Benrath,
26
November
2024
|
08:16
Europe/Amsterdam

Umfrage: Viele Symptome einer Herzschwäche sind den Menschen in NRW nicht bekannt

Zusammenfassung
  • Eine repräsentative Umfrage zeigt: Viele Nordrhein-Westfalen nehmen Symptome nicht ernst.
  • Für fast jeden Zweiten gibt es Gründe, Krankheitssymptome zu ignorieren.
  • Kardiologe Professor Thorsten Dill vom Sana Krankenhaus Benrath klärt auf.

„Stärke Dein Herz! Herzschwäche erkennen und behandeln“ – so lautet das Motto der diesjährigen Herzwochen. Viele Menschen nehmen die ersten Symptome einer Herzinsuffizienz nicht ernst genug. Eine aktuelle Civey-Umfrage im Auftrag der Sana Kliniken AG zeigt, welche Anzeichen besonders häufig ignoriert werden und welche Gründe es dafür gibt. Die Anfang November abgeschlossene repräsentative Online-Befragung unter 5.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürgern ab 18 Jahren zeigt, dass die Menschen in Nordrhein-Westfalen zu wenig über das Krankheitsbild der Herzschwäche wissen.

Erste Anzeichen sind häufig unbekannt

Zu den ersten Warnsignalen einer Herzschwäche gehören unter anderem ein erhöhtes Anstrengungsgefühl, vermehrte Atemprobleme, Schwellungen an den Füßen oder Knöcheln sowie mehrmaliger Harndrang in der Nacht. Für rund 85 Prozent der Menschen in Nordrhein-Westfalen ist mehrmaliger nächtlicher Harndrang kein Grund für einen Arztbesuch. Mehr als zwei Drittel der Befragten würden bei einem erhöhten Anstrengungsgefühl nicht zur Untersuchung gehen. Schwellungen an den Füßen oder Knöcheln sind für mehr als 60 Prozent der Nordrhein-Westfalen kein Grund, sich ärztlich untersuchen zu lassen. Lediglich bei anhaltenden Atemproblemen würden die meisten der Befragten (87 Prozent) zum Arzt gehen. „Es ist bedenklich, wie wenig die Anzeichen einer Herzschwäche in der Bevölkerung bekannt sind. Daher ist es uns wichtig, regelmäßige Informationsveranstaltungen anzubieten und eng mit den niedergelassenen Hausärzten und Kardiologen zusammenzuarbeiten", sagt Professor Thorsten Dill, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Kardiologie der Sana Kliniken Düsseldorf.

Mehr als die Hälfte der Nordrhein-Westfalen findet Gründe, Krankheitssymptome zu ignorieren

Etwa jeder Zweite in Nordrhein-Westfalen ignoriert Krankheitssymptome. 36 Prozent der Befragten gaben dabei an, nur in Notfällen zum Arzt zu gehen. Fast jeder Fünfte ignoriert Symptome, weil er oder sie sich nicht damit beschäftigen möchte. „Wir müssen den Menschen nahebringen, dass es frühe Anzeichen für Erkrankungen wie zum Beispiel die Herzschwäche gibt. Werden diese erkannt und eine Behandlung begonnen, können spätere schwere Folgen häufig verhindert werden. Die Aufklärung über den Nutzen von Prävention ist sehr wichtig. Menschen, die erst in einem späten Stadium der Erkrankung zum Arzt oder zur Ärztin gehen, haben eine schlechtere Prognose, als Menschen, die frühzeitig zu einem Gesundheitscheck gehen“, erklärt der Kardiologe.

Geschlechtsspezifische Unterschiede: Wissenslücke vor allem bei Männern

Männer und Frauen haben bei Herzerkrankungen teilweise sehr unterschiedliche Symptome. Frauen leiden zum Beispiel häufiger an einer Herzmuskelschwäche, bei der sich die linke Herzkammer schlechter ausdehnen kann. Das führt oftmals zu Wassereinlagerungen und einer Belastungsluftnot. Bei Männern ist hingegen häufiger die Pumpleistung des Herzens reduziert. Generell sind die Symptome einer Herzschwäche bei Frauen meist weniger typisch ausgeprägt als bei Männern.

Frauen sind der Umfrage nach in dieser Hinsicht besser informiert als Männer. Rund 80 Prozent der Frauen wussten, dass die Symptome bei einer Herzerkrankung geschlechtsabhängig sind. Bei den Männern war dies nur etwa der Hälfte bekannt. „Experten beschäftigen sich schon seit einigen Jahren mit der geschlechtersensiblen Medizin. Trotzdem kommt es in der Versorgungsrealität immer noch häufig vor, dass unspezifische Symptome bei Frauen nicht oder zu spät erkannt werden“, sagt der Herzmediziner.

Professor Thorsten Dill, Sana Kliniken Düsseldorf

Professor Thorsten Dill, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Kardiologie der Sana Kliniken Düsseldorf.

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Über die Sana Kliniken Düsseldorf

Die Sana Kliniken Düsseldorf setzen sich zusammen aus den beiden Standorten Gerresheim und Benrath. Die beiden Krankenhäuser versorgen mit insgesamt etwa 1.200 Mitarbeitern und rund 360 aufgestellten Betten jährlich über 80.000 ambulante und stationäre Patienten. Das Sana Krankenhaus Benrath bietet dabei als Haus der Grund- und Regelversorgung ein breites Spektrum medizinischer Leistungen im stationären und ambulanten Bereich; die Versorgungsschwerpunkte liegen in den Bereichen der Onkologie sowie der Unfallchirurgie / Orthopädie. Jedes Jahr kommen zudem rund 500 Kinder in der Klinik zur Welt.

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