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Eckpfeiler der Krankenhausreform

Notfallversorgung

Warum die Notfallversorgung neu gedacht wird

Notfallversorgung ist einer der sensibelsten Bereiche der Krankenhausreform. Für die Menschen in der Region zählt im Ernstfall nur eines: schnelle Hilfe, klare Wege, verlässliche Strukturen.

Gleichzeitig stehen Notaufnahmen bundesweit unter Druck. Viele Patientinnen und Patienten kommen direkt in die Notaufnahme, obwohl sie medizinisch auch ambulant versorgt werden könnten. Andere benötigen sofortige stationäre oder intensivmedizinische Behandlung. Die Herausforderung besteht darin, diese Fälle schnell und sicher zu unterscheiden.

Das Bundesgesundheitsministerium beschreibt das Ziel der geplanten Notfallreform als bedarfsgerechte, qualitativ hochwertige und wirtschaftliche Notfallversorgung. Patientinnen und Patienten sollen schneller in die richtige Behandlung gesteuert werden. Die Zusammenarbeit von Rettungsdienst, Krankenhaus-Notaufnahmen und ärztlichem Bereitschaftsdienst soll verbessert werden.

Was sind Integrierte Notfallzentren?

Ein wichtiger Baustein der geplanten Notfallreform sind Integrierte Notfallzentren, kurz INZ. Nach den Informationen des Bundesgesundheitsministeriums sollen sie an ausgewählten Krankenhäusern entstehen. Sie verbinden die Notaufnahme des Krankenhauses, eine Notdienstpraxis und eine zentrale Ersteinschätzungsstelle.

Die Idee dahinter: Menschen mit akuten Beschwerden sollen nicht allein entscheiden müssen, ob sie in die Notaufnahme, in den Bereitschaftsdienst oder in eine andere Versorgungsform gehören. Am gemeinsamen Zugang wird eingeschätzt, welche Behandlung medizinisch richtig ist.

Für echte Notfälle bleibt die Notaufnahme der richtige Ort. Für weniger schwere akute Beschwerden kann eine ambulante Behandlung sinnvoller sein. Entscheidend ist die medizinische Ersteinschätzung.

Was bedeutet das für die Sana Kliniken Niederlausitz?

Für die Sana Kliniken Niederlausitz ist Notfallversorgung ein zentraler Bestandteil des Versorgungsauftrags. Gerade in einer Flächenregion wie der Lausitz muss klar sein: Akute medizinische Hilfe muss erreichbar, verlässlich und gut organisiert sein.

Die Reform verändert dabei nicht den Anspruch, sondern die Organisation. Künftig wird noch wichtiger, Notfälle sauber zu steuern: Wer braucht sofort eine stationäre Behandlung? Wer muss in die Diagnostik? Wer benötigt intensivmedizinische Überwachung? Wer kann ambulant weiterbehandelt werden? Und wie arbeiten Rettungsdienst, Notaufnahme, Fachabteilungen und ambulante Partner möglichst reibungslos zusammen?

Diese Fragen sind für unsere Standorte besonders wichtig. Denn die Notaufnahme ist nicht nur ein Eingang ins Krankenhaus. Sie ist ein zentraler Knotenpunkt der regionalen Gesundheitsversorgung.

Warum Senftenberg der zentrale Notfallstandort wird

Die Krankenhausreform verändert auch die Notfallversorgung. Künftig wird es noch stärker darauf ankommen, Akut- und Notfallmedizin dort zu bündeln, wo die notwendigen Strukturen dauerhaft verfügbar sind: ärztliche und pflegerische Notfallkompetenz, Diagnostik, Intensivmedizin, OP-Bereitschaft, Fachabteilungen und klare Anschlusswege in die weitere Behandlung.

Genau deshalb konzentrieren die Sana Kliniken Niederlausitz die Akut- und Notfallmedizin am Standort Senftenberg. Dort sollen die zentralen Strukturen für die Notfallversorgung gebündelt, weiterentwickelt und perspektivisch gestärkt werden. Dazu gehört auch die enge Verbindung von Notaufnahme, Intensivmedizin, Diagnostik und den Fachabteilungen, die für akute Patientinnen und Patienten unmittelbar gebraucht werden.

Die Notaufnahme am Standort Lauchhammer wird im Zuge dieser Zentrierung geschlossen. Das bedeutet nicht, dass der Standort Lauchhammer an Bedeutung verliert. Im Gegenteil: Lauchhammer erhält eine klare medizinische Profilierung mit dem Zentrum für Psychosoziale Gesundheit, der Geriatrie und ambulanten beziehungsweise planbaren Versorgungsangeboten. Senftenberg wird der zentrale Standort für Akut- und Notfallmedizin. Lauchhammer wird stärker auf planbare, spezialisierte und vernetzte Versorgung ausgerichtet.

Diese Entwicklung ist nicht neu. Bereits der Kreistag des Landkreises Oberspreewald-Lausitz hat die strategische Weiterentwicklung der Sana Kliniken Niederlausitz unterstützt. In der öffentlichen Mitteilung zur Kreistagsresolution heißt es, wichtigster Baustein sei die „Konzentration der Akut- und Notfallmedizin am Krankenhausstandort Senftenberg“. In diesem Zuge sollten auch Intensivstation und Notaufnahme zu einem erweiterten Notfallzentrum ausgebaut werden. Für Lauchhammer wurden zugleich das Zentrum für Psychosoziale Gesundheit und ein ambulantes OP-Zentrum als künftige Profilbereiche benannt.

Was das mit der Krankenhausreform zu tun hat

Die Reform der Notfallversorgung zielt darauf, Patientinnen und Patienten schneller in die richtige Behandlung zu steuern. Die Regierungskommission beschreibt Integrierte Notfallzentren als Verbindung aus Notaufnahme des Krankenhauses, KV-Notdienstpraxis und zentraler Ersteinschätzungsstelle. Dort soll entschieden werden, ob eine Patientin oder ein Patient in die Notaufnahme, in eine ambulante Akutbehandlung oder in eine andere Versorgungsstruktur gehört. 

Auch der GKV-Spitzenverband betont, dass geeignete INZ-Standorte nach objektiven Kriterien ausgewählt werden sollten. Dazu zählen unter anderem Notfallstufe, Versorgungsbedarf, Erreichbarkeit, Fallzahlen, bestehende KV-Notdienstpraxen und die verfügbare Personalausstattung. In Regionen mit mehreren Krankenhausstandorten könne dadurch eine Konzentration auf besonders geeignete Standorte entstehen. 

Für die Sana Kliniken Niederlausitz heißt das: Die Zentrierung der Akut- und Notfallmedizin in Senftenberg folgt genau dieser Logik. Nicht Doppelstrukturen an zwei Standorten sichern Versorgung, sondern starke, verlässliche und personell tragfähige Notfallstrukturen an einem klar definierten Standort.

Was das für Patientinnen und Patienten bedeutet

Für echte Notfälle bleibt entscheidend: schnelle Hilfe, klare Wege und die richtige medizinische Struktur. Durch die Bündelung in Senftenberg sollen Notfallpatientinnen und Notfallpatienten dort behandelt werden, wo die zentralen akutmedizinischen Ressourcen zusammenlaufen.

Das verbessert die Versorgungssicherheit, weil Diagnostik, Intensivmedizin und weitere Fachbereiche an einem Standort enger zusammenarbeiten können. Gleichzeitig entfallen Verlegungen zwischen den Krankenhausstandorten, wenn Patientinnen und Patienten nach der Erstversorgung eine weiterführende akutmedizinische Behandlung benötigen.

Die Entscheidung ist deshalb kein Rückzug aus der Versorgung. Sie ist eine Neuordnung: Senftenberg wird der starke Akut- und Notfallstandort. Lauchhammer wird als wichtiger Gesundheitsstandort mit eigener medizinischer Profilierung weiterentwickelt.

Eine Ärztin untersucht einen Patienten mit einem Stetoskop.

Brandenburg: Versorgung in der Fläche sichern

Brandenburg betont im Zusammenhang mit der Krankenhausreform, dass die gesundheitliche Versorgung vor Ort gesichert bleiben soll. Gleichzeitig wird der neue Krankenhausplan die Leistungsgruppen und Qualitätsanforderungen des Bundes mit der regionalen Versorgungsrealität verbinden müssen.

Für die Notfallversorgung bedeutet das: Qualität und Erreichbarkeit dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Eine leistungsfähige Notfallversorgung braucht Personal, Technik, Diagnostik, klare Abläufe und verlässliche Anschlussstrukturen. Sie braucht aber auch regionale Planung, damit Menschen nicht erst dann Sicherheit spüren, wenn sie weit fahren mussten.

Wie dieser Eckpfeiler mit den anderen zusammenhängt

Notfallversorgung steht nie für sich allein. Sie funktioniert nur, wenn im Hintergrund starke medizinische Strukturen vorhanden sind. Deshalb ist die Neuordnung medizinischer Leistungen für die Notfallversorgung besonders wichtig. Leistungsgruppen entscheiden künftig mit darüber, welche Fachkompetenz, Diagnostik und Anschlussbehandlung an einem Standort verfügbar sind.

Auch die Änderung der Finanzierung spielt eine zentrale Rolle. Notaufnahmen, Intensivkapazitäten, OP-Bereitschaft, Diagnostik und ärztliche Präsenz müssen rund um die Uhr vorgehalten werden. Diese Strukturen sind unverzichtbar, auch wenn sie nicht jeden Tag gleich stark ausgelastet sind. Die Vorhaltevergütung soll solche Versorgungsbereitschaft künftig besser berücksichtigen.

Eng verbunden ist die Notfallversorgung außerdem mit der ambulanten Versorgung. Viele Menschen suchen mit akuten Beschwerden direkt die Notaufnahme auf. Künftig wird es noch wichtiger, Patientinnen und Patienten schnell in die richtige Versorgung zu steuern: stationär, ambulant, tagesklinisch oder in die weitere fachärztliche Behandlung.

Für die Sana Kliniken Niederlausitz heißt das: Notfallversorgung ist der Eingang in ein vernetztes Versorgungssystem. Entscheidend ist, dass Menschen im Ernstfall nicht nur schnell Hilfe bekommen, sondern auch direkt in den passenden Behandlungsweg gelangen.

Unser Ziel

Wir wollen Notfallversorgung in der Niederlausitz klar, stark und verlässlich organisieren. Patientinnen und Patienten sollen im akuten Fall schnell dort ankommen, wo sie medizinisch richtig sind. Mitarbeitende sollen mit klaren Strukturen arbeiten können. Und die Region soll wissen: Im Ernstfall ist Versorgung da.

Die Krankenhausreform gibt dafür neue Rahmenbedingungen vor. Wir nutzen sie, um Notfallversorgung nicht nur zu erhalten, sondern weiterzuentwickeln.

Quellen und Einordnung
Dieser Text bezieht sich auf die Informationen des Bundesgesundheitsministeriums zur Reform der Notfallversorgung, insbesondere zu Integrierten Notfallzentren, Ersteinschätzung und besserer Patientensteuerung. Für die Einordnung in Brandenburg sind die Krankenhausplanung des Landes Brandenburg, das Brandenburgische Krankenhausentwicklungsgesetz und die Informationen des Brandenburger Gesundheitsministeriums zur Umsetzung der Krankenhausreform maßgeblich.