Neue schonende Behandlung bei Herzschwäche am Sana Klinikum Hof
Minimalinvasive Therapie bei undichter Mitralklappe verbessert Belastbarkeit
Viele Menschen mit einer Herzschwäche merken es zunächst im Alltag: Die Wege werden kürzer, Treppensteigen fällt schwerer, und die Luft reicht bei Belastung nicht mehr so weit wie früher. Hinter diesen Beschwerden steckt nicht nur eine verminderte Pumpkraft des Herzens. Häufig spielt auch eine Veränderung an den Herzklappen eine wichtige Rolle.
Im Verlauf einer Herzschwäche kann sich das Herz vergrößern. Dadurch weitet sich auch der Ring der Mitralklappe. Diese Klappe liegt zwischen dem linken Vorhof und der linken Herzkammer und sorgt normalerweise dafür, dass das Blut nur in eine Richtung weiterfließt. Schließt sie nicht mehr richtig, kann Blut zurückfließen. Mediziner sprechen dann von einer Mitralklappeninsuffizienz, also einer Undichtigkeit der Mitralklappe.
Am Sana Klinikum Hof steht für Patientinnen und Patienten mit dieser Form der Herzklappenerkrankung eine neue, schonende Behandlungsoption zur Verfügung. Das Verfahren mit dem Carillon Mitral Contour System wird in der Kardiologie unter der Leitung von Chefarzt Prof. DR. Dr. Anil-Martin Sinha eingesetzt. „Bei einem Teil der Patientinnen und Patienten ist genau diese Kombination aus Herzschwäche und funktioneller Undichtigkeit der Mitralklappe entscheidend für die Beschwerden“, erklärt Prof. Dr. Sinha. „Hier kann das Verfahren helfen, das Herz gezielt zu entlasten.“
Wie die Behandlung funktioniert
Das Verfahren nutzt einen minimalinvasiven Zugang über eine Vene am Hals. Von dort wird ein dünnes Kathetersystem bis zum Herzen vorgeschoben. Im Bereich eines Herzgefäßes, das nahe an der Mitralklappe verläuft, wird eine kleine Spange eingesetzt.
Diese Spange wirkt wie eine sanfte „Raffung“ des erweiterten Klappenrings. Dadurch verändert sich die Form der Klappe so, dass die beiden Klappensegel wieder besser aufeinandertreffen und weniger Blut zurückfließt.
Für Patientinnen und Patienten bedeutet das häufig:
- eine spürbare Entlastung des Herzens
- weniger Rückfluss im Herzen
- verbesserte Belastbarkeit im Alltag
- eine Behandlung ohne offene Herzoperation
Der Eingriff erfolgt minimalinvasiv und kommt in der Regel ohne klassische Herzoperation aus. Auch eine Vollnarkose ist meist nicht erforderlich.
Schonende Option bei funktioneller Mitralklappeninsuffizienz
Das Verfahren kommt vor allem bei Menschen zum Einsatz, bei denen die Herzschwäche dazu führt, dass sich die Mitralklappe im Laufe der Zeit erweitert und dadurch undicht wird. Diese Form der Undichtigkeit wird als funktionelle Mitralklappeninsuffizienz bezeichnet – sie entsteht also nicht durch einen Defekt der Klappe selbst, sondern durch die veränderte Herzform.
„Unser Ziel ist es immer, eine Therapie zu wählen, die zum individuellen Krankheitsbild passt und das Herz möglichst wenig belastet“, so Prof. Dr. Sinha.
Mit dieser Behandlung erweitert das Sana Klinikum Hof sein kardiologisches Spektrum um eine weitere minimalinvasive Option für Menschen mit Herzschwäche und funktioneller Mitralklappeninsuffizienz.
v.l. Lydia Mevisu, Martina Petersen-Baumgärtner, Natalia Chmielewska, 2. Reihe Dr. Ahmet Abdelsalam, Prof. Dr. Dr. Anil-Martin Sinha,