Hameln-Pyrmont,
28
August
2026
|
13:19
Europe/Amsterdam

Viele Kinder und Familien in der Region hat er über Jahre begleitet

Nach 30 Jahren am Sana Klinikum Hameln-Pyrmont wird Dr. Philipp von Blanckenburg als Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin verabschiedet

„Kinder sind keine kleinen Erwachsenen.“ Dieser Satz beschreibt treffend die Haltung, mit der Dr. Philipp von Blanckenburg über viele Jahre die Kinder- und Jugendmedizin am Sana Klinikum Hameln-Pyrmont geprägt hat. Seit 30 Jahren ist er am Klinikum tätig, 2005 übernahm er die Leitung der Kinderklinik als Chefarzt. Heute wird er im Rahmen einer Feierstunde aus dieser Funktion verabschiedet. In den vergangenen drei Jahrzehnten hat er die Entwicklung der Kinderklinik maßgeblich begleitet und vorangetrieben. Seinen Anspruch, Kindern und Familien in der Region eine gute und möglichst wohnortnahe medizinische Versorgung zu bieten, hat er dabei nie aus dem Blick verloren.

Seit Beginn seiner Tätigkeit im Jahr 1997 hat sich vieles verändert sowohl in der Medizin ebenso wie bei den Rahmenbedingungen der Krankenhausversorgung. Diagnostische und therapeutische Möglichkeiten haben sich weiterentwickelt, die technische Ausstattung ist moderner geworden, Kooperationen und Netzwerke wurden ausgebaut. Gleichzeitig haben sich gesetzliche und finanzielle Rahmenbedingungen verändert und die Kinder- und Jugendmedizin immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. In dieser Zeit entwickelte sich das medizinische Angebot der Kinderklinik kontinuierlich weiter. Besonders wichtig war Dr. von Blanckenburg dabei stets der ganzheitliche Blick auf seine jungen Patientinnen und Patienten. Nicht allein eine einzelne Erkrankung oder ein Symptom sollte betrachtet werden, sondern das Kind mit seiner körperlichen und seelischen Entwicklung sowie seinem familiären und sozialen Umfeld. Dieser Ansatz trug auch dazu bei, psychosomatische Aspekte stärker in die Versorgung einzubeziehen und die Kinder- und Jugendpsychosomatik als wichtigen Bestandteil der Klinik zu etablieren. Heute reicht das medizinische Spektrum von der Allgemeinpädiatrie über Neuropädiatrie, Diabetologie, Endokrinologie und Gastroenterologie bis zur Kinder- und Jugendpsychosomatik.

Ein wichtiger Meilenstein war der Umzug der Kinderklinik im Jahr 2002 vom Standort an der Weser an die Wilhelmstraße. Die räumliche Nähe zur Geburtshilfe schuf die Grundlage für eine noch engere Zusammenarbeit bei der Versorgung von Früh- und Neugeborenen. Heute bilden Kinderklinik und Geburtshilfe gemeinsam das Perinatalzentrum Level II und ermöglichen damit die spezialisierte Versorgung von Frühgeborenen und kranken Neugeborenen. Parallel dazu wurden die ambulanten Angebote der Kinderklinik ausgebaut. Allein in der Diabetologie werden heute mehr als 100 Kinder betreut. Auch die pädiatrische Endokrinologie, Gastroenterologie und Neuropädiatrie haben sich zu wichtigen ambulanten Schwerpunkten entwickelt.

„Dr. von Blanckenburg hat unsere Kinderklinik über viele Jahre geprägