Brustkrebs: Individuelle Beratung und Therapieoptionen
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Jedes Jahr kommen rund 70.000 neue Fälle hinzu. Über die gesamte Lebenszeit betrachtet sind 130 von 1.000 Frauen und einer von 1.000 Männern von Brustkrebs betroffen. Die Therapie richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung.
Zum Brustkrebsmonat Oktober klärt das Experten-Team des Brustzentrums am Lausitzer Seenland Klinikum zu aktualisierten Empfehlungen zur Früherkennung und Therapiemöglichkeiten auf. Fachschwester für Onkologie Petra Wilde betreut als Brustschwester krebskranke Frauen rund um die Therapie und weiß aus ihrer täglichen Erfahrung, wie wichtig Früherkennung, individuelle Beratung und die Wahl der passenden Therapieoption sind. Nach Angaben des Zentrums für Krebsregisterdaten ZfKD sind 17 Prozent der betroffenen Frauen jünger als 50 Jahre. 40 Prozent der Patientinnen sind älter als 70 Jahre. Grundsätzlich hängt die Behandlung von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel von der Tumorgröße und -lage sowie der Aggressivität. Zudem müssen Mediziner das Alter und den Gesundheitszustand der Patienten sowie individuelle Wünsche und Ziele berücksichtigen.
Genetische Veranlagung und Alter haben den größten Einfluss
Die eine Ursache von Brustkrebs gibt es nicht. Es sind aber verschiedene Einflussfaktoren bekannt, die zu einem erhöhten Risiko beitragen können. Dazu gehören eine vererbte Veranlagung, Alter, Vorerkrankungen und hormonelle Faktoren. Der Lebensstil kann sich sowohl positiv als auch negativ auswirken. Körperlich aktive Frauen haben zum Beispiel ein etwas niedrigeres Brustkrebsrisiko. Frauen, die viel Alkohol trinken, bekommen hingegen häufiger Brustkrebs. Insgesamt betrachtet, spielt der Lebensstil für die Entstehung von Brustkrebs nach aktuellem Kenntnisstand jedoch eine untergeordnete Rolle.
Aktualisierte Screening-Empfehlungen
Seit Juli 2024 ist das Mammographie-Screening-Programm ausgeweitet. Bisher konnte jede Frau zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre ein Screening durchführen lassen. Mit den neuen Regelungen sind nun auch Frauen zwischen 70 und 75 Jahren teilnahmeberechtigt.
Brustschwester Petra kann aus Erfahrung berichten: „das Mammographie-Screening ist für die frühestmögliche Erkennung von Brustkrebs ein wichtiger Baustein. Aber, die Mammographie kann nicht die Entstehung von Brustkrebs verhindern. Und ein auffälliger Befund bedeutet noch lange nicht, dass Brustkrebs vorliegt. Ganz wichtig ist es daher, die Vor- und Nachteile des Screenings individuell abzuwägen.“ Der Gemeinsame Bundesausschuss stellt zum Mammographie-Screening eine Entscheidungshilfe für Frauen zwischen 50 und 75 Jahren zur Verfügung. Im Lausitzer Seenland Klinikum können sich Frauen aber gern an Brustschwester Petra wenden.
Behandlungsoptionen
Wenn Brustkrebs früh erkannt wird, sind die Heilungschancen in der Regel sehr gut. Bei etwa 80 bis 85 Prozent der betroffenen Frauen ist eine brusterhaltende Operation möglich. Der Tumor und die so genannten Wächterlymphknoten werden entfernt und die Brust danach bestrahlt. Oft schließen sich auch eine antihormonelle und eventuell eine Chemotherapie an.
„Ist der Brustkrebs weiter fortgeschritten, kann eine komplette Entfernung der Brustdrüse, eine subkutane Mastektomie, notwendig sein. Während der Operation wird dabei gleich der Wiederaufbau der Brust mit einem Silikonimplantat durchgeführt. Auch die Entfernung der gesamten Brust kann notwendig sein. Dann wird die Frau nach der Operation mit einer Silikonepithese, die im Epithesen-BH fixiert wird, versorgt“, sagt Fachschwester Petra. „Die betroffenen Frauen brauchen eine ganzheitliche und persönliche Betreuung aus einer Hand und die bekommen sie bei uns“, fügt sie an.
Empfehlungen für Männer
Männer sind sehr selten von Brustkrebs betroffen. Für sie gibt es daher keine geregelten Früherkennungsprogramme. Bei Auffälligkeiten sollten Männer eine ärztliche Untersuchung durchführen lassen. Das Lausitzer Seenland Klinikum bietet auch Beratung für Männer an.
Kontakt:
Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe
Petra Wilde
Fachschwester für Onkologie / Brustschwester
Telefon: 03571 44-2886
Über das Lausitzer Seenland Klinikum
Das Lausitzer Seenland Klinikum als Krankenhaus der Schwerpunktversorgung gliedert sich in 14 Fachabteilungen und 3 Institute. Es ist eingestuft als Unfallkrankenhaus und verfügt über einen eigenen Hubschrauberlandeplatz. Seit 2002 ist das Klinikum Akademisches Lehrkrankenhaus der Technischen Universität Dresden. Angeschlossen ist auch eine Medizinische Berufsfachschule mit 75 Ausbildungsplätzen. Insgesamt stehen unserem Haus 410 Planbetten zur Verfügung. Jährlich kommen über 17.000 Patienten zur stationären und rund 30.000 zur ambulanten Behandlung in unser Klinikum. Die durchschnittliche Verweildauer der Patienten über alle Kliniken betrug im Jahr 2022 5,4 Tage. Über 800 Mitarbeiter sind im Klinikum beschäftigt, über 1.000 Mitarbeiter im Konzern.
Über die Sana Kliniken AG
Die Sana Kliniken AG ist ein führender integrierter Gesundheitsdienstleister im deutschsprachigen Raum. Die ganzheitliche Gesundheitsversorgung für jährlich drei Millionen Patientinnen und Patienten erstreckt sich von Präventionsangeboten über die ambulante und stationäre Versorgung bis hin zu Nachsorge, Rehabilitation und Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln. Diese Leistungen werden bundesweit in 43 Krankenhäusern, 51 MVZ-Gesellschaften mit knapp 600 Arztsitzen sowie zusammen rund 60 Sanitätshäusern und Präventionspraxen erbracht. Darüber hinaus bietet Sana als B2B-Services auch Dienstleistungen und Beratung für externe Kliniken unter anderem in den Bereichen Einkauf, Logistik, Medizintechnik sowie Managementverträge an. 2023 erwirtschafteten die rund 38.600 Beschäftigten (Stand Dezember 2023) einen Umsatz von 3,3 Milliarden Euro. Eigentümer der 1976 gegründeten Sana Kliniken AG sind 24 Private Krankenversicherungen.