Elmshorn,
02
April
2026
|
11:21
Europe/Amsterdam

#ReStart in Elmshorn - Hoffnung für Systemsprenger

Sozialministerin Aminata Touré besucht mit Anna Vetter, Chefärztin der KJPP, Clearingseinrichtung in Elmshorn

Jugendliche, die mehrfach im System gescheitert sind, haben kaum noch Perspektiven. Umso wichtiger ist die Arbeit in Clearingeinrichtungen wie #ReStart in Elmshorn.  Aminata Touré, Ministerin für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein, machte sich jetzt von der Arbeit mit sogenannten „Grenzgängern“ ein Bild vor Ort.

Im Gespräch gemeinsam mit dem #ReStart-Team, der AWO Schleswig-Holstein und Anna Vetter, Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Regio Klinikum Elmshorn, wurde deutlich: Die Situation ist ernst. Denn die betroffenen Jugendlichen gelten als Hoch-Risiko-Klientel, die bereits alle üblichen regelhaften Hilfsangebote erfolglos durchlaufen oder abgebrochen haben.

„Wir sehen hier junge Menschen, deren Biografien von Brüchen, Überforderung und mehrfachen Scheitern geprägt sind“, erklärt Anna Vetter. „Fast alle wurden aus Wohngruppen bereits mehrfach entlassen und gelten nun als nicht mehr ‚betreubar‘. Ohne eine intensive, passgenaue Unterstützung drohen sie komplett in Perspektivlosigkeit, Eskalationen und Abwärtsspiralen zu geraten. Projekte wie #ReStart können ihnen die letzte Chance geben, wieder Stabilität und Orientierung zu finden – der Weg bleibt aber schwer.“

Einmal im Monat besucht Anna Vetter die #ReStart-Einrichtung mitten in Elmshorn. Sie berät das Team, unterstützt bei Fallbesprechungen und sorgt dafür, dass die Jugendlichen nicht nur pädagogisch begleitet werden, sondern auch psychiatrisch und psychologisch die passende Unterstützung erhalten.

Neben #ReStart engagiert sich Anna Vetter auch im Schwesterprojekt #FreiRaum in Itzehoe. Auch das Angebot von #FreiRaum richtet sich an Systemsprenger, die ohne Hilfe auf der Straße oder in Krisensituationen zurückbleiben würden. Das Konzept ist bewusst niedrigschwellig: Die jungen Menschen wohnen meist in Einzelwohnungen oder kleinen Appartements und werden intensiv begleitet. Die Betreuungszeit ist begrenzt – in der Regel sechs bis zwölf Monate. Ziel ist es, Vertrauen aufzubauen, Lebensstruktur zurückzugeben und den Jugendlichen Schritt für Schritt wieder Zugang zu Schule, Ausbildung oder regulären Hilfen zu ermöglichen.

Während #FreiRaum in Itzehoe bereits seit einigen Jahren am Start ist, ist #ReStart eine noch recht neue Einrichtung: Sie wurde im November 2024 in Elmshorn eröffnet und bietet intensive, individuelle Betreuung in Kombination mit multiprofessioneller Unterstützung und enger Kooperation mit psychiatrischen Fachkräften. So können selbst Jugendliche, die mehrfach traumatisiert oder hochproblematisch sind, wieder Perspektiven entwickeln und langsam zurück ins System finden.

Für die AWO Schleswig-Holstein, Trägerin beider Projekte, sind solche Angebote unverzichtbar. Sie geben jungen Menschen Chancen, wo andere Hilfen versagt haben. Ministerin Tourés Besuch setzte ein klares politisches Signal: Projekte wie #ReStart und #FreiRaum brauchen weiterhin Förderungen durch die Landesregierung, um ihre Arbeit fortzusetzen und Jugendlichen neue Chancen zu eröffnen.

„Es ist wichtig, diese verloren geglaubten Kinder und Jugendlichen nicht aufzugeben. Natürlich ist es eine große und schwierige Aufgabe, sie Schritt für Schritt wieder an einen Platz im System zu bringen und dafür zu kämpfen, dass sie wieder an ihre eigene Zukunft glauben“, sagt Anna Vetter. „Mit #FreiRaum ist uns das schon ein einige Mal tatsächlich gelungen. Darum geht es!“

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Besuch in der #ReStart-Einrichtung: Anna Vetter, Chefärztin der KJPP, Regio Kliniken und Aminata Touré, Ministerin für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein

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