Kopf-Hals-Tumoren im Fokus
Wie wichtig eine frühzeitige Diagnose ist, welche modernen Behandlungsmöglichkeiten heute zur Verfügung stehen und was Patienten nach einer Tumorerkrankung für den Weg zurück in den Alltag benötigen – diese und viele weitere Fragen standen beim Patiententag zu Kopf-Hals-Tumoren am Sana Klinikum Offenbach im Mittelpunkt. Gemeinsam mit dem AGAPLESION Bethanien Krankenhaus Frankfurt hatte das Kopf-Hals-Tumorzentrum des Sana Klinikums Offenbach Betroffene, Angehörige und Interessierte eingeladen.
Unter der fachlichen Leitung von Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Dr. habil. Constantin Landes vom Sana Klinikum Offenbach und Priv.-Doz. Dr. med. Balázs B. Lörincz, Ph.D., vom AGAPLESION Bethanien Krankenhaus Frankfurt informierten hochkarätige Referent aus unterschiedlichen Fachbereichen über die gesamte Behandlungskette – von Prävention und Früherkennung über moderne operative Verfahren bis hin zu Rehabilitation und dem Leben mit und nach der Erkrankung.
Risikofaktoren kennen und Warnzeichen ernst nehmen
Kopf-Hals-Tumoren betreffen vor allem die Schleimhäute von Mund, Zunge, Rachen und Kehlkopf und machen etwa fünf Prozent aller Krebserkrankungen weltweit aus. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählt insbesondere Rauchen. Auch regelmäßiger hoher Alkoholkonsum und bestimmte Virusinfektionen können das Erkrankungsrisiko erhöhen. Während Männer häufiger betroffen sind, steigt die Zahl der Erkrankungen bei Frauen zunehmend.
Ein Bestandteil des Patiententages war deshalb die Frage: Wann sollte ärztlicher Rat eingeholt werden? Die Experten machten darauf aufmerksam, dass anhaltende Beschwerden nicht ignoriert werden sollten. Dazu gehören beispielsweise anhaltende Heiserkeit, länger bestehende Halsschmerzen, Schluckbeschwerden oder geschwollene Lymphknoten am Hals. Auch Veränderungen, Wunden oder Beläge in der Mundhöhle, die nicht von selbst wieder verschwinden, sollten ärztlich abgeklärt werden.
Eine frühzeitige Diagnose kann entscheidend für die weiteren Behandlungsmöglichkeiten sein. Der Patiententag vermittelte deshalb nicht nur Wissen über moderne Therapien, sondern sensibilisierte auch dafür, mögliche Warnzeichen ernst zu nehmen.
„Bei Kopf-Hals-Tumoren ist es entscheidend, Warnzeichen frühzeitig ernst zu nehmen und die Behandlung individuell auf die Patienten abzustimmen. Gleichzeitig haben sich die operativen Möglichkeiten in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt. Mit modernen Verfahren wie der robotergestützten Chirurgie können wir heute sehr präzise und mit dem Ziel operieren, wichtige Funktionen möglichst zu erhalten.“, sagt Professor Dr. Constantin Landes, Chefarzt der Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie, Kopf- und Halschirurgie am Sana Klinikum Offenbach.
Von der Früherkennung bis zur modernen Tumorchirurgie
Im weiteren Verlauf standen die modernen Behandlungsmöglichkeiten verschiedener Kopf-Hals-Tumoren im Mittelpunkt. Vorgestellt wurden unter anderem operative Verfahren bei Tumoren der Mundhöhle, des Kiefers, des Rachens und des Kehlkopfes.
Ein besonderer Blick galt dabei der robotergestützten Chirurgie mit dem da Vinci-Operationssystem. Das System ermöglicht dem Operateur eine hochauflösende dreidimensionale Sicht und präzise Bewegungen der Instrumente. Beim Patiententag konnten die Besucher die Technologie nicht nur kennenlernen, sondern den OP-Roboter auch selbst ausprobieren und so einen unmittelbaren Eindruck von der modernen Operationstechnik gewinnen.
„Die Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren endet nicht mit der Operation. Für unsere Patienten ist entscheidend, dass sie auch danach gut begleitet werden. Deshalb arbeiten die verschiedenen Fachdisziplinen eng zusammen – von der Chirurgie und Fachpflege über die Logopädie und Psychoonkologie bis hin zur Rehabilitation.“, betont Priv.-Doz. Dr. med. Balázs B. Lörincz, Ph.D., Chefarzt der Kopf-Hals-Klinik am AGAPLESION Bethanien Krankenhaus Frankfurt.
