30 Jahre Geriatrie-Tagesklinik: Angebot ist nach wie vor wichtig für die patientenzentrierte Versorgung
- Gründung der Geriatrie-Tagesklinik in Wedau am 10. Oktober 1994
- Angebot ist wichtige Ergänzung in der Versorgung älterer Patient*innen – insbesondere mit Blick auf die bevorstehende demographische Entwicklung
- In den vergangenen 30 Jahren wurden hier über 10.000 Patient*innen behandelt
- Bernhard Lischka, aktuell Patient, schildert seine Sicht
Wenn man Bernhard Lischka sieht, ist es schwer vorstellbar, dass er bis vor kurzem gar nicht mehr laufen und seine Wohnung acht Wochen lang nicht verlassen konnte. Agil läuft er mit seinem Rollator durch die Geriatrie-Tagesklinik der Sana Kliniken Duisburg. An manch engerer Stelle lässt er diesen sogar stehen und bewegt sich ohne fort. „Der Gehstock ist schon bestellt“, freut sich der 75-jährige Rentner. Er ist überzeugt davon, dass sein Aufenthalt in der Tagesklinik der Grund für seinen deutlich verbesserten Gesundheitszustand ist: „Seit anderthalb Wochen bin ich hier – übrigens zum zweiten Mal. Vor ein paar Jahren war ich nach einem Herzinfarkt schon mal Patient. Damals wie heute kann ich sagen, dass mir die Behandlung sehr hilft. Die Fortschritte sind großartig.“ Der Fokus bei den therapeutischen Angeboten liegt darauf, die Betroffenen wieder fit für den Alltag zu machen. So werden unterschiedliche Aktivitäten vor Ort geübt, unter anderem in einer eigenen Therapieküche. Selbständigkeit und Teilhabe stehen im Mittelpunkt.
Weitere anderthalb Wochen liegen noch vor Bernhard Lischka, bei dem vor kurzem Parkinson diagnostiziert wurde. Es folgte ein stationärer Aufenthalt, an den sich nun drei Wochen Tagesklinik anschließen. Ein wichtiger Punkt: Der Besuch der Tagesklinik habe ihm – auch dank der Ergo- und Physiotherapeut*innen – sehr deutlich vor Augen geführt, dass er mehr Bewegung in seinen Alltag einbauen müsse. „Wie soll ich denn sonst für meine drei Enkel fit bleiben?“
Dr. Wolfrid Schröer, Chefarzt der Geriatrie in den Sana Kliniken Duisburg, schmunzelt, wenn er sieht, wie motiviert und fit Bernhard Lakisch wieder ist. „Aber tatsächlich machen wir diese Erfahrung sehr oft“, verrät er. „Man merkt die intensive Behandlung sehr schnell an unseren Patientinnen und Patienten.“ Der Mediziner betont, dass das Zusammenspiel aus Therapie und medizinischen Angeboten hier entscheidend sei. „Leider werden die Effektivität und der Wert, den die teilstationäre Behandlung auf und für Betroffene hat, häufig unterschätzt.“ Dass diese einen Großteil ihrer Zeit in ihrem häuslichen Umfeld verbringen könnten, sei für die Verbesserung der Gesundheit genauso entscheidend wie die Medizin und Therapieangebote in der Tagesklinik: „Hier herrscht keine krankenhaustypische Atmosphäre, insofern sinkt auch die Hemmschwelle. Es findet eine soziale Interaktion unter den Patientinnen und Patienten statt – sie sind Leidensgefährten, geben sich Halt und Tipps.“ Auch dies habe einen positiven Einfluss auf die Behandlung.
