Ehrenamt im Krankenhaus: Wie Patienten und „Grüne Damen“ voneinander profitieren
- Internationaler Tag des Ehrenamts (5.12.) soll darauf aufmerksam machen, dass freiwilliges Engagement entscheidend für den Zusammenhalt ist.
- Ehrenamt in Kliniken ist echter Mehrwert für Patienten und eine wichtige Ergänzung der pflegerischen, ärztlichen und therapeutischen Angebote.
- Derzeit engagieren sich acht Damen und ein Herr ehrenamtlich in den Sana Kliniken Duisburg – weitere Unterstützung ist herzlich willkommen.
- Gerda Pietsch gibt Einblick in ihre Arbeit als „Grüne Dame“.
Seit 25 Jahren besucht Gerda Pietsch regelmäßig die Sana Kliniken Duisburg. In ihrer Funktion als „Grüne Dame“ kümmert sie sich ehrenamtlich um die Belange der stationären Patient*innen. „Meist höre ich ihnen einfach zu, manchmal hole ich für sie etwas aus der Cafeteria und häufig helfe ich denen, die nicht aufstehen dürfen, dabei, ihre Brille, das Handy oder etwas anderes zu suchen“, erklärt die 85-jährige. Dies seien Dinge, für die Pflegekräfte im Arbeitsalltag leider selten Zeit hätten. Mit Beginn ihres Ruhestands war für die gelernte Verkäuferin klar, dass sie auch weiterhin mit Menschen zusammenarbeiten möchte – am liebsten bei einer sinnvollen Tätigkeit, mit der sie anderen helfen kann: „Ich bin heute wie damals neugierig auf Menschen, das Leben und interessiere mich für viele verschiedene Dinge. Und das Ehrenamt hält mich fit – körperlich und geistig.“
In der Regel kommen die „Grünen Damen und Herren“ einmal die Woche ins Krankenhaus. Von morgens bis zur Austeilung des Mittagessens besuchen sie dann die verschiedenen Stationen und bieten ihre Hilfe an. „Im Vorfeld stimmen wir mit unseren Ehrenamtlern ab, welcher Tag bei ihnen gut passt. Und wenn sie mal nicht können oder im Urlaub sind, ist das natürlich kein Problem“, betont Pastorin Dorothee König, die die Einsätze der „Grünen Damen und Herren“ koordiniert. „Alle setzen sich unentgeltlich ein. Da machen wir natürlich keine zeitlichen Vorgaben. Und freuen uns über jeden, der dabei ist.“
Starkes Gemeinschaftsgefühl unter den ehrenamtlich Tätigen
Ein paar Voraussetzungen gibt es, die Dorothee König wie folgt zusammenfasst: „Man sollte gerne mit Menschen zu tun haben, einfühlsam sein, zuhören und sich auf die Situation der Kranken einlassen können. Hier ist eine gewisse Lebenserfahrung hilfreich.“ Empathie, Achtsamkeit und Teamfähigkeit seien ebenfalls erforderlich. „Und man sollte sich ein wenig mit aktuellen Themen auskennen“, ergänzt Gerda Pietsch. „Das erleichtert oft den Gesprächseinstieg. Denn die meisten Patienten sehen wir nur einmal. Wir kennen uns also nicht.“
So manch lustige Situation habe sie in den vergangenen 25 Jahren erlebt und viel zurückbekommen. „Oft sind die Menschen einfach dankbar, dass wir ihnen zuhören. Einigen fällt es leichter, ihr Herz einer fremden Person auszuschütten. Und andere sind glücklich, wenn sie uns erzählen können, dass es aufwärts geht oder sie bald nach Hause dürfen.“ Aber natürlich gebe es immer mal wieder auch belastende Situationen, mit denen man umgehen muss. „Da war dieser Mann, der versucht hat, sich das Leben zu nehmen, weil es in seiner Familie so viele Streitigkeiten gab. Da musste ich schon erstmal schlucken.“ Dinge, die sie nicht loslassen, bespricht sie mit ihren Kolleg*innen. Die meisten sind wie sie schon Jahre oder Jahrzehnte ehrenamtlich in den Sana Kliniken Duisburg tätig. Aber in den letzten Jahren sind auch immer wieder neue Ehrenamtliche dazu gekommen. „Es gibt ein starkes Gemeinschaftsgefühl untereinander“, freut sich Dorothee König. „Man tauscht sich aus, gibt sich auch mal private Tipps, losgelöst von der Arbeit im Krankenhaus. Und neue Mitstreitende werden jederzeit mit offenen Armen aufgenommen und sind schnell ein Teil des Teams.“
