„Wer hilft, verdient Respekt.“
Beschimpfungen, Bedrohungen und körperliche Übergriffe gehören für Beschäftigte im Gesundheitswesen zunehmend zum Arbeitsalltag. Das Sana Klinikum Hameln-Pyrmont beteiligt sich deshalb an der landesweiten Kampagne „Wer hilft, verdient Respekt.“ des Niedersächsischen Gesundheitsministeriums und weiterer Partner. Mit Plakaten, Postkarten und einer begleitenden Social-Media-Aktion möchte das Klinikum für einen respektvollen Umgang mit den Menschen sensibilisieren, die täglich für die Gesundheit anderer im Einsatz sind.
Das Handlungsbedarf besteht, zeigen aktuelle Zahlen der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft. 72 Prozent der befragten niedersächsischen Krankenhäuser berichten von einer Zunahme verbaler oder körperlicher Übergriffe gegen ihre Beschäftigten innerhalb der vergangenen fünf Jahre. Besonders häufig betroffen sind Mitarbeitende in der Pflege und in den Notaufnahmen. Auch im Sana Klinikum Hameln-Pyrmont erleben Beschäftigte immer wieder Situationen, in denen aus Anspannung, Sorge oder Ungeduld ein unangemessener Umgangston, Beleidigungen oder Aggressionen entstehen. Besonders in der Zentralen Notaufnahme treffen viele unterschiedliche Situationen aufeinander. Patientinnen und Patienten kommen mit akuten Beschwerden, Schmerzen und Ängsten in die Klinik. Gleichzeitig müssen die Mitarbeitenden innerhalb kurzer Zeit medizinisch einschätzen, wie dringend eine Behandlung erforderlich ist und entsprechend priorisieren.
„Wir wissen, dass ein Besuch in der Notaufnahme für viele Menschen mit Sorge, Schmerzen und großer Anspannung verbunden ist. Gleichzeitig erleben wir aber auch, dass Situationen zunehmend eskalieren und unsere Mitarbeitenden beleidigt, bedroht oder aggressiv angegangen werden“, sagt Dr. Ben Schwertfeger, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme am Sana Klinikum Hameln-Pyrmont. „Drauf haben wir schon vor einigen Jahren reagiert. Der Tresen unserer Notaufnahme wurde zum Schutz der Mitarbeitenden verglast, nachts unterstützt uns ein Sicherheitsdienst und in eskalierenden Situationen müssen wir immer wieder die Polizei hinzuziehen. Auch Hausverbote sind manchmal notwendig. Das sind Maßnahmen, die wir uns in einem Krankenhaus eigentlich nicht wünschen. Umso wichtiger ist die Botschaft der Kampagne: Wir sind hier, um zu helfen. Dafür brauchen unsere Mitarbeitenden einen respektvollen und sicheren Umgang.“
Die Entwicklung beschränkt sich dabei nicht auf die Zentrale Notaufnahme. Auch auf den Stationen und in anderen Bereichen des Klinikums erleben Beschäftigte immer wieder schwierige oder eskalierende Situationen mit Patientinnen und Patienten oder Angehörigen. Das Klinikum setzt deshalb neben Schutzmaßnahmen insbesondere auf Prävention. Mitarbeitende erhalten regelmäßig Deeskalationstrainings und Schulungen zur deeskalierenden Kommunikation, um angespannte Situationen frühzeitig zu erkennen und Konflikten möglichst entgegenzuwirken.
Die Kampagne „Wer hilft, verdient Respekt.“ wurde vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung gemeinsam mit der Ärztekammer Niedersachsen, dem Marburger Bund Niedersachsen, der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft und der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen ins Leben gerufen. Mit Plakaten, Postkarten, Kinospots und Social-Media-Maßnahmen soll landesweit auf das Thema aufmerksam gemacht werden. Die Kampagnenmotive sind auch im Sana Klinikum an zentralen Stellen zu sehen. Begleitend greift das Klinikum das Thema über seine Social-Media-Kanäle auf.
„Unsere Mitarbeitenden kümmern sich jeden Tag um Menschen in Ausnahmesituationen. Respekt ist dabei keine besondere Anerkennung, sondern die Grundlage für ein gutes Miteinander“, sagt Klinikgeschäftsführer Matthias Dürkop. „Deshalb unterstützen wir die Kampagne ausdrücklich. Gewalt, Bedrohungen und Beleidigungen haben in einem Krankenhaus keinen Platz. Unsere Beschäftigten müssen sich darauf verlassen können, dass sie ihre Arbeit in einem sicheren Umfeld leisten können und dass wir als Arbeitgeber hinter ihnen stehen.“
Mit der Beteiligung an der Kampagne möchte das Sana Klinikum nicht nur auf Übergriffe aufmerksam machen, sondern vor allem für gegenseitiges Verständnis werben. Denn eine gute und sichere medizinische Versorgung braucht neben fachlicher Kompetenz auch ein Umfeld, in dem Patientinnen und Patienten, Angehörige und Beschäftigte respektvoll miteinander umgehen.
Kampagnen-Motiv 1

Wer hilft verdient Respekt - Kampagne
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