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Auswirkungen von Adipositas auf Fruchtbarkeit und Schwangerschaft
Krankhafte Fettleibigkeit, Adipositas, hat nicht nur Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem und den Bewegungsapparat. Starkes Übergewicht kann auch zu hormonellen Störungen führen. Adipöse Frauen können dadurch einen sehr unregelmäßigen Zyklus und variablen Eisprung haben. Eine Gewichtsreduktion wirkt sich oft positiv auf die Fruchtbarkeit aus.
Professor Markus Schmidt, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe und Chefarzt der Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Sana Kliniken Duisburg, ist verantwortlicher Koordinator und einer der Autoren der S3-Leitlinie „Adipositas und Schwangerschaft“. Adipösen Frauen mit Kinderwunsch rät der Mediziner zu einer Veränderung des Lebensstils: „Frauen mit starkem Übergewicht müssen zuerst ihre Verhaltensweisen ändern. Bewegung spielt dabei eine genauso große Rolle wie die gesunde Ernährung. Wenn konservative Maßnahmen über einen längeren Zeitraum nicht zum Erfolg führen, kann es ratsam sein, sich von einem Facharzt oder einer Fachärztin für Adipositas-Chirurgie beraten zu lassen.“
Schwangerschaft direkt nach bariatrischen Eingriffen vermeiden
Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass eine Schwangerschaft direkt nach bariatrischen Eingriffen, zum Beispiel einer Magenverkleinerung, vermieden werden sollte. Experten empfehlen daher eine Empfängnisverhütung über einen Zeitraum von zwei Jahren nach dem Eingriff, da sich durch die Gewichtsabnahme nach der Operation meist auch die Fruchtbarkeit wieder erhöht und manche Frauen dann schneller schwanger werden, als ihnen lieb ist. Eine überraschende Schwangerschaft kann auch nach Einnahme von Abnehmpillen eintreten – das ist vielen Frauen nicht bewusst.
Schwangerschaftskomplikationen durch Adipositas
Da Adipositas häufig mit chronischen Begleiterkrankungen und der Einnahme von Medikamenten einhergeht, ist auch das Risiko für Komplikationen in der Schwangerschaft höher als bei normalgewichtigen Frauen. Vor einer Schwangerschaft sollten adipöse Frauen daher ihren Medikamentenplan mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin besprechen und gegebenenfalls anpassen lassen.
Adipositas ist ein Risikofaktor für das Auftreten einer Präeklampsie. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, die nur in der Schwangerschaft oder im Wochenbett auftritt und mit einem erhöhten Blutdruck sowie Schädigungen der Niere oder der Leber einhergeht. Dadurch kommt es zu einer vermehrten Ausscheidung von Eiweiß über den Urin oder zu erhöhten Leberwerten. Markus Schmidt erklärt: „Bei einem Body-Mass-Index (BMI) von mehr als 30 ist das Risiko für eine Präeklampsie um das Drei- bis Fünffache erhöht. Hier spielt die Früherkennung eine wichtige Rolle. In vielen Fällen kann auch eine vorbeugende Behandlung mit Aspirin sinnvoll sein. Ob diese Therapie im Einzelfall der richtige Weg ist, entscheidet der Arzt oder die Ärztin.“
Darüber hinaus haben schwangere Frauen mit Übergewicht ein höheres Risiko für Schwangerschaftsdiabetes, sogenannten Gestationsdiabetes. Daher ist es wichtig, dies schon frühzeitig in der Schwangerschaft klären zu lassen und eine Behandlung einzuleiten. Auch das Risiko für Probleme in der späten Phase der Schwangerschaft und Frühgeburten ist bei krankhafter Fettleibigkeit erhöht. „Bei einem BMI von 40 oder mehr sollten ab der 36. Schwangerschaftswoche wöchentliche Kontrollen erfolgen, um sich anbahnende Probleme so schnell wie möglich zu identifizieren und die Behandlung einzuleiten“, erklärt der Facharzt.
Bewegung und Ernährung in der Schwangerschaft
Aufgrund des höheren Risikos für verschiedene Komplikationen sind viele Frauen der Meinung, dass Bewegung ihnen oder ihrem ungeborenen Kind möglicherweise schaden könnte. Doch das Gegenteil ist der Fall. Experten empfehlen regelmäßige körperliche Aktivität in der Schwangerschaft und raten darüber hinaus dazu, den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zu folgen.
Mehr Informationen zur Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Sana Kliniken Duisburg finden Sie hier.
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Anfang des Jahres stellte eine internationale Expertenkommission einen neuen, nuancierten Ansatz zur Diagnose der Adipositas vor. Mehr dazu lesen sie hier.
(Verlinkung auf TD mit Dr. Weiner, der noch in Arbeit ist)