Zum 26. Mal: Rummelsberger Parkinson-Symposion ausgerichtet
Zahlreiche Parkinson-Patienten und Angehörige folgten Einladung von Chefarzt PD Dr. Martin Winterholler nach Feucht
Das traditionelle Rummelsberger Parkinson-Symposion war auch dieses Mal wieder ein großer Erfolg. Ausgerichtet von PD Dr. Martin Winterholler, Chefarzt der Klinik für Neurologie am Krankenhaus Rummelsberg, bot das Symposium sowohl wissenschaftliche als auch praktische Ansätze im Umgang mit der Erkrankung. Rund 250 Teilnehmer waren gekommen, um Informationen über den aktuellen Stand der Forschung und Therapie sowie praxisnahe Tipps für den Alltag mit Parkinson zu erhalten. Der Schauplatz wie auch in den zwei vergangenen Jahren zuvor: die Reichswaldhalle in Feucht.
Winterholler eröffnete das Symposium mit anerkennenden Worten und betonte, wie bedeutungsvoll es sei, dass so viele Betroffene und Angehörige den Weg nach Feucht gefunden haben. Sich aktiv mit der Krankheit auseinanderzusetzen und den Austausch mit anderen Betroffenen zu suchen, sei sehr wichtig. „Wer sich aktiv mit der Krankheit beschäftigt, nimmt intensiver am Leben teil und hat damit in der Regel eine höhere Lebensqualität. Allein der Schritt heute hier zu sein, ist schon ein wichtiger Beitrag für Ihre eigene Gesundheit.“
Medikamente und ihre Herausforderungen
Im ersten Fachvortrag widmete sich Dr. Harald Erxleben, Oberarzt und Leiter der Parkinsonstation in Rummelsberg, den häufig auftretenden Herausforderungen der Parkinsontherapie. Unter dem Titel „Wenn’s doch so einfach wäre - Medikamente und ihre Nebenwirkungen“ beleuchtete er die Komplikationen, die durch Medikamente verursacht werden können. „Alle Medikamente und Verfahren, die wir einsetzen, helfen den Patienten, bringen aber auch Risiken und Probleme mit sich“, erklärte Erxleben. Nebenwirkungen wie Halluzinationen, Überbeweglichkeit oder Impulskontrollstörungen seien häufige Begleiterscheinungen, die jedoch meist gut in den Griff bekommen werden können. Die Krankheit sei gut behandelbar, sofern die Therapie frühzeitig beginne und individuell auf den Patienten abgestimmt werde. „Warten Sie nicht, bis die Krankheit fortgeschritten ist“, appellierte er an die Betroffenen und unterstrich, dass der richtige Zeitpunkt für den Therapiebeginn immer das Hier und Jetzt sei.
Neue Therapieansätze wecken Hoffnung
Chefarzt Winterholler brachte den Besuchern zudem Erkenntnisse vom Parkinson-Weltkongress in Philadelphia mit. „In Philadelphia wurde die Krankheit als die am stärksten wachsende neurologische Krankheit bezeichnet“, so Winterholler. Besonders in den Schwellenländern, wo Umweltfaktoren wie Luftverschmutzung eine wesentliche Rolle spielen, nimmt die Krankheit deutlich zu. Menschen können aber auch durch genetische Veränderungen oder durch reinen Zufall an Parkinson erkranken. Er berichtete von den enttäuschenden Ergebnissen der Antikörper-Studien der letzten Jahre und einem Täuschungsskandal in der Forschung, der die Ergebnisse von Studien möglicherweise beeinflusst haben könnte. Dennoch wurden auf dem Kongress auch Hoffnungsschimmer präsentiert, wie die vielversprechende D1-D5-Rezeptor-Substanzgruppe, die in Zukunft die Einnahme von nur noch einer Tablette ermöglichen könnte. Auch die potenzielle Rolle von GLP-1-Hemmern, die derzeit in Diabetes-Medikamenten verwendet werden und möglicherweise bei Parkinson therapeutisch wirksam sein könnten, wurde diskutiert. Der Blick in die Zukunft bleibt damit optimistisch: Während die Forschung weiter nach einer Ursachentherapie sucht, können Patienten bereits heute durch frühzeitige, individuell abgestimmte Therapien und regelmäßige Bewegung ihre Lebensqualität deutlich verbessern. Insbesondere Krafttraining spielt dabei eine entscheidende Rolle. „Muskeltraining stärkt nicht nur die Muskulatur, sondern stimuliert auch die Freisetzung von Myokinen. Dieses Training wirkt sich auf das Gehirn, den gesamten körperlichen Zustand, den Knochenerhalt, die Stabilität von Stand und Gang und letztlich auf die Lebensqualität aus“, betonte Winterholler.
