Ismaning/Duisburg,
10
September
2025
|
08:00
Europe/Amsterdam

Wie fühlt sich Demenz an? Wenn der Alltag zur Herausforderung wird

Zusammenfassung

Ein Demenzparcours ermöglicht es gesunden Menschen, die alltäglichen Herausforderungen von Demenzerkrankten hautnah nachzuvollziehen. An verschiedenen Stationen werden typische Alltagssituationen simuliert, die für Patienten oft große Hürden darstellen. Das Ziel: mehr Verständnis und Sensibilität im Umgang mit Betroffenen.

Sabine Kaspari-Plew (l.) und Stefanie Kühn, Familiale Pflege der Sana Kliniken Duisburg

Sabine Kaspari-Plew (l.), Leiterin der Familialen Pflege an den Sana Kliniken Duisburg, organisiert den Parcours gemeinsam mit Pflegetrainerin Stefanie Kühn. Das interaktive Schulungs- und Sensibilisierungsangebot bietet die Möglichkeit, die Welt mit den Augen eines Demenzkranken zu sehen. „Die Teilnehmenden, häufig Angehörige von Patienten, durchlaufen ausgewählte, auf ihre Situation angepasste Stationen mit alltäglichen Aufgaben, etwa Anziehen oder Uhr ablesen“, erklärt Sabine Kaspari-Plew. Was im Alltag banal erscheint, wird im Parcours zur Herausforderung.

Typische Einschränkungen bei Demenz erleben

Typische Einschränkungen von Menschen mit Demenz werden mithilfe von Spezialbrillen, Handschuhen und weiteren Hilfsmitteln im Parcours simuliert. So erleben die Teilnehmenden unmittelbar, wie einfache Handlungen schnell zu Überforderung und Frustration führen können.

Mit dem Parcours wird das Ziel verfolgt, ein tieferes Verständnis für die kognitiven, emotionalen und sensorischen Veränderungen zu schaffen, die mit einer demenziellen Erkrankung einhergehen. Diese Erfahrung kann Angehörigen, Pflegekräften und Freunden helfen, ihr Verhalten im Umgang mit Betroffenen bewusster und empathischer zu gestalten. Wer selbst erlebt hat, wie herausfordernd selbst vermeintlich einfache Aufgaben sein können, bringt mehr Geduld und Einfühlungsvermögen auf. Der Demenzparcours verändert den Blick, weg vom Defizit, hin zum Menschen.

Die Sana Kliniken Duisburg und das Sana Seniorenzentrum sind Netzwerkpartner der Alzheimer Gesellschaft Duisburg e. V. 

 

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Drei einfache Übungen für zu Hause

Auch zu Hause lässt sich mit einfachen Mitteln nachvollziehen, wie sich der Alltag für Menschen mit Demenz anfühlen kann. Diese Übungen verdeutlichen, wie schnell scheinbar banale Aufgaben zur Herausforderung werden:

  1. Hemd oder Bluse mit dicken Handschuhen anziehen: Feinmotorische Einschränkungen erschweren das Schließen von Knöpfen oder Reißverschlüssen erheblich. 
  2. Einkaufsliste durch Butterbrotpapier lesen: Die verzerrte und unscharfe Sicht erschwert das Erkennen von Buchstaben und Wörtern.
  3. Rezept befolgen bei lauter Musik: Geräuschüberflutung beeinträchtigt die Konzentration und führt zu Stress, ganz ähnlich wie bei einer Reizüberflutung im Alltag.

Diese Übungen eignen sich besonders gut in der Gruppe, zum Beispiel mit Familienmitgliedern oder Freunden. Der gemeinsame Austausch über das Erlebte macht die Erfahrung greifbar und stärkt das Verständnis für Menschen mit Demenz.