Offenbach,
31
März
2026
|
16:06
Europe/Amsterdam

Darmkrebsmonat März: Darmpolypen - wenn die Entfernung allein nicht reicht

Der Darmkrebsmonat März geht zu Ende – ein guter Zeitpunkt, um den Blick noch einmal gezielt auf eine der wichtigsten Maßnahmen im Kampf gegen diese häufige Krebserkrankung zu richten: die Vorsorge. Darmkrebs lässt sich durch frühzeitige Untersuchungen oft verhindern oder in einem sehr frühen Stadium erkennen und erfolgreich behandeln. Dennoch wird das Angebot zur Früherkennung weiterhin zu selten genutzt.

Die Darmspiegelung gilt als eine der wertvollsten Krebsvorsorgeuntersuchungen überhaupt. Sie kann das Risiko, an Darmkrebs zu sterben, deutlich senken. Bei der Darmspiegelung kann die Erkrankung nicht nur frühzeitig erkannt werden, sondern es lässt sich die Entstehung durch das Entfernen der Darmpolypen komplett verhindern. Diese Polypen können Vorstufen von Darmkrebs sein. Doch nicht immer ist es mit der Entfernung der Polypen allein getan, wie PD. Dr. med. Edris Wedi vom Sana Klinikum Offenbach mitteilt.  

Laut Studien wird bei etwa 30 bis 50 Prozent aller Vorsorge-Darmspiegelungen mindestens ein Polyp entdeckt, meist gleich entfernt und anschließend in die Pathologie zur Befundung geschickt. Wird dabei Gewebe eines sehr frühen Darmkrebses entdeckt, stellt sich die Frage, wie es nun weitergeht. „In einem Polypen können sich bereits Zellen eines frühen Karzinoms (pT-1) befinden“, so Dr. Wedi. „Wenn das der Fall ist, kann das Entfernen allein möglicherweise nicht ausreichen. Dann sollten in jedem Fall verschiedene weitere Risikofaktoren abgeklärt werden. Denn selbst in einem so frühen Stadium können bereits Lymphknotenmetastasen vorliegen.“

Gemäß der neuen S3-Leitlinie fließen heute eine Vielzahl von Faktoren in die Risikobeurteilung eines Polypen ein, was die pathologische Untersuchung wesentlich aufwendiger macht. „Bei der Beurteilung eines frühen Karzinoms ist nicht nur die Tiefe des Eindringens ausschlaggebend“, so Dr. Wedi. „Größe, Staging, also das Stadium der Ausbreitung, sowie das generelle Risikoprofil des Patienten bzw. der Patientin sind ebenso wichtig für das weitere Vorgehen. Rauchen erhöht ebenso das Risiko wie Darmkrebs in der näheren Verwandtschaft.“

Das weitere Polypen-Management hängt u.a. davon ab, welcher Darmabschnitt betroffen ist. „Wenn es um das Rektum geht, ist es in der Regel mit der endoskopischen Entfernung getan“, so Dr. Wedi. „An anderer Stelle im Darm muss man erst mal weiter schauen. Wenn keine Lymphknotenmetastasen vorliegen, genügen kurzfristige weitere Kontrollen. In der Regel findet die erste Kontrolle dann nach drei Monaten statt. Die Kontrollen sind abhängig von der Risikokonstellation und sehr genau auch in der Leitlinie so festgelegt.“  

Dank einer hochpräzisen pathologischen Diagnostik lässt sich das Risiko heute bei jedem entfernen Polypen individuell sehr genau einschätzen, wie der Experte sagt. Unnötige zusätzliche Eingriffe können damit vermieden werden. Dr. Wedi rät jedem eindringlich dazu, die Vorsorgemöglichkeit zu nutzen. Diese wird mittlerweile bereits ab 50 angeboten.

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PD Dr. Edris Wedi ist Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Gastrointestinale Onkologie und Interventionelle Endoskopie am Sana Klinikum Offenbach.

PD Dr. med. Edris Wedi ist Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Gastrointestinale Onkologie und Interventionelle Endoskopie am Sana Klinikum Offenbach. Seine Klinik bietet das gesamte Behandlungsspektrum der Gastroenterologie an.  Download und Copyright

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