Wismar,
31
Mai
2024
|
09:20
Europe/Amsterdam

Infoveranstaltung zur Gründung einer Selbsthilfegruppe Darmkrebs

Ein voller Erfolg - der Besprechungsraum "Ubena" im Sana HANSE-Klinikum Wismar war Rappel voll.

Die beiden Chefärzte Dr. med. René Keller (Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin) und PD Dr. med. habil. Hartmut Thomas (Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie) begrüßten alle Anwesenden, darunter Betroffene und ihre Angehörigen sowie Kristin Trimpe von KISS, Hartmut Voß von der ILCO Rostock und Jens Reimann als Betroffenen, zur Veranstaltung.

Dr. med. René KellerZunächst sprach Chefarzt Dr. med. René Keller ausführlich über die Vorsorge bei Darmkrebs, wie wichtig es sei, sich regelmäßig untersuchen zu lassen. Männer erhalten ab dem 50. Lebensjahr zwei Vorsorge-Darmspiegelungen und Frauen ab dem 55. Lebensjahr ebenfalls zwei; jeweils im Abstand von zehn Jahren. Die Koloskopie (Darmspiegelung) spielt die wichtigste Rolle bei der Früherkennung. Während der Untersuchung kann der behandelnde Arzt mit Hilfe eines Endoskops den gesamten Darm inklusive Mastdarm einsehen. 


"Das Wort ´Endoskop´ stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Es bedeutet so viel wie ´innen beobachten´, denn das Endoskop ist ein Gerät mit dem man das Innere von Organen und Hohlräumen betrachten kann. Bereits im 17. Jahrhundert wurden die ersten Endoskope entwickelt und seither stets weiterentwickelt." so Dr. Keller.

Weiter erläuterte Dr. Keller wie eine Darmspiegelung abläuft und das kleinere, gutartige Veränderungen schon während der Untersuchung entfernt werden. Anschließend stellte er die Ausstattung der Endoskopie-Abteilung und die sich noch in Planung befindliche, neue Endoskopie, vor.

PD Dr. med. habil. Hartmut ThomasChefarzt PD Dr. Hartmut Thomas stellte die drei häufigsten Krebserkrankungen bei Männern und Frauen vor, darunter auf Platz zwei bei den Frauen und auf Platz drei bei den Männern: Darmkrebs. Zu den Risikofaktoren zählen der Konsum von Alkohol und Tabakwaren, eine unausgewogene Ernährung sowie Bewegungsmangel und Übergewicht. 

Er klärte auch über die häufigsten Beschwerden/Symptome auf. Zu ihnen zählen Blut im Stuhl, Schmerzen und Krämpfe, Änderungen der Stuhlgewohnheiten, ebenso auch ungewollte Gewichtsabnahme sowie Blutarmut. "Wenn die Diagnose Darmkrebs gestellt wurde, ist immer eine Operation erforderlich. Bei dieser Operation werden die betroffenen Teile des Darmes und die Lymphknoten entfernt." so Chefarzt Dr. Thomas. "In einigen Fällen ist ein Stoma notwendig, seltener bei Dickdarmkrebs, dafür sehr häufig bei Mastdarmkrebs. Sobald der Schließmuskel infiltriert wurde ist ein Stoma nicht vermeidbar." Dr. Thomas weiter.

Eine Selbsthilfegruppe bietet den Betroffenen und deren Angehörigen einen Erfahrungs- und Informationsaustausch mit anderen Betroffenen. Vorranging werden Themen wie ´das Leben mit Stoma´ und ´das Leben mit Krebs´ besprochen. Die Leitung wird durch engagierte Betroffene übernommen. 

Dr. Hartmut Voß berichtete über die Arbeit der ILCO (Die Selbsthilfevereinigung für Stomaträger und Menschen mit Darmkrebs sowie deren Angehörige) und über die Arbeit der Selbsthilfegruppe in Rostock. So werden nicht nur Vorträge von Fachleuten organisiert, sondern auch gemeinsame Unternehmungen und Ausflüge.

Jens Reimann ist ebenfalls Mitglied der Selbsthilfegruppe der ILCO in Rostock und sprach über sein ganz persönliches Schicksal und sein Leben mit Krebs. 

Nach der Veranstaltung haben sich zwölf Betroffene bereit erklärt, in der Selbsthilfegruppe Darmkrebs mitzuwirken.

Die offizielle Gründung der Selbsthilfegruppe Darmkrebs findet am 13. Juni 2024 um 15 Uhr im Sana HANSE-Klinikum Wismar statt.

Über das Sana HANSE-Klinikum Wismar

Das Sana HANSE-Klinikum Wismar als Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Rostock zählt mit dreizehn medizinischen Fachabteilungen zu den großen Kliniken der Maximalversorgung in Mecklenburg-Vorpommern. Pro Jahr werden mehr als 40.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Der engagierte Einsatz der rund 1.000 Mitarbeitenden sowie eine komplexe Diagnoseeinheit sichern eine optimale medizinische Versorgung unserer Patienten.

Über die Sana Kliniken AG

Die Sana Kliniken AG ist ein führender integrierter Gesundheitsdienstleister im deutschsprachigen Raum. Die ganzheitliche Gesundheitsversorgung für jährlich drei Millionen Patientinnen und Patienten erstreckt sich von Präventionsangeboten über die ambulante und stationäre Versorgung bis hin zu Nachsorge, Rehabilitation und Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln. Diese Leistungen werden bundesweit in 43 Krankenhäusern, 51 MVZ-Gesellschaften mit knapp 600 Arztsitzen sowie zusammen rund 60 Sanitätshäusern und Präventionspraxen erbracht. Darüber hinaus bietet Sana als B2B-Services auch Dienstleistungen und Beratung für externe Kliniken unter anderem in den Bereichen Einkauf, Logistik, Medizintechnik sowie Managementverträge an. 2023 erwirtschafteten die rund 38.600 Beschäftigten (Stand Dezember 2023) einen Umsatz von 3,3 Milliarden Euro. Eigentümer der 1976 gegründeten Sana Kliniken AG sind 24 Private Krankenversicherungen.