Weltnichtrauchertag: „Jede Zigarette schädigt den gesamten Körper“
Pneumologischer Appell zum Rauchstopp
Von Atemwegs- bis Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Die Auswirkungen des Rauchens reichen weit über die Lunge hinaus.
Zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai rückt ein Thema in den Fokus, das trotz jahrzehntelanger Aufklärung nichts an medizinischer Relevanz verloren hat: das Rauchen. Aus pneumologischer Sicht zählt der Tabakkonsum weiterhin zu den größten vermeidbaren Risikofaktoren für schwere Erkrankungen der Lunge – und weit darüber hinaus. Darauf weist Ender Engin, Oberarzt und Pneumologe am Sana Krankenhaus Radevormwald, eindringlich hin: „Viele Menschen bringen Rauchen vor allem mit Lungenkrebs in Verbindung. Tatsächlich schädigt Nikotinkonsum nahezu jedes Organ im Körper.“ Besonders betroffen seien neben den Atemwegen und dem Lungengewebe auch das Herz-Kreislauf-System, die Gefäße, der Stoffwechsel sowie das Immunsystem. „In der pneumologischen Versorgung sehen wir regelmäßig Patientinnen und Patienten, deren Beschwerden direkt oder indirekt auf jahrelangen Tabakkonsum zurückzuführen sind“, so Engin.
Schleichende Schäden an der Lunge
Zu den häufigsten rauchbedingten Erkrankungen zählen aus pneumologischer Sicht die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), die chronische Bronchitis, eine dauerhaft eingeschränkte Lungenfunktion sowie ein deutlich erhöhtes Risiko für Lungenkrebs. Hinzu kommen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen. „Rauchen beschleunigt den Alterungsprozess des Körpers – und die Lunge gehört zu den Organen, die besonders früh und nachhaltig geschädigt werden“, erklärt der Pneumologe. Problematisch sei zudem, dass viele Veränderungen lange unbemerkt bleiben. Eine nachlassende Lungenfunktion oder chronische Entzündungen der Atemwege entwickelten sich häufig schleichend. „Viele Betroffene suchen erst ärztliche Hilfe, wenn Atemnot, Husten oder Leistungseinbußen den Alltag bereits deutlich einschränken.“
Passivrauchen bleibt ein ernstes Risiko
Nach Angaben internationaler Gesundheitsorganisationen sterben weltweit jedes Jahr Millionen Menschen an den Folgen des Rauchens. Auch das Passivrauchen stellt weiterhin ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar – insbesondere für Kinder, ältere Menschen sowie chronisch kranke Patientinnen und Patienten. „Wer raucht, gefährdet nicht nur die eigene Gesundheit, sondern häufig auch die seines Umfeldes“, betont Engin.
Der Körper erholt sich – oft schneller als gedacht
Gleichzeitig macht die Medizin Hoffnung: Bereits kurze Zeit nach dem Rauchstopp beginnen Regenerationsprozesse. Die Sauerstoffversorgung verbessert sich, Blutdruck und Herzfrequenz können sich stabilisieren, und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinkt mit zunehmender Rauchfreiheit. Auch die Lunge profitiert: Entzündungsprozesse können zurückgehen, die körperliche Belastbarkeit steigt, und das Fortschreiten rauchbedingter Lungenerkrankungen lässt sich verlangsamen.
„Es ist nie zu spät aufzuhören“, unterstreicht der Pneumologe. Viele Raucherinnen und Raucher hätten mehrere erfolglose Aufhörversuche hinter sich und empfänden dies als persönliches Scheitern. „Aus ärztlicher Sicht ist das jedoch häufig Teil des Entwöhnungsprozesses. Nikotin macht stark abhängig – professionelle Unterstützung erhöht die Erfolgschancen deutlich.“ Moderne Tabakentwöhnungsprogramme kombinieren medizinische Beratung, verhaltenstherapeutische Ansätze sowie bei Bedarf medikamentöse oder nikotinersetzende Therapien. Auch Gruppenangebote oder digitale Programme können hilfreich sein.
Kritik an E-Zigaretten und Vapes
Besorgt äußert sich Engin zudem zum anhaltenden Trend zu E-Zigaretten und Vapes, insbesondere bei Jugendlichen. Viele dieser Produkte würden als harmlose Alternative wahrgenommen, obwohl die gesundheitlichen Langzeitfolgen bislang nicht abschließend geklärt seien.
„Aus pneumologischer Sicht gibt es keine sichere Form des Rauchens. Alles, was Schadstoffe oder Reizstoffe in die Lunge bringt, kann gesundheitliche Risiken verursachen.“ Der Weltnichtrauchertag sei daher mehr als ein symbolischer Aktionstag. Er sei ein wichtiger Anlass, um über Prävention, Gesundheitsverantwortung und den Schutz der Lunge zu sprechen. „Jede vermiedene Zigarette ist ein Gewinn für die Gesundheit“, fasst Engin zusammen. „Und jeder Rauchstopp ist eine der wirksamsten Maßnahmen, um Lunge, Herz und Gefäße langfristig zu schützen.“
Über das Sana Krankenhaus Radevormwald
Im Sana Krankenhaus Radevormwald werden Sie hochwertig medizinisch versorgt sowie patientenorientiert und menschlich zugewandt betreut und gepflegt. Als leistungsstarkes Krankenhaus der Grundversorgung stellen wir die stationäre medizinische Behandlung und die Notfallversorgung der Bevölkerung in Radevormwald und Umgebung sicher.