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Risiken zu hoher oder zu niedriger Blutdruckwerte

Hitze bringt das Blut in Wallung

Sommer, Sonne, Sonnenschein – Was bei den meisten Menschen für gute Laune sorgt, treibt vielen Patienten, die Probleme mit dem Blutdruck haben, den (kalten) Schweiß auf die Stirn. Hohe Temperaturen sorgen oft dafür, dass die Blutdruckwerte entgleisen und Unwohlsein auftritt. PD Dr. Veit Gülberg, Chefarzt der Inneren Medizin an den Sana Kliniken des Landkreises Cham, erklärt, warum hohe oder zu niedrige Blutdruckwerte schnell zur Gefahr werden können.

Wie wirkt sich die Hitze auf den Blutdruck aus?

Viele Menschen meinen fälschlicherweise, dass mit steigenden Temperaturen auch die Blutdruck-Werte steigen. Aber das Gegenteil ist der Fall. Durch die warmen Temperaturen weiten sich die Blutgefäße und der Blutdruck sinkt. Bei manchen Patienten muss die Medikation dahingehend angepasst werden, was immer in Absprache mit dem Arzt geschehen sollte.

Wie äußern sich niedrige Blutdruckwerte im schlechtesten Fall?

Von niedrigem Blutdruck (Hypotonie) spricht man bei Blutdruckwerten von unter 100 zu 60 mmHg. Meist entstehen dadurch keine ernsteren Probleme, doch können Schwindel, Müdigkeit, Kreislaufprobleme und das bekannte Sternchen-Sehen auftreten. Gefährlich wird es jedoch bei Schwangeren und betagten Patienten, da hier die Versorgung des Kindes beziehungsweise lebenswichtiger Organe gefährdet werden kann. Für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck ist ein schneller Temperaturanstieg um mehr als fünf Grad riskant: die Herzinfarktgefahr steigt um rund 60 Prozent, weil durch die plötzliche Hitze Herzrhythmusstörungen drohen.

Was ist dann zu tun beziehungsweise wie kann an heißen Tagen vorgebeugt werden?

Wichtig ist, seinen Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren sowie eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme. Trinken Sie viel, am besten Wasser! Tragen Sie lockere Kleidung und halten Sie sich in kühlen Räumen auf. Und machen Sie es – wenn möglich – wie die Südländer: Halten Sie Siesta. Hilft dies alles nichts, gehen Sie unbedingt zu Ihrem Arzt.

Heißt das, im Winter lebt es sich mit Blutdruckproblemen gesünder?

Im Winter können Sie das bisher Gesagte einfach umkehren. Was bedeutet, dass sich bei Kälte die Blutgefäße in der Haut und anderen Körperregionen zusammenziehen und somit ihren Querschnitt verkleinern. Dies gilt unter Umständen auch für die Herzkranzgefäße, wodurch die Sauerstoffversorgung des Herzens leidet. Durch die Engstellung der Gefäße muss das Herz gegen einen erhöhten Widerstand pumpen, was den Blutdruck ansteigen lässt. Auch in diesem Fall drohen Herzinfarkt und Schlaganfall. Deshalb gilt zu jeder Jahreszeit: Behalten Sie Ihre Blutdruckwerte im Blick und ziehen Sie im Bedarfsfall Ihren behandelnden Arzt zu Rate!

Kontakt

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PD Dr. Veit Gülberg

Chefarzt Innere Medizin, Sana Kliniken des Landkreises Cham, Krankenhaus Cham

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