Wenn plötzlich die Orientierung fehlt
Sana Kliniken Niederlausitz starten Aktion zum Welt-Delir-Tag am 12. März
• Aktion zum Welt-Delir-Tag in Krankenhäusern in Senftenberg und Lauchhammer am 12. März
• 20 Delir-Manager engagieren sich in Sana Kliniken Niederlausitz für Patientensicherheit und intensive Angehörigenarbeit
• Stefanie Scadock, Leiterin der SKN-Delir-AG: Darum sind Angehörige und Zugehörige so wichtig
Ein Delir kann jeden Patienten treffen und oft sind Betroffene innerhalb kurzer Zeit stark verwirrt, orientierungslos und können sich nur schwer konzentrieren. In den Sana Kliniken Niederlausitz sensibilisiert ein multiprofessionelles Delir-Manager-Team Mitarbeitende für den Umgang mit betroffenen Patienten und die Arbeit mit Angehörigen. Anlässlich des Welt-Delir-Tags am 12. März 2025 wird das Thema mit Aktionen an beiden Krankenhaus-Standorten in den Fokus gerückt.
Die Bäume, die am 12. März in den Foyers der Krankenhäuser in Senftenberg und Lauchhammer stehen, sind seltsam geschmückt: Sie tragen Uhren und Hörgeräte, Brillen und Gebisse, Kalender, Handys, Familienbilder und Schlafmasken. Der außergewöhnliche Baumschmuck ist nicht Kunst, sondern dient der Aufklärung. „All diese Dinge helfen Patienten dabei, sich zu orientieren und sie sind entscheidend, um einem Delir vorzubeugen“, sagt Stefanie Scadock. Die Leiterin des Therapeutenteams im Krankenhaus Senftenberg hat den Hut in der Delir AG der Sana Kliniken Niederlausitz auf. Am Welt-Delir-Tag wollen die Delir-Manager Mitarbeitende und Besucher im Krankenhaus einmal mehr für dieses wichtige Thema sensibilisieren.
Stefanie Scadock (hinten) im Gespräch mit Kolleginnen: Als Leiterin der Delir-AG setzt sie sich dafür ein, dass Delir-Patienten neben einer schnellen Diagnose auch eine schnelle Therapie erhalten. Sie ist ausgebildete Delir-Managerin und weiß aus dem Stationsalltag, wie wichtig es ist, bereits früh die Anzeichen für ein Delir zu erkennen. Download und Copyright
Angehörige als Anker
In den Kliniken gehört der wachsame Blick auf mögliche Delir-Zustände ständig auf die Tagesordnung. Denn Delir kann Patienten in jedem Alter treffen – besonders gefährdet sind Menschen nach Operationen, durch Alkoholentzug während des Klinikaufenthaltes oder Patienten, die an Demenz erkrankt sind. Von einem Delir spricht man bei einem Zustand akuter Verwirrtheit: Manche Patienten werden sehr schläfrig und sind kaum kontaktier- und erweckbar, andere neigen zu aggressivem, misstrauischem und hyperaktivem Verhalten. Auffallend sind starke konzentrative Defizite. „Im Gegensatz zu einer Demenz, die sich schleichend und konstant über längere Zeit entwickelt, tritt ein Delir oft fluktuierend im Tagesverlauf auf“, erklärt Stefanie Scadock und fügt hinzu: „Deswegen ist die Zusammenarbeit mit Angehörigen für uns Mitarbeitende im Krankenhaus so wichtig. Sie kennen ihre Familienmitglieder und merken meist sehr schnell, wenn Vati oder Oma sich plötzlich anders als gewohnt verhalten.“ In solchen Fällen und schon vorbeugend, ist es wichtig, Betroffenen Orientierung zu geben: Ein Videoanruf mit dem Handy bei der Familie, der Blick durch die Brille auf den Kalender oder in die Tageszeitung, Nachrichten hören oder ein normaler Tag-Nacht-Rhythmus – all das hilft Patienten, sich im Alltag zurechtzufinden.
Insbesondere nach Operationen oder schlimmen Ereignissen, bei denen Patienten eine gewisse Zeit lang ohne Bewusstsein sind, kann ein Delir auftreten. In den Sana Klinken Niederlausitz sind Ärzte und Pflegekräfte auf den Umgang mit Delir-Patienten besonders geschult und engagieren sich in Zusammenarbeit mit den Angehörigen dafür, dass Patienten schnell wieder Orientierung im Alltag finden. Download und Copyright
Neue Karten für besser Kommunikation
Die Sana Kliniken Niederlausitz haben in den vergangenen Jahren über eine Weiterbildung der Deutschen Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) rund 20 Mitarbeitende zu Delir-Managern qualifiziert. „Wir sind ein multiprofessionelles Team aus allen Bereichen – von Ärzten über Pflegekräfte bis zu Therapeuten“, berichtet Stefanie Scadock. In einigen besonders sensiblen Bereichen werden regelmäßig Delir-Screenings bei Patienten angewendet. Bei diesen einfachen Orientierungstests werden Patienten beispielsweise nach ihrem Alter und dem Datum gefragt und gebeten, die Monate rückwärts aufzusagen. Anlässlich des diesjährigen Welt-Delir-Tages sind verschiedene Stationen mit Kommunikationskarten ausgestattet worden. „Sie erleichtern die Kommunikation mit Patienten, die beispielsweise nicht sprechen können, weil sie wach, aber noch intubiert sind oder durch einen Schlaganfall nicht sprechen können Die Betroffenen können dann mit Hilfe der Karten zeigen, ob sie Hunger oder Durst haben, beziehungsweise signalisieren, wo sie Schmerzen haben“, erläutert Stefanie Scadock.