Das bestätigt auch Gerda Pietsch, die selbst schweren Herzens zum Ende des Jahres ihre ehrenamtliche Tätigkeit einstellt: „Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge! Ich bin sehr dankbar für meine Zeit bei den ‚Grünen Damen‘, aber ich höre und sehe immer schlechter. Daher kann ich nicht mehr so für Patienten da sein, wie ich es möchte.“ Dennoch werde sie auch in Zukunft immer mal wieder zu Besuch kommen. Vor Langeweile hat sie aber auch in Zukunft keine Angst: „Meine Neugier ist noch immer groß. Ich habe letztens einen Bericht über Leipzig gesehen. Das sah interessant aus und da war ich noch nicht.“ Das wird sich im kommenden Jahr ändern, denn die Reise ist bereits gebucht. Ihren Mitstreiter*innen wünscht Gerda Pietsch weiterhin viel Spaß bei ihrer Aufgabe und hofft auf neue Unterstützung: „Ich kann das Ehrenamt nur empfehlen! Einfach mal zum Kennenlernen vorbeikommen und hospitieren. Die Patienten freuen sich – und man selbst nimmt viel mit.“
Lust, sich ehrenamtlich in den Sana Kliniken Duisburg zu engagieren? Wenden Sie sich gerne per E-Mail direkt an Pastorin Dorothee König: dorothee.koenig@sana.de. Nach einem persönlichen Kennenlernen erfolgt bei Interesse eine Hospitationsphase, bei der Sie von erfahrenen „Grünen Damen und Herren“ so lange begleitet werden, bis Sie sich bereit fühlen, alleine auf die Patienten zuzugehen.
“Grüne Dame” Gerda Pietsch und Pastorin Dorothee König informieren über das Ehrenamt in den Sana Kliniken Duisburg.
Über die Sana Kliniken Duisburg
Die Sana Kliniken Duisburg sind ein Krankenhaus der Maximalversorgung und Lehrkrankenhaus der Universität Duisburg-Essen und behandeln jährlich zirka 22.000 stationäre Patientinnen und Patienten. Weitere rund 60.000 Patienten werden ambulant versorgt. Das Klinikum verfügt über 17 Fachabteilungen, drei Institute und ein angeschlossenes Ärztezentrum sowie 550 Betten und beschäftigt 1.600 Mitarbeitende. Träger ist zu 99 Prozent die Sana Kliniken AG und zu einem Prozent die Stadt Duisburg.
Über die Sana Kliniken AG
Die Sana Kliniken AG ist ein führender integrierter Gesundheitsdienstleister im deutschsprachigen Raum. Die ganzheitliche Gesundheitsversorgung für jährlich drei Millionen Patientinnen und Patienten erstreckt sich von Präventionsangeboten über die ambulante und stationäre Versorgung bis hin zu Nachsorge, Rehabilitation und Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln. Diese Leistungen werden bundesweit in 43 Krankenhäusern, 51 MVZ-Gesellschaften mit knapp 600 Arztsitzen sowie zusammen rund 60 Sanitätshäusern und Präventionspraxen erbracht. Darüber hinaus bietet Sana als B2B-Services auch Dienstleistungen und Beratung für externe Kliniken unter anderem in den Bereichen Einkauf, Logistik, Medizintechnik sowie Managementverträge an. 2023 erwirtschafteten die rund 38.600 Beschäftigten (Stand Dezember 2023) einen Umsatz von 3,3 Milliarden Euro. Eigentümer der 1976 gegründeten Sana Kliniken AG sind 24 Private Krankenversicherungen.