Kemp zur Digitalisierung: Wenn nicht jetzt, wann dann?
Sana-Vorstand Stefanie Kemp, Chief Transformation Officer, beschreibt im Podcast Healthcare out of the box, wie Sana bei der Digitalisierung vorgeht, welche Projekte Priorität haben und welche Rolle Transparenz im Change hat.
Audiodatei wiedergeben
Tobias Krick interviewt im Podcast Healthcare out of the box Sana-Vorständin Stefanie Kemp, Chief Transformation Officer. Seine Top-Drei-Learnings:
"Learning Nummer eins. Und das ist: Bei Transformationen im Krankenhaus darf man auch gerne mal groß denken. Was meine ich damit? Die Sana-Kliniken machen mit ihrem Projekt, Impetus, einen mutigen, richtig großen ersten Schritt, auf den andere schauen und entweder klappt das Ganze, dann wird es ein Vorzeigeprojekt sein und es wird vielleicht auch übertragbar sein auf andere Klinikketten oder den Gesamtmarkt. Es wird entweder den Weg ebnen oder es scheitert grandios und dann werden natürlich wieder diejenigen kommen, die mit dem Finger zeigen und sagen: „Nein, das hat alles nicht geklappt und hättet ihr es mal gelassen, und die alles immer besser wissen. Aber es braucht einfach diese Institution, diese Menschen, die sagen: „Okay, ja, es könnte schiefgehen, aber wir gehen jetzt mal mutig voran. Und das finde ich großartig.
Und mein Learning Nummer zwei in dem Kontext bezieht sich auf dieses ganze Thema Prozesse. Ich fand das sehr interessant, dass Steffi gesagt hat, eine ihrer Hauptaufgaben ist es im Endeffekt erst mal gewesen, die ganzen Prozesse sich anzuschauen im Krankenhaus, die ganzen Stakeholder … Natürlich war die Kernerkenntnis: Die sind alle nicht einheitlich, logischerweise. Und dann dieses Bottom-up-Prinzip zu sagen: „Okay, wir definieren jetzt erst mal, wie sollten Maximalprozesse aussehen? Wie können wir die standardisieren? Wie können wir sie digitalisieren? Dieses ganze Thema Prozesse im Klinikum ist einfach unheimlich wichtig und darüber auch mal Transparenz zu schaffen und das Ganze dann zu standardisieren. Das wird uns in Zukunft weiterbringen oder es bleibt halt einfach weiter Wildwuchs. Man kann sich entscheiden, entweder diesen Weg gehen, den ich für sehr richtig halte, oder eben weiter so wie bisher. Mein Learning Nummer drei bezieht sich auf die Führungsprinzipien, die Steffi benannt hat. Also wenn es Change geht und letztendlich sind Digitalprojekte immer Change-Projekte, dann hat sie mehrere Punkte benannt, zwei will ich hervorheben, insbesondere das ganze Thema Transparenz. Transparenz mit den ganzen involvierten Stakeholdern, keine Geheimnisse machen, nichts hinter vorgehalten Hand, keine Informationen nicht teilen aus sonstigen Gründen, sondern einfach transparent im Team mit allen involvierten Menschen sprechen, als Erfolgsprinzip Nummer eins. Und das zweite hat sie gesagt, kein Controlletti sein. Finde ich auch sehr relevant. Man kann als moderne Führung Kraft nicht alles steuern. Man muss auch den Menschen Freiheiten, Kreativität ermöglichen und es muss auch akzeptiert werden, dass dabei mal Misserfolge auftreten, dass Scheitern stattfindet und dass das Teil des normalen Prozesses ist.
Und das sind moderne Führungsprinzipien des Changes. Steffi hat das ganz ordentlich sehr gut aufgezeigt und hat auch ihr Team noch mal gelobt und hervorgehoben. Das gehört ja auch dazu. Vielleicht das als letztes Prinzip, auch mal öffentlich Danke zu sagen, denn wir können das alle nur im Team schaffen. Letztendlich sind wir alle ein ganz großes gemeinsames Gesundheitswesen-Team, im besten Fall. Und gemeinsam können wir was verändern, aber alleine eben nicht. Das waren meine drei Learnings.
Ich fand die Folge hervorragend, hat mir sehr, sehr gut gefallen und auch vorbildlich. Ich hoffe, dass viele Kliniken da Learnings rausnehmen, das für sich mitnehmen und anwenden. Wenn dir die Folge auch gut gefallen hat, dann gerne eine positive Bewertung bei den Podcast-Plattformen. Alle Infos zu mir und auch zu Stefanie Kemp findest du wie immer in der Beschreibung der Folge und wir hören uns beim nächsten Mal wieder bei Health Care Out of the Box."