Elmshorn,
05
November
2026
|
15:00
Europe/Amsterdam

Was schlummert unterm Ossenpadd? Archäologen nehmen künftiges Klinikgelände unter die Lupe

Bevor auf dem Ossenpadd der neue Gesundheitscampus der Regio Kliniken entsteht, wird erst einmal in die Vergangenheit geschaut. Im Frühjahr kommt das Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein (ALSH), um Spuren der Geschichte im Boden zu untersuchen. Die ersten Vorbereitungsmaßnahmen für den Klinikneubau beginnen damit bereits jetzt.

Noch weiß keiner, was sich unter der Erde am Ossenpadd verbirgt. Vielleicht alte Siedlungsspuren, vielleicht Scherben oder Werkzeuge aus längst vergangenen Zeiten. Vielleicht auch gar nichts. Genau das wollen die Fachleute des Archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein herausfinden.

Untersucht werden im Frühjahr 2027 ausgewählte Teilflächen des rund 14 Hektar großen Areals, auf dem der neue Gesundheitscampus für den Kreis Pinneberg entstehen soll, sowie städtische Flächen innerhalb des B-Plangebiets. Doch schon jetzt gibt es einiges zu tun.

Archäologische Voruntersuchungen im Vorfeld des Bauvorhabens

Auf dem künftigen Klinikgelände stehen zunächst Gehölzarbeiten an. Sie sind Teil der Vorbereitungen für den geplanten Neubau und werden nicht vom Archäologischen Landesamt veranlasst oder durchgeführt. Gleichzeitig schaffen sie die Voraussetzungen für die archäologischen Voruntersuchungen im kommenden Frühjahr. Denn dafür brauchen die Fachleute ausreichend freie, gut zugängliche Flächen. Dichter Bewuchs, Sträucher und Bäume würden die Arbeiten unmöglich machen.

In wenigen Monaten ziehen die Archäologen mit einem Bagger Suchgräben durch das Gelände und tragen den Oberboden streifenweise ab. Dann beginnt die eigentliche Spurensuche. Die Fachleute nehmen die freigelegten Bodenschichten genau unter die Lupe. Schon kleine Farbunterschiede im Erdreich können große Geschichten erzählen. Dunkle Verfärbungen etwa können auf Gräber, Gruben oder Pfostenlöcher längst verschwundener Siedlungen hinweisen.

Mirjam Briel vom Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein erläutert: „Schleswig-Holstein verfügt über ein reiches archäologisches Erbe mit Spuren aus mehr als 100.000 Jahren Menschheitsgeschichte.“ Diese Zeugnisse seien wichtige Quellen der Vergangenheit und einmal zerstört nicht zu ersetzen. Deshalb gehöre es zu den Aufgaben des Landesamtes, archäologische Denkmale zu erfassen, zu schützen und ihre wissenschaftlichen Informationen für kommende Generationen zu bewahren.

Dabei ist wichtig zu wissen: Nicht bei jedem Bauvorhaben rücken die Archäologen an. Am Ossenpadd gibt es konkrete Hinweise auf mögliche archäologische Fundstellen.

Dass auch rund um den Ossenpadd spannende Entdeckungen möglich sind, zeigen frühere Funde ganz in der Nähe. Südlich der Planfläche, am Westring, stießen Archäologen 2015 auf die Überreste einer Siedlung. Mirjam Briel: „Zu den Befunden gehörten der nahezu vollständig erhaltene Grundriss eines Langhauses, mehrere Kochsteingruben und eine Abfallgrube.“ Die Siedlung stammt aus der jüngeren Römischen Kaiserzeit bis zur Völkerwanderungszeit, also ungefähr aus dem 3. bis 5. Jahrhundert nach Christus.

Und es gibt weitere Hinweise darauf, dass der Boden am Ossenpadd Überraschungen bereithalten könnte. „Auf Luftbildern und im digitalen Geländemodell sind auffällige runde Strukturen erkennbar, bei denen es sich möglicherweise um Überreste ehemaliger Grabhügel handelt“, so Briel.

