Hof,
07
Oktober
2026
|
06:00
Europe/Amsterdam

Wenn Bluthochdruck trotz Behandlung zu hoch bleibt

Zusammenfassung

Neue Untersuchung erweitert die Möglichkeiten zur Ursachenklärung am Sana Klinikum Hof

Wer wegen Bluthochdruck behandelt wird und trotzdem immer wieder zu hohe Werte misst, fragt sich irgendwann: Woran liegt das? Manchmal steckt eine andere Erkrankung dahinter. Die Nephrologie und die interventionelle Radiologie am Sana Klinikum Hof haben nun erstmals gemeinsam eine Untersuchung durchgeführt, die eine hormonelle Ursache genauer abklären kann: das sogenannte Nebennierenvenensampling.

Die Nephrologen und Bluthochdruckspezialisten am Sana Klinikum Hof beschäftigen sich intensiv mit der Diagnose und Behandlung von Bluthochdruck. Ein besonderer Schwerpunkt liegt darauf, mögliche Ursachen zu erkennen, wenn sich der Blutdruck nur schwer einstellen lässt. Dazu untersucht das Team beispielsweise mit einer speziellen Ultraschalluntersuchung, ob die Nierenarterien ausreichend durchblutet werden. Gemeinsam mit der Kardiologie werden mögliche Schlafstörungen abgeklärt, die mit Bluthochdruck zusammenhängen können. Auch der Hormonhaushalt wird bei entsprechendem Verdacht untersucht.

Eine solche hormonelle Ursache ist der primäre Hyperaldosteronismus. Dabei bilden die Nebennieren zu viel Aldosteron. Dieses Hormon beeinflusst den Salz- und Wasserhaushalt des Körpers und damit auch den Blutdruck. Für die Behandlung ist entscheidend zu wissen, ob eine oder beide Nebennieren zu viel Aldosteron produzieren.

Hier setzt die neue Untersuchung an: Die interventionelle Radiologie entnimmt gezielt Blut aus den Venen beider Nebennieren. Anschließend werden die Hormonwerte verglichen. So lässt sich die Erkrankung genauer einordnen und die weitere Behandlung planen. Je nach Befund können bestimmte Medikamente oder bei einer einseitigen Erkrankung eine Operation infrage kommen.

„Wenn der Blutdruck trotz Behandlung nicht ausreichend sinkt, müssen wir auch nach möglichen Ursachen suchen“, sagt Dr. med. Mostafa Aly, Leiter der Sektion Nephrologie am Sana Klinikum Hof. „Das ist für die Betroffenen wichtig: Wenn wir wissen, was hinter den hohen Werten steckt, können wir die Behandlung gezielter auf sie abstimmen. Dass wir diese Untersuchung nun gemeinsam mit der interventionellen Radiologie anbieten können, ist eine wertvolle Ergänzung unserer bisherigen Diagnostik.“

Die erste Untersuchung führten Prof. Boris Radeleff, Chefarzt der Diagnostischen und Interventionellen Radiologie, Oberärztin Schramm und Assistenzarzt Samineni gemeinsam mit Dr. Aly durch. Sie erweitert das Angebot des Sana Klinikums Hof für Patientinnen und Patienten mit schwer einstellbarem Bluthochdruck und dem Verdacht auf eine hormonelle Ursache.