Ganzheitliches Training: Koordination durch Gesang und Bewegung
Neben den medizinischen Vorträgen bot das Symposium auch praktische Workshops zu den aktivierenden Therapien, die bei Parkinson eine zentrale Rolle spielen. Logopäde Andreas Wenzel zeigte zusammen mit Physiotherapeutin Silke Köppe Übungen, die speziell auf die Probleme von Parkinson-Patienten zugeschnitten sind. Dabei wurde besonders der Bereich des Sprechens, Schluckens und Bewegens in den Fokus gerückt. Koordinationsübungen, die das Gehirn gleichzeitig mit mehreren Aufgaben herausfordern – etwa Gesang in Verbindung mit Bewegung – wurden als besonders effektiv für die Therapie beschrieben. „Wir wissen, dass das die beste Form von Training für Koordination und Stabilität ist“, so Wenzel. Parallel dazu konnten die Angehörigen der Patienten in einer gesonderten Gesprächsrunde, geleitet von Dr. Harald Erxleben und dem Psychologen Tim Landgraf, ihre Erfahrungen teilen und sich über den Umgang mit der Krankheit austauschen.
Parkinson-Patienten in Aktion: Tanzen im Sitzen als aktivierende Therapie. Durch gezielte Bewegungen werden Koordination, Ausdauer und Kraft trainiert – alles essentielle Aspekte für Parkinson-Patienten, die zu mehr Lebensqualität beitragen.
Über das Krankenhaus Rummelsberg
Das Krankenhaus Rummelsberg, in der Trägerschaft der Sana Kliniken AG, verfügt über 360 Betten und ist südöstlich von Nürnberg gelegen. Das Lehrkrankenhaus der Universität Erlangen-Nürnberg ist in den Fachbereichen Orthopädie und Unfallchirurgie (210 Betten), Neurologie (60 Betten), Innere Medizin (30 Betten) und Geriatrische Rehabilitation (60 Betten) weit über die Grenzen der Metropolregion Nürnberg-Fürth-Erlangen hinaus bekannt und spezialisiert. Medizinische und pflegerische Fachkompetenz prägen die Arbeit im Krankenhaus Rummelsberg. Rund 12.000 stationäre und 23.000 ambulante Patienten werden hier jährlich versorgt. Zwischen 2023 und 2027 wird das bisherige Wichernhaus durch ein hochmodernes Klinikgebäude ersetzt. Die Baumaßnahme in Höhe von 150 Millionen Euro wird durch den Freistaat Bayern gefördert. Mehr Informationen unter www.krankenhaus-rummelsberg.de
Über die Sana Kliniken AG
Die Sana Kliniken AG ist ein führender integrierter Gesundheitsdienstleister im deutschsprachigen Raum. Die ganzheitliche Gesundheitsversorgung für jährlich mehr als drei Millionen Patientinnen und Patienten erstreckt sich von Präventionsangeboten über die ambulante und stationäre Versorgung bis hin zu Nachsorge, Rehabilitation und Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln. Diese Leistungen werden bundesweit in 43 Krankenhäusern, 51 MVZ-Gesellschaften mit knapp 600 Arztsitzen sowie zusammen rund 60 Sanitätshäusern und Präventionspraxen erbracht. Darüber hinaus bietet Sana als B2B-Services auch Dienstleistungen und Beratung für externe Kliniken unter anderem in den Bereichen Einkauf, Logistik, Medizintechnik sowie Managementverträge an. 2023 erwirtschafteten die rund 38.600 Beschäftigten (Stand Dezember 2023) einen Umsatz von 3,3 Milliarden Euro. Eigentümer der 1976 gegründeten Sana Kliniken AG sind 24 Private Krankenversicherungen.