Hof,
22
April
2026
|
00:38
Europe/Amsterdam

Neue Stärke für die Bauchmitte

Zusammenfassung

Moderne Hernienchirurgie mit der eTEP-Methode am Sana Klinikum Hof

Wenn Ramona K. heute wieder aktiv durch ihren Alltag geht, ist das für sie alles andere als selbstverständlich. Die 51-Jährige litt über längere Zeit unter Beschwerden in der Bauchmitte, die sie zunehmend in ihrer Bewegung einschränkten. „Ich war im Alltag oft unsicher – längeres Stehen, Bücken oder auch einfache Bewegungen fielen mir schwer“, berichtet sie. „Man fühlt sich einfach nicht mehr stabil.“ Die Ursache: eine ausgeprägte Schwäche der Bauchwand, verbunden mit einer Rektusdiastase – dem Auseinanderweichen der geraden Bauchmuskeln. Neben körperlichen Beschwerden wie Schmerzen und Instabilität beeinträchtigte dies auch ihr allgemeines Wohlbefinden erheblich. Hilfe fand Ramona K. im Sana Klinikum Hof, im Fachbereich der Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie. Dort wendet Oberarzt Vadym Tolochyk die sogenannte eTEP-Methode (enhanced-view Totally Extraperitoneal Repair) an – eine moderne, minimal-invasive Technik zur Behandlung von Hernien (Bauchwandbrüchen), insbesondere bei Narbenhernien, größeren Nabelhernien sowie Rektusdiastasen.

Moderne Technik – schonend für den Körper

Bei einer Rektusdiastase weichen die geraden Bauchmuskeln entlang der sogenannten Linea alba (weiße Linie) auseinander. Die Folge ist eine instabile Bauchwand, die zu Schmerzen und funktionellen Einschränkungen führen kann. Die eTEP-Technik stabilisiert die Bauchwand, ohne die Bauchhöhle zu eröffnen. Statt eines großen Bauchschnitts setzt das Operationsteam nur drei bis vier kleine Schnitte. Das notwendige Netz wird außerhalb der Bauchhöhle – im retrorektalen bzw. präperitonealen Raum – eingebracht.„Der entscheidende Vorteil ist, dass wir keinen Kontakt zum Darm haben“, erklärt Tolochyk. „Das reduziert das Risiko von Verwachsungen deutlich und macht den Eingriff besonders schonend.“

Mehrwert für Patientinnen und Patienten

Die Vorteile der eTEP-Methode sind sowohl medizinisch als auch im Alltag spürbar:
• Kein Darmkontakt: Das Netz liegt außerhalb der Bauchhöhle – Verwachsungen werden vermieden.
• Weniger Schmerzen: Häufig ist keine Fixierung mit Tackern oder Klammern nötig, was das Risiko chronischer Schmerzen reduziert.
• Schnelle Erholung: Patientinnen und Patienten sind meist rascher mobil und können früher nach Hause zurückkehren.
• Vielseitig einsetzbar: Besonders geeignet bei komplexen Narbenhernien, größeren Nabelhernien und Rektusdiastasen.

„Viele Betroffene wissen gar nicht, dass ihre Beschwerden behandelbar sind“, so der Experte.  „Dabei geht es nicht nur um Ästhetik, sondern vor allem um Stabilität, Beweglichkeit und Lebensqualität.“

Individuelle Beratung im Mittelpunkt

Vor jeder Operation stehen eine ausführliche Diagnostik und persönliche Beratung. „Wir nehmen uns Zeit, gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten zu entscheiden, welches Verfahren am besten geeignet ist“, betont Tolochyk. Die eTEP-Methode ist ein wichtiger Bestandteil eines modernen, differenzierten Therapiekonzepts in der Hernienchirurgie am Sana Klinikum Hof. Für Ramona K. hat sich der Eingriff deutlich bemerkbar gemacht: „Ich fühle mich heute wieder viel stabiler und beweglicher. Es ist ein ganz neues Körpergefühl – und eine große Erleichterung im Alltag.“

Vadym Tolochy und R. Kutsche

Vadym Tolochyk und Ramona K.

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