Tag der Hebamme: Akademisierung des Berufs kommt in der Geburtshilfe am Klinikum Borna an
Borna, 5. Mai 2026 – Der Internationale Tag der Hebamme am 5. Mai würdigt weltweit den unverzichtbaren Einsatz von Hebammen in der Geburtshilfe. Am Klinikstandort Borna ist nun erstmals eine Hebamme mit abgeschlossenem Hochschulstudium Teil des Teams.
Kraftvolles Zeichen für die Zukunft des Berufsstandes: Die Akademisierung des Hebammenberufs in Deutschland beginnt Berufsbild und -praxis zu verändern. Dabei stärkt die Verbindung aus wissenschaftlicher Ausbildung und praktischer Expertise die Qualität der Betreuung von Schwangeren, Gebärenden und jungen Familien. Seit April dieses Jahres ist nun erstmals eine Hebamme mit abgeschlossenem Hochschulstudium Teil des Teams der Geburtshilfe Borna. „Mit dem Einsatz der ersten akademisch ausgebildeten Hebamme geht unsere Klinik einen wichtigen Schritt in Richtung moderner, evidenzbasierter Geburtshilfe“, sagen Dr. med. Jens Einenkel, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtsmedizin und Constanze Hupfer, leitende Hebamme.
Was die Akademisierung betrifft holt Deutschland nach, was in anderen europäischen Ländern schon länger Standard ist. Welche Hoffnungen und Erwartungen damit verbunden sind, bringt die Absolventin des Hebammenstudiums Lina Löning auf den Punkt: „Geburtsmedizin gehört noch immer zu den weniger erforschten Bereichen der Medizin. Ich wünsche mir, dass die Akademisierung mehr Wissen ans Licht bringt und Wissen zugänglich machen kann, das erfahrene Hebammen schon lange haben.“ Das Studium und die praktische Ausbildung in Borna hat sie als „umfangreich, herausfordernd und voller eindrücklicher Momente“ erlebt. Lernen durfte sie in dieser Zeit nicht nur im Kreißsaal und auf der Wochenbettstation, sondern auch im Bereich der Neonatologie des Klinikums, im OP, auf der gynäkologischen Station, in einer gynäkologischen Praxis und bei freiberuflichen Hebammen. Was sie an diesem Beruf so fasziniert: „Kaum ein anderer Beruf erfordert einen so festen Glauben und großes Vertrauen in physiologische Prozesse - begleitet durch ständige Wachsamkeit, pathologische Entwicklungen frühzeitig zu erkennen“, sagt sie. Die 31-Jährige hat im Frühjahr ihr Bachelorstudium erfolgreich abgeschlossen und arbeitet seit April im Team der Geburtshilfe Borna.
Die Sana Kliniken Landkreis Leipzig verstehen die Integration akademisch qualifizierter Hebammen als wichtigen Baustein, um den Beruf langfristig zu stärken und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Ziel ist es, die bestmögliche Betreuung für Mutter und Kind mit innovativen Konzepten und hoher fachlicher Kompetenz zu verbinden. Dafür hat das Klinikum bereits im Januar 2024 beispielsweise einen hebammengeführten Kreißsaal eingeführt. Dabei handelt es sich um ein innovatives geburtsmedizinisches Konzept, das den werdenden Müttern mehr Natürlichkeit, Selbstbestimmung bei weniger Interventionen wie zum Beispiel einer Dauer-CTG-Überwachung oder der Gabe von Schmerzmitteln ermöglicht. „Im Prinzip ist das ein bisschen wie ein Geburtshaus in der Klinik. Denn wie der Name schon sagt, sind während der Geburt neben der Begleitperson nur die Hebamme bzw. die Hebammen dabei“, erklären Constanze Hupfer und Lina Löning das Konzept. Im Fall einer sich abzeichnenden Komplikation gibt es allerdings eine ärztliche Betreuung ohne Zeitverzug, Raum- und Hebammenwechsel. Ein Hebammenkreißsaal verbindet so auf ideale Weise die Erfahrungen und Kompetenzen der Hebammen mit der Expertise des Perinatalzentrums.
Lina Löning: Erste Hebamme mit Hochschulabschluss im Team der Geburtshilfe am Sana-Klinikum Borna Download und Copyright
Lina Löning: “Akademisierung kann Wissen zugänglich machen, das erfahrene Hebammen schon lange haben.” Download und Copyright