Wertvolle Hilfe für den Alltag
Wie das Ergotherapeuten-Team der SKN Menschen zu mehr Lebensqualität verhilft / Spezialfall CRPS: Patientin gewinnt dank Ergotherapie Funktionsfähigkeit ihrer linken Hand zurück
• Wie Ergotherapie fit für den Alltag macht
• spezielle Therapie für das wichtigste Werkzeug: die Hände
• stationäre und ambulante Ergotherapie
Marianne Winter* hat einen weiten Weg gemeistert: Dank der professionellen Unterstützung durch Ergotherapeutin Annett Ladusch kann die Patientin endlich wieder ihre linke Hand benutzen. Wie viele andere ambulante und stationäre Patientinnen und Patienten hat die Lausitzerin mit Hilfe des Ergotherapie-Teams der Sana Kliniken Niederlausitz mehr Selbstständigkeit im Alltag zurückgewonnen. Neben der ergotherapeutischen Behandlung von Hand-Patienten werden hier vorrangig auch Menschen betreut, die von chronischen Schmerzen und neurologischen Erkrankungen betroffen sind.
Annett Ladusch und Marianne Winter können sich nur zu gut an den Anfang der Behandlung erinnern: Bei einem Sturz hatte sich die Patientin den linken Unterarm gebrochen und wurde in den Sana Kliniken Niederlausitz operiert. Der Knochen heilte gut, Schrauben und Platte geben dem Arm bis heute zusätzlich Stabilität. Doch wenige Wochen nach dem Unfall bekam Marianne Winter plötzlich starke Schmerzen, die Hand schwoll deutlich an. Bewegen, Greifen, Berühren – all das wurde für die Patientin unmöglich. Die Diagnose: CRPS, eine Entzündungsreaktion, die auch als Komplexes Regionales Schmerzsyndrom, Morbus Sudeck oder Algodystrophie bekannt ist. „Am Anfang waren der Schmerz, die Schwellung und Verkrampfung so groß, dass wir gar nicht wussten, wie wir mit der Behandlung beginnen sollten“, blickt Annett Ladusch zurück. Das war im Sommer 2021. Seither ist Marianne Winter bei Schmerzspezialisten in Behandlung und kommt ein- bis zweimal pro Woche in die Therapieräume im Untergeschoss des Senftenberger Krankenhauses. „Ich bin Frau Ladusch sehr dankbar. Sie macht ihre Sache super, sonst würde ich mir nicht den Weg mit dem Bus oder der Bahn machen“, sagt Marianne Winter .
Spezialisiert auf die oberen Extremitäten
Schwierige Fälle sind für Annett Ladusch kein Neuland. Die erfahrene Ergotherapeutin ist auf die Behandlung der oberen Extremitäten nach Verletzungen, Operationen oder bei degenerativen Veränderungen spezialisiert und befasst sich seit rund 20 Jahren intensiv mit deren Physiologie, Anatomie und Rehabilitation. Sie betreut nicht nur Patienten während ihres Aufenthalts in den Sana Kliniken Niederlausitz, sondern auch Südbrandenburger, die in die Ambulanz der Ergotherapie kommen. „Unser Ziel ist, die Funktionsfähigkeit der oberen Extremität wieder so weit herzustellen, dass sie im Alltag so einsetzbar ist, wie vorher“, sagt Annett Ladusch. Nach Verletzungen der Bänder oder Beuge-Streck-Sehnen hilft vielen Patienten dabei eine thermoplastische Schiene, die in der weiteren Region ausschließlich von der Ergotherapeutin individuell für jeden Patienten angefertigt und flexibel im Laufe der Behandlung angepasst werden kann. In Kombination mit speziellen Übungen hilft sie Patienten dabei, ihre Motorik und Funktionalität der Hand zu fördern.
Annett Ladusch ist Ergotherapeutin an den Sana Kliniken Niederlausitz. Ihr Spezialgebiet sind die oberen Extremitäten, insbesondere der Hände. Mithilfe des Handtrainers, weiteren Therapiegeräten und viel Einfühlungsvermögen verhilft sie Menschen zu mehr Beweglichkeit, Kraft und Flexibilität.
Intensives Training
Auch Marianne Winter hat anfangs eine solche Schiene erhalten. Inzwischen klappt vieles wieder ohne die Stütze. Dank intensiver Behandlung und ganz viel Training. Wieder und wieder übt die Patientin mit Annett Ladusch Beweglichkeit, Kraft, Koordination, Gleichgewicht und mehr. Dabei wird nicht nur die Hand, sondern auch der ganze Körper einbezogen und öfters kommen auch Helfer wie Therabänder, Flexstäbe oder Handtrainer zum Einsatz. „An manchen Tagen sind die Schmerzen wieder so stark, dass Kraftaufbau unmöglich ist. Dann konzentrieren wir uns auf anderes, was hilft“, sagt Annett Ladusch. Marianne Winter ist glücklich über die Fortschritte, auch wenn sie ihre Hand längst nicht wie früher benutzen kann. „Aber ich kann inzwischen wieder drei Stunden pro Woche arbeiten gehen. Das tut mir gut“, sagt die Patientin.
Hilfe für den Alltag
Annett Ladusch ist eine von insgesamt drei Ergotherapeutinnen im Krankenhaus Senftenberg, die sich um stationäre und ambulante Patienten kümmern. Am Standort Lauchhammer behandelt ein fünfköpfiges Ergotherapie-Team ausschließlich stationäre Patienten, hauptsächlich in der Tagesklinik und Geriatrie. In Senftenberg sind die Ergotherapeutinnen vorranging für Chirurgie- und Neurologie-Patienten im Einsatz. In den meisten Fällen geht es darum, Menschen wieder fit für den Alltag zu machen und mit ihnen zum Beispiel das Waschen, Kleiden und die Nahrungsaufnahme zu üben.
Interdisziplinäre Kooperation und kurze Wege
Insgesamt sind unter der Leitung von Stefanie Scadock und Katja Lukas rund 30 Therapeutinnen und Therapeuten in beiden Krankenhäusern tätig und decken ein breites Spektrum an Behandlungsfeldern ab. Dank der kurzen Wege in den Sana Kliniken Niederlausitz und der interdisziplinären Kooperation mit Ärzten und Pflegekräften können Patienten optimal und umfassend behandelt werden.
Mittels spezieller Therapieknete kann Ergotherapeutin Annett Ladusch die Hände und Finger ihrer Patienten stärken, beweglich halten und Koordination steigern. Die Knetmasse gibt es in verschiedenen Festigkeitsstufen und kann gewalzt, gerollt, gedrückt sowie gezogen werden, was neben dem therapeutischen Effekt auch häufig Spaß macht.
*Der vollständige Name der Patientin ist der Redaktion bekannt.