Der Name Ossenpadd führt weit zurück in die Geschichte. Er ist plattdeutsch und bedeutet Ochsenpfad. Tatsächlich wird der Weg einer historischen Trasse des Ochsenwegs, auch Heerweg genannt, zugeordnet. Dabei handelte es sich nicht um eine einzige feste Route, sondern um ein ganzes Netz von Wegen, deren Verlauf sich über die Jahrhunderte verändern konnte.

Der eigentliche Klinikbau beginnt erst 2030. Dass die archäologischen Untersuchungen schon im nächsten Frühjahr geplant sind, hat einen guten Grund: Was im Boden steckt und wie aufwendig mögliche Funde untersucht werden müssen, lässt sich kaum vorhersagen. Der frühe Start schafft deshalb einen zeitlichen Puffer, damit die Fachleute in Ruhe arbeiten können, ohne den späteren Bauzeitplan zu gefährden oder unnötige Kosten zu verursachen. Die Kosten für die erforderlichen archäologischen Maßnahmen trägt dabei nach dem geltenden Verursacherprinzip der Vorhabenträger.

Baumfällungen werden ausgeglichen

Die Vorbereitungen für den neuen Gesundheitscampus bringen auch sichtbare Veränderungen auf dem Gelände mit sich:  Insgesamt 27 Bäume müssen für die anstehenden Arbeiten weichen. Der ökologische Ausgleich dafür ist bereits vorgesehen.

Bis zu 10 neue Bäume werden im Frühjahr am heutigen Klinikstandort Pinneberg gepflanzt. Weitere 30 Bäume in höherer Pflanzqualität sind für das künftige Zentralklinikum-Gelände vorgesehen.

Für den Übergang bis zu den Ersatzpflanzungen am Ossenpadd und als weiteren Ausgleich erwerben die Regio Kliniken Ökopunkte. Damit werden anerkannte Naturschutzmaßnahmen in Schleswig-Holstein unterstützt, in diesem Fall die Entwicklung und Sicherung von Waldflächen. Schleswig-Holstein zählt zu den waldärmsten Bundesländern Deutschlands.

Wichtig ist außerdem: Sämtliche Knicks auf dem Areal am Ossenpadd bleiben vorerst erhalten.

Erst die Vergangenheit, dann die Zukunft

Die archäologischen Untersuchungen sind ein weiterer Schritt auf dem Weg zum neuen Gesundheitscampus Ossenpadd. Im neuen Zentralklinikum sollen künftig die medizinischen Angebote der bisherigen Klinikstandorte Pinneberg und Elmshorn zusammengeführt werden. Ein Leuchtturmprojekt, das weit über die Region hinaus Bedeutung hat und die medizinische Versorgung im einwohnerreichsten Landkreis Schleswig-Holsteins langfristig sichern sollberschreiben … Ab drei Absätzen bitte mindestens eine Zwischenüberschrift im Format H2 einfügen!

Regio Kliniken

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Über die Regio Kliniken GmbH

Die zu Sana gehörenden Regio Kliniken Pinneberg und Elmshorn versorgen mit derzeit rund 2.300 Mitarbeitenden die Bevölkerung im Kreis Pinneberg, westlich von Hamburg. Zu den Regio Kliniken gehören zwei Krankenhäuser mit insgesamt 767 Betten und ambulanten Bereichen, Medizinische Versorgungs-Zentren (MVZ), Reha-Einrichtungen, ein Bildungszentrum, ein Hospiz sowie ein Altenheim. Die Regio Kliniken sind ein innovatives und sehr dynamisches Unternehmen, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, den dringend notwendigen Wandel im Gesundheitswesen aktiv anzugehen. Unsere Vision, Menschen zu stärken, prägt unser Handeln. Durch unsere hohe Kompetenz sowie individuell ausgerichtete Behandlung und Fürsorge wachsen Gesundheit und Lebensqualität unserer Patientinnen und Patienten. Basis hierfür ist eine moderne und menschenzugewandte Unternehmenskultur mit vielen Möglichkeiten zur Gestaltung und Persönlichkeitsentfaltung.

Über die Sana Kliniken AG