Viele Hessen kennen die Anzeichen einer Herzschwäche nicht
- Viele Menschen in Hessen nehmen unspezifische Anzeichen einer Herzerkrankung nicht ernst. Das zeigt eine repräsentative Umfrage.
- Oftmals denken Patienten und auch Hausärzte bei Atemproblemen nur an Lungenerkrankungen – das ist problematisch.
- Für fast jeden Zweiten gibt es Gründe, Krankheitssymptome zu ignorieren.
Die diesjährigen Herzwochen stehen unter dem Motto „Stärke Dein Herz! Herzschwäche erkennen und behandeln“. Erste Anzeichen einer Herzschwäche werden häufig ignoriert oder als Alterserscheinung eingeschätzt. Eine aktuelle Civey-Umfrage im Auftrag der Sana Kliniken AG zeigt, welche Anzeichen besonders häufig ignoriert werden und welche Gründe es dafür gibt. Die Anfang November abgeschlossene repräsentative Online-Befragung unter 5.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürgern ab 18 Jahren zeigt, dass die Menschen in Hessen zu wenig über die Herzinsuffizienz wissen.
Symptome sind zu wenig bekannt
Eine Herzschwäche beginnt in der Regel mit unspezifischen Symptomen, dazu gehören unter anderem ein erhöhtes Anstrengungsgefühl, Schwellungen in den Füßen oder Knöcheln, mehrmaliger Harndrang in der Nacht sowie Atemprobleme. Zunächst die erfreuliche Nachricht: Die meisten der Befragten (84,7 Prozent) würden bei anhaltenden Atemproblemen einen Arzt beziehungsweise eine Ärztin aufsuchen. Professor Timm Bauer, Chefarzt der Klinik für Kardiologie sowie internistische Allgemein- und Intensivmedizin am Sana Klinikum Offenbach sagt: “Ich finde es beruhigend, dass die Mehrheit der Menschen in Hessen bei Dyspnoe – so nennen wir Atemnot oder Kurzatmigkeit – ärztlichen Rat suchen. Das ist das Leitsymptom einer Herzinsuffizienz. Viele Patienten, aber auch manche Hausärzte, denken dann allerdings zunächst nur an Lungenerkrankungen. Das ist aus meiner Sicht problematisch.” Bei anderen Symptomen sind die Hessen allerdings sorgloser. Etwa 70 Prozent der Befragten würden bei einem erhöhten Anstrengungsgefühl nicht zur Untersuchung gehen. Für etwa zwei Drittel der Menschen sind Schwellungen in den Füßen oder Knöcheln kein Grund, sich ärztlich untersuchen zu lassen. Noch unbedenklicher sind die Hessen bei mehrmaligem Harndrang in der Nacht. Das ist nur für knapp 13 Prozent der Menschen ein Grund, medizinischen Rat einzuholen.
Jeder zweite Hesse findet Gründe, Krankheitssymptome nicht ernst zu nehmen
Fast 50 Prozent der Menschen in Hessen ignorieren Krankheitssymptome. Rund 37 Prozent der Befragten gaben dabei an, nur in Notfällen zum Arzt zu gehen. 17 Prozent nehmen Krankheitsanzeichen nicht ernst, weil er oder sie sich nicht damit beschäftigen möchte. „Es ist fatal, wenn viele Menschen nur zum Arzt gehen, wenn ein Notfall eingetreten ist. Das kann leider dazu führen, dass potentielle lebensbedrohliche Herzerkrankungen wie zum Beispiel die Herzinsuffizienz zu spät diagnostiziert werden und Folgeschäden entstehen können“, erklärt der Kardiologe.
Geschlechtsspezifische Unterschiede: Wissenslücke vor allem bei Männern
Männer und Frauen haben bei Herzerkrankungen teilweise sehr unterschiedliche Symptome. Frauen leiden zum Beispiel häufiger an einer Herzmuskelschwäche, bei der sich die linke Herzkammer schlechter ausdehnen kann. Das führt oftmals zu Wassereinlagerungen. Bei Männern ist hingegen eher die Pumpleistung des Herzens reduziert. Generell sind die Symptome einer Herzschwäche bei Frauen meist weniger stark ausgeprägt als bei Männern. Drüber scheinen Frauen besser informiert zu sein als Männer. Etwa 80 Prozent der weiblichen Befragten wussten, dass die Symptome bei einer Herzerkrankung geschlechtsabhängig sind. Dies war hingegen nur etwa der Hälfte der Männer bekannt. „Die geschlechtersensible Medizin wird nun schon seit einiger Zeit in Fachkreisen und in der Öffentlichkeit diskutiert. Und ich finde es grundsätzlich positiv, dass diese wichtige Information schon bei vielen Menschen – insbesondere bei Frauen – angekommen ist“, sagt der Herzmediziner.
Prof. Timm Bauer, Chefarzt der Klinik für Kardiologie sowie internistische Allgemein- und Intensivmedizin am Sana Klinikum Offenbach.
Über das Sana Klinikum Offenbach
Das Sana Klinikum Offenbach ist ein akademisches Lehrkrankenhaus der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt und zählt zu den größten Klinikeinrichtungen der Rhein-Main-Region. Als Krankenhaus der Maximalversorgung mit über 900 Planbetten verfügt das Klinikum über 24 Fachkliniken, 3 Institute und zertifizierte Fachzentren sowie die größte Notaufnahme Hessens. Etwa 2.300 Beschäftigte sorgen dafür, dass jährlich rund 39.000 stationäre und 74.000 ambulante Patienten mit den neuesten medizinischen Diagnose- und Therapiemethoden optimal versorgt werden. Unsere Beschäftigten erbringen ausgezeichnete Spitzenleistungen, arbeiten in effektiven und patientenorientierten Prozessen und mit modernster Medizintechnik. Als einer der größten Gesundheitsdienstleister in Deutschland verfügt Sana über verschiedene Business Units (Gesundheitsversorgung, Krankenhaus-Services und Gesundheit) und versorgt jährlich rund 2,2 Millionen Patienten nach höchsten Qualitätsansprüchen. Mehr als 35.500 Mitarbeiter an über 54 Standorten vertrauen bereits auf uns. Sie alle profitieren von einem Arbeitsumfeld mit ab-wechslungsreichen Herausforderungen und viel Raum für Eigeninitiative. Bei Sana können Sie so-wohl eigene Schwerpunkte entwickeln als auch ein interdisziplinäres Netzwerk aufbauen.