Behandlung in einer Tagesklinik kann Krankenhausaufenthalte vermeiden
Das Durchschnittsalter der 20 Männer und Frauen, die montags bis freitags von etwa 8.30 bis 14.00 Uhr in der Geriatrie-Tagesklinik sind, liegt bei 80 Jahren – ab 70 ist eine Behandlung möglich. Sie alle haben unterschiedliche Diagnosen. Manche leiden an Parkinson oder anderen neurologischen Erkrankungen, andere haben vor kurzem einen Gelenkersatz erhalten, wieder andere hatten einen Schlaganfall oder sind chronische Schmerzpatient*innen. „Manche von ihnen sehen wir regelmäßig“, erklärt Dr. Schröer. „Zum Beispiel dann, wenn sich der Gesundheitszustand nach einem Sturz akut verschlechtert hat oder aber sie medikamentös neu eingestellt werden.“ In so manchem Fall könne durch die engmaschige Betreuung und Beobachtung sogar ein stationärer Klinikaufenthalt vermieden werden.
Auch aus diesem Grund sei die teilstationäre Behandlung nach wie vor ein elementarer Baustein in der patientenzentrieten Versorgung von älteren Patient*innen – daran habe sich seit der Eröffnung der Tagesklinik in Wedau vor 30 Jahren nichts geändert. „Im Gegenteil“, betont Dr. Schröer, der seit 21 Jahren in den Sana Kliniken Duisburg die Abteilung für Altersmedizin leitet. „Man ist damals zu der Erkenntnis gekommen, dass ältere Menschen eine längere Betreuung benötigen. Und auch, wenn sich bei der Behandlung und Diagnostik in den vergangenen drei Jahrzehnten einiges getan hat, so hat sich an der zeitlichen Einschätzung nichts geändert. Und wenn man bedenkt, dass wir inzwischen die einzige Tagesklinik im Bereich Geriatrie in Duisburg sind, kann ich nicht genug betonen, wie wichtig unsere Arbeit für die Betroffenen ist.“
Patient*innen werden übrigens direkt von einem Krankenhaus oder niedergelassenen Ärzt*innen in die Tagesklinik eingewiesen. Die durchschnittlich Wartezeit auf einen Behandlungsplatz beträgt zwischen einer und vier Wochen. Kosten fallen für die Betroffenen nicht an: „Sie werden von einem Transportdienst von zu Hause abgeholt und wieder zurückgefahren. Auch für Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, ist das möglich. Die Kosten hierfür tragen wir, die Krankenkassen übernehmen den Aufenthalt.“ Die Verpflegung ist ebenfalls inklusive. „Und die ist richtig gut,“ ergänzt Bernhard Lischka.
Über die Sana Kliniken Duisburg
Die Sana Kliniken Duisburg sind ein Krankenhaus der Maximalversorgung und Lehrkrankenhaus der Universität Duisburg-Essen und behandeln jährlich zirka 22.000 stationäre Patientinnen und Patienten. Weitere rund 60.000 Patienten werden ambulant versorgt. Das Klinikum verfügt über 17 Fachabteilungen, drei Institute und ein angeschlossenes Ärztezentrum sowie 550 Betten und beschäftigt 1.600 Mitarbeitende. Träger ist zu 99 Prozent die Sana Kliniken AG und zu einem Prozent die Stadt Duisburg.
Über die Sana Kliniken AG
Die Sana Kliniken AG ist ein führender integrierter Gesundheitsdienstleister im deutschsprachigen Raum. Die ganzheitliche Gesundheitsversorgung für jährlich drei Millionen Patientinnen und Patienten erstreckt sich von Präventionsangeboten über die ambulante und stationäre Versorgung bis hin zu Nachsorge, Rehabilitation und Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln. Diese Leistungen werden bundesweit in 43 Krankenhäusern, 51 MVZ-Gesellschaften mit knapp 600 Arztsitzen sowie zusammen rund 60 Sanitätshäusern und Präventionspraxen erbracht. Darüber hinaus bietet Sana als B2B-Services auch Dienstleistungen und Beratung für externe Kliniken unter anderem in den Bereichen Einkauf, Logistik, Medizintechnik sowie Managementverträge an. 2023 erwirtschafteten die rund 38.600 Beschäftigten (Stand Dezember 2023) einen Umsatz von 3,3 Milliarden Euro. Eigentümer der 1976 gegründeten Sana Kliniken AG sind 24 Private Krankenversicherungen.