Rehabilitation: zurück in den Alltag
Einen besonders wichtigen Schwerpunkt bildete die Rehabilitation. Denn mit der Behandlung eines Kopf-Hals-Tumors ist die Therapie für viele Betroffene noch lange nicht abgeschlossen. Einschränkungen beim Sprechen, der Stimme oder beim Schlucken können den Alltag und die Lebensqualität erheblich beeinflussen.
Sprache, Stimme und Schluckfunktion können gezielt trainiert und wiederhergestellt werden. Auch die prothetische und dentale Rehabilitation spielt dabei eine wichtige Rolle. Nach umfangreichen Eingriffen können individuelle Versorgungen dazu beitragen, Funktionen wiederherzustellen und Patienten mehr Sicherheit und Lebensqualität im Alltag zu geben.
Darüber hinaus erhielten die Teilnehmer Einblicke in die spezialisierte Fachpflege und die Möglichkeiten der Begleitung während und nach der Therapie. Auch die Behandlung von Tumorrückfällen (Rezidiven) wurde thematisiert.
Psychoonkologie: „Was braucht es für mich?“
Auch die psychische Belastung einer Krebserkrankung stand im Fokus. Hier wurde deutlich, dass eine Krebserkrankung immer eine Ausnahmesituation darstellt. Bei Kopf-Hals-Tumoren können zusätzlich sehr persönliche und sichtbare Veränderungen hinzukommen – etwa wenn Stimme, Sprechen, Essen oder das eigene Aussehen betroffen sind.
Psychoonkologische Unterstützung kann dabei ganz unterschiedlich aussehen: Sie kann helfen, mit der Angst vor Untersuchungen oder einem Rezidiv umzugehen, nächtliches Grübeln zu reduzieren, Bedürfnisse gegenüber der Familie zu formulieren oder wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu entwickeln. Auch die Frage, wie der Weg zurück in den Alltag gelingen kann, spielt eine wichtige Rolle. Psychoonkologische Unterstützung kann dabei helfen, mit Ängsten umzugehen, wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu entwickeln und Schritt für Schritt in den Alltag zurückzufinden.
Austausch auf Augenhöhe
Im Anschluss an die Vorträge standen die Referenten für Fragen zur Verfügung. Dabei wurde deutlich, wie groß der Informations- und Gesprächsbedarf bei Betroffenen und Angehörigen ist. Der persönliche Austausch bot die Möglichkeit, medizinische Fragen zu vertiefen und mit den Experten auch über Themen zu sprechen, die im klassischen Behandlungsgespräch häufig weniger Raum finden.
Der Patiententag machte damit deutlich: Die moderne Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren umfasst weit mehr als die eigentliche Tumortherapie. Prävention, Früherkennung, moderne Chirurgie, spezialisierte Pflege, Logopädie, Psychoonkologie und Rehabilitation greifen ineinander, um Patient möglichst umfassend zu begleiten und ihnen den Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben zu erleichtern.
Gemeinsam für eine moderne und ganzheitliche Versorgung: Zahlreiche Experten informierten beim Patiententag über moderne Behandlungsmöglichkeiten bei Kopf-Hals-Tumoren. Im Mittelpunkt: der da Vinci-Operationsroboter.
Über das Sana Klinikum Offenbach
Das Sana Klinikum Offenbach ist ein akademisches Lehrkrankenhaus der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt und zählt zu den größten Klinikeinrichtungen der Rhein-Main-Region. Als Krankenhaus der Maximalversorgung mit über 900 Planbetten verfügt das Klinikum über 27 Fachkliniken, 13 Institute und zertifizierte Fachzentren sowie die größte Notaufnahme Hessens. Etwa 3.000 Beschäftigte sorgen dafür, dass jährlich rund 37.000 stationäre und 90.000 ambulante Patient:innen mit den neuesten medizinischen Diagnose- und Therapiemethoden optimal versorgt werden. Unsere Beschäftigten erbringen ausgezeichnete Spitzenleistungen, arbeiten in effektiven und patientenorientierten Prozessen und mit modernster Medizintechnik. Als einer der größten Gesundheitsdienstleister in Deutschland verfügt Sana über verschiedene Business Units (Gesundheitsversorgung, Krankenhaus-Services und Gesundheit) und versorgt jährlich rund 2,2 Millionen Patient:innen nach höchsten Qualitätsansprüchen. Mehr als 35.500 Mitarbeitende an über 54 Standorten vertrauen bereits auf uns. Sie alle profitieren von einem Arbeitsumfeld mit abwechslungsreichen Herausforderungen und viel Raum für Eigeninitiative. Bei Sana können Sie sowohl eigene Schwerpunkte entwickeln als auch ein interdisziplinäres Netzwerk aufbauen.