Hameln-Pyrmont,
26
Juni
2024
|
13:00
Europe/Amsterdam

Schüttelpuppe hilft bei der Aufklärung von Eltern

Zusammenfassung

Die Neonatologie und die Geburtshilfe des Sana Klinikums Hameln-Pyrmont freuen sich über die Übergabe einer Schüttelpuppe durch die Stadt-Galerie Hameln. Sie ist Teil des Präventionsprojekts „#SchüttelMichNicht“, einer Initiative der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des German Council of Shopping Places (GCSP). Ziel des Projekts ist es, durch Aufklärung werdende und junge Eltern über die Gefahren des Schütteltraumas zu informieren und so die Zahl der betroffenen Säuglinge zu reduzieren.

„Babys sind hochempfindsame Wesen. Schon kurzzeitiges heftiges Schütteln kann zu schwersten neuronalen Schäden, lebenslangen Behinderungen oder anderen Verletzungen und sogar zum Tod führen. Jährlich werden in Deutschland zwischen 100 und 200 Fälle von Schütteltrauma aktenkundig, wobei die Dunkelziffer weitaus höher liegen dürfte. Zwischen 10 und 30 Prozent dieser Säuglinge überleben die dabei entstandenen Hirnverletzungen nicht, bei 50 bis 70 Prozent bleiben körperliche und geistige Beeinträchtigungen zurück, wie Krampfanfälle, Erblindungen, Sprachstörungen, Lernschwierigkeiten oder Entwicklungsverzögerungen“, so Dr. Philipp von Blankenburg, Chefarzt der Kinderklinik am Sana Klinikum.

Mit der gespendeten Simulationspuppe können die lebensbedrohlichen Folgen des heftigen Schüttelns von Neugeborenen anschaulich demonstriert werden. „Beim Schütteln schleudert der Kopf unkontrolliert hin und her, denn Säuglinge können diesen aufgrund der schwachen Nackenmuskulatur noch nicht alleine halten. Die gewaltsamen Bewegungen führen dazu, dass das Gehirn im Schädel hin und her schlägt. Dabei können Nervenbahnen und Blutgefäße reißen. Rein äußerlich sind diese Verletzungen oft nicht sichtbar. Vor allem Babys im Alter zwischen zwei und fünf Monaten sind von solchen Schütteltraumata betroffen. Aufklärung ist hier also sehr wichtig“, so Dr. von Blankenburg und Andrea Eichinger, Center Managerin der Stadt-Galerie Hameln betont: „Die ECE-Shopping-Center stehen seit über 50 Jahren für lebendige Marktplätze, die Generationen vereinen und sich als Partner der Städte für die Gesellschaft engagieren. Als Teil der „#SchüttelMichNicht“-Initiative möchten wir einen aktiven Beitrag zur Prävention und Aufklärung über dieses so wichtige Thema leisten. Auch die Stadt-Galerie Hameln übernimmt eine der Patenschaften für eine Schüttelpuppe, um so zielgerichtet eine lokale Geburtsklinik vor Ort zu unterstützen“

Die Schüttelpuppe ist ein hochentwickeltes Modell, das beim Aktivieren zu Weinen beginnt und bei gewaltsamem Schütteln aufhört, während LED-Lampen im transparenten Kopf aufleuchten und die dadurch entstandenen Hirnschäden visualisieren. Diese anschauliche Demonstration soll Eltern helfen, in Stresssituationen richtig zu handeln und die Gefahren eines Schütteltraumas zu erkennen. Im Klinikum wird die Schüttelpuppe im Rahmen von Geburtsvorbereitungskursen und Informationsveranstaltungen einsetzt werden, um werdende Eltern zu sensibilisieren und auf die möglichen Folgen eines Schütteltraumas hinzuweisen. Eltern, die sich durch das Schreien ihres Kindes überfordert fühlen, werden ermutigt, frühzeitig professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um solche gefährlichen Situationen zu vermeiden.

„Wir wissen, dass keine Mutter und kein Vater seinem Baby schaden will und doch kann es immer wieder passieren, dass Eltern in Stresssituationen die Nerven verlieren, was zu ungewollten Handlungen, wie dem Schütteln, führen kann. Unaufhörliches, unstillbares Schreien, zu dem 16-29 Prozent der Säuglinge vorübergehend neigen, kann starke Erschöpfung und Hilflosigkeit auslösen und sich leicht mit Wut und Ärger mischen. Diese Anspannung überträgt sich dann ebenfalls auf das Kind und löst bei diesem eine weitere Überreizung aus, was meist mit noch mehr Schreien einhergeht - es entsteht ein Teufelskreis. Insbesondere bei zu früh oder krank geborenen Kindern kann es sein, dass sie häufig und lange schreien und mitunter schwer zu beruhigen sind. Deshalb ist es wichtig, Familien auf diese Grenzsituation vorzubereiten und Alternativen einzuüben, wie zum Beispiel das Kind sicher auf dem Boden abzulegen und einmal den Raum zu verlassen. Zudem sollten sich Eltern, die vom Schreien ihres Kindes stark verunsichert sind, sich erschöpft fühlen und negative Gefühle gegenüber ihrem Kind verspüren, frühzeitig Hilfe suchen. Ansprechpartner sind hier die Kinderarztpraxen sowie spezielle Schreiambulanzen. Hilfe bieten auch Familien- und Erziehungsberatungsstellen“, so Dr. von Blankenburg.

Schüttelpuppe Hameln

Mit der gespendeten Simulationspuppe können die lebensbedrohlichen Folgen des heftigen Schüttelns von Neugeborenen anschaulich demonstriert werden. (Quelle: Sana)

Über das Sana Klinikum Hameln-Pyrmont

Das Sana Klinikum Hameln-Pyrmont gehört mit seinen 402 vollstationären Betten zu den größten Akutkrankenhäusern in Niedersachsen. In 12 Fachabteilungen behandelt das Haus der Schwerpunktversorgung jährlich etwa 23.000 stationäre und 43.000 ambulante Patienten.

Über die Sana Kliniken AG

Die Sana Kliniken AG ist ein führender integrierter Gesundheitsdienstleister im deutschsprachigen Raum. Die ganzheitliche Gesundheitsversorgung für jährlich drei Millionen Patientinnen und Patienten erstreckt sich von Präventionsangeboten über die ambulante und stationäre Versorgung bis hin zu Nachsorge, Rehabilitation und Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln. Diese Leistungen werden bundesweit in 43 Krankenhäusern, 51 MVZ-Gesellschaften mit knapp 600 Arztsitzen sowie zusammen rund 60 Sanitätshäusern und Präventionspraxen erbracht. Darüber hinaus bietet Sana als B2B-Services auch Dienstleistungen und Beratung für externe Kliniken unter anderem in den Bereichen Einkauf, Logistik, Medizintechnik sowie Managementverträge an. 2023 erwirtschafteten die rund 38.600 Beschäftigten (Stand Dezember 2023) einen Umsatz von 3,3 Milliarden Euro. Eigentümer der 1976 gegründeten Sana Kliniken AG sind 24 Private Krankenversicherungen.