, so Stationsleitung Melanie Sowa.
Das Arbeiten mit Patienten, welche eine Querschnittlähmung haben, ist nicht auf ein Fachgebiet fixiert. Der Zentrumsgedanke führt dazu, dass Querschnittgelähmte mit unterschiedlichsten Problematiken unter anderem bei Verschlechterung der Blasen- und Mastdarmfunktion oder aber Spastiken und Schmerzen im Querschnittzentrum behandelt werden. „Kein Tag ist wie der andere, kein Patient, keine Querschnittlähmung gleicht der anderen – selbst bei Patienten mit gleicher Ursache und gleicher Querschnitthöhe kann der Verlauf und das Outcome ein völlig anderes sein. Und hier setzt die Fachweiterbildung an. Es ist Erfahrungswissen gefragt, bei dem die Individualität des Einzelnen nicht vergessen wird, sowie die Kontextfaktoren immer berücksichtigt werden. Unsere Hauptaufgabe besteht in einer therapeutisch-aktivierenden Pflege“, weiß Pflegedirektorin Ines Böhm. Dies berücksichtigt die Grund- und Behandlungspflege bis hin zur Intensivpflege, die Gesundheitsprävention, die Beratung, Information und Instruktion, Motivation, lebenslange Nach- und Versorgung zu Hause und das Finden von technischen Lösungen und entsprechenden Hilfsmitteln. Im Querschnittzentrum am Krankenhaus Rummelsberg wird in einem multi-professionellen Team gearbeitet – auch das muss gelernt sein. „Die fachweitergebildete Person ist Teil eines interprofessionellen Teams und als solche in der Lage, Komplikationen in Bezug auf Spastik, Schmerz, Blase und Darm zu erkennen, im Team zu reflektieren und professionell darauf zu reagieren. Die Tätigkeit ist somit nicht nur eine pflegerisch-therapeutische, sondern auch eine medizinisch-diagnostische, weshalb sie auf Grund ihrer Expertise eine tragende Funktion im Stationsalltag einnimmt“, betont Sowa.
Stationsleitung Melanie Sowa (links) freut sich mit Roselma Dalces (rechts). Die Gesundheits- und Krankenpflegerin stammt von den Philippinen und ist die erste Integrationsmitarbeiterin, welche die Fachweiterbildung Paraplegiologie am Krankenhaus Rummelsberg erfolgreich absolviert hat.
Über das Krankenhaus Rummelsberg
Das Krankenhaus Rummelsberg, in der Trägerschaft der Sana Kliniken AG, verfügt über 350 Betten und ist südöstlich von Nürnberg gelegen. Das Lehrkrankenhaus der Universität Erlangen-Nürnberg ist in den Fachbereichen Orthopädie und Unfallchirurgie, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Neurologie, Innere Medizin und Geriatrische Rehabilitation weit über die Grenzen der Metropolregion Nürnberg-Fürth-Erlangen hinaus bekannt und spezialisiert. Medizinische und pflegerische Fachkompetenz prägen die Arbeit im Krankenhaus Rummelsberg. Rund 13.500 stationäre und 23.000 ambulante Patienten werden hier jährlich versorgt. Zwischen 2023 und 2027 wird das bisherige Wichernhaus durch ein hochmodernes Klinikgebäude ersetzt. Die Baumaßnahme in Höhe von 140 Millionen Euro wird teilweise durch den Freistaat Bayern gefördert.
Mehr Informationen unter www.krankenhaus-rummelsberg.de.