Sana Klinikum BiberachRegionale Stroke Unit

Ausgezeichnete Schlaganfallhilfe - für ihre hohe Behandlungsqualität ist die Spezialabteilung im Oktober 2016 von der Deutschen Schlaganfall Gesellschaft (DSG) als „Regionale Stroke Unit“ zertifiziert worden. Damit nimmt die Station in Bezug auf die Zügigkeit bei der Schlaganfallbehandlung landesweit einen Spitzenplatz ein. Die Zahl der Schlaganfallpatienten, die in der Stroke Unit des Sana Klinikums Biberach behandelt werden, steigt kontinuierlich an. Wurden 2013 im Jahr noch 337 Patienten mit einem Schlaganfall in das Klinikum eingeliefert, waren es 2016 bereits 620. Gleichzeitig hat sich die sogenannte Eingriffszeit verbessert. Bei 42,2 Prozent der Patienten konnte innerhalb der ersten halben Stunde nach Eintreffen in der Klinik mit einer Lysetherapie begonnen werden, mit der verschlossene Blutgefäße im Gehirn mithilfe von Medikamenten wieder geöffnet werden. Landesweit erhalten nur 34,7 Prozent der Patienten innerhalb der ersten 30 Minuten eine entsprechende Therapie.

Was ist ein Schlaganfall?

Bei einem Schlaganfall handelt es sich um eine plötzlich auftretende Durchblutungsstörung bestimmter Gehirnabschnitte. Unterschieden werden Gefäßverstopfungen (unblutiger Schlaganfall) von Gefäßzerreißungen (blutiger Schlaganfall). Leider ist die Erkrankung sehr häufig: Jährlich erleiden in Deutschland mindestens 150.000 Menschen einen Schlaganfall und nahezu 1 Million Patienten leben mit dessen Folgen.

Unser Konzept - schnelle Hilfe wohnortnah

Ähnlich wie beim Herzinfarkt geht es auch beim Schlaganfall um einen Wettlauf gegen die Zeit. Bei typischen Symptomen sollten Sie unverzüglich den Notarzt alarmieren.

  • Lähmungserscheinungen
  • Sprach-, Schluckstörungen
  • plötzliche Sehstörungen
  • Koordinationsschwierigkeiten

Im Sana Klinikum Biberach werden unsere Patienten von einem eingespielten Team verschiedener Fachrichtungen zügig durch die Stationen der Diagnostik begleitet. Dafür hat sich ein vielfach erprobter, den aktuellen Richtlinien entsprechender Ablauf mit kurzen Wegen bewährt. Wir tragen dabei sowohl dem Gebot ärztlicher Gründlichkeit, als auch der Notwendigkeit zu raschem Handeln Rechnung.

Die Notaufnahme

Die Notärzte und das Rettungspersonal nutzen diesen Ort Tag und Nacht als erste Anlaufstation. Hier findet die Erstuntersuchung sowie die Erhebung der Krankengeschichte statt und die ersten therapeutischen Schritte werden eingeleitet. Außerdem fällt die Entscheidung, ob der Patient hier bleibt oder – in seltenen Fällen – sofort in eine andere Klinik verlegt wird. Dafür sind wir durch Kooperationen mit umliegenden Zentren in Ulm und Ravensburg bestens gerüstet.

Die Röntgenabteilung

Unmittelbar neben der Notaufnahme befindet sich die Computertomografie (CT) des radiologischen Instituts. Dieses Verfahren steht unseren Patienten täglich rund um die Uhr zur Verfügung. Die rasche Bildgebung ist unerlässlich, um zwischen einem blutigen und unblutigen Schlaganfall unterscheiden zu können. Ist eine Operation notwendig? Modernste Technik macht es möglich, die Bilder des Gehirns jederzeit minutenschnell in die neurochirurgische Klinik zu versenden und auszuwerten.

Das Diagnostik-Zentrum

Hier stehen weitere bildgebende Verfahren zur Verfügung, um die Ursache des Schlaganfalls zu finden. Insbesondere die Ultraschalluntersuchung der hirnversorgenden Schlagadern ist entscheidend. Damit werden die Engstellen erkannt, die ggf. von den Ärzten unserer Gefäßchirurgie sofort operiert werden. Auch nach der Aufnahme unserer Patienten in die Schlaganfall-Einheit kann die Diagnostik weitergehen z. B. mit dem Verfahren der Kernspintomografie (MRT). Alle Möglichkeiten der technischen Patientenüberwachung und eine angepasste Raumausstattung, insbesondere in Hinblick auf Betten, Tische und Stühle sowie auf die sanitäre Einrichtung sind gegeben.

Experten-Team

Das Besondere an dieser Station begründet sich in der engen, interdisziplinären Zusammenarbeit des speziell ausgebildeten Teams:

  • Fachärzte für Neurologie
  • Fachärzte für Innere Medizin
  • Fachärzte für Herz- und Gefäßkrankheiten
  • Pflegepersonal mit ganz besonderen Kenntnissen in der Betreuung von Schlaganfall-Patienten
  • Fachkräfte der Krankengymnastik, Ergotherapie und Logopädie (Sprach- und Schlucktherapeuten) ermöglichen eine frühzeitige Therapie

Patienten, die eine intensivmedizinische Behandlung benötigen, können auf der interdisziplinären Intensivstation optimal versorgt werden. Die indikationsübergreifende Zusammenarbeit mit den Experten der Kardiologie, der Gefäßchirurgie sowie der Gastroenterologie bei auftretenden Schluckstörungen runden das Behandlungskonzept ab. Das Team arbeitet diagnostisch, überwachend, aktivierend, pflegerisch und rehabilitativ. Unterstützend klären Sozialarbeiterinnen sozialmedizinische Fragen und kümmern sich vor allem um geeignete Rehabilitationsplätze. Die enge Zusammenarbeit wird auch in der täglich gemeinsamen Visite deutlich. Durch unsere interdisziplinäre Arbeitsweise schaffen wir kurze Wege, verhindern oft Komplikationen und bilden Funktionseinschränkungen möglichst weit zurück.

Reha, Schulung, Selbsthilfe, Sport

In aller Regel schließt sich dem Aufenthalt in der Schlaganfall-Einheit eine Rehabilitation an. Sie kann entweder in der Klinik für Geriatrische Rehabilitation hier im Hause, in der Schlossklinik Bad Buchau oder in einer anderen Klinik stattfinden. Es ist uns ein besonderes Anliegen, dass die Rehabilitation beim Schlaganfall bereits in der Akutklinik beginnt und fassen Sie als einen fortwährenden Prozess auf.

Wir sind uns bewusst, dass ein Schlaganfall ein lebensveränderndes Schicksal für den Patienten und seine Angehörigen bedeutet. Eine Begleitung über den Klinikaufenthalt hinaus ist daher für viele wertvoll und wichtig. Die Treffen der Schlaganfall-Selbsthilfe-Gruppe können helfen, einen Weg zurück in den Alltag zu finden. Das TG Angebot “Sport nach Schlaganfall” fördert die Beweglichkeit, sorgt für Lebensfreude und ein gutes Körpergefühl.

Ansprechpartner

  • Regionale Stroke Unit, Chefarzt Privatdozent Dr. Michael Sabolek, 07351 55-1220
  • Gefäßchirurgie, 07351 55-1200
  • Sozialer Beratungsdienst, 07351 55-1326
  • Geriatrische Rehabilitation, Dr. Christian Appel, 07351 55-1460
  • Selbsthilfegruppe, Cornelia Mayer 07392 2369, Gerd Seifried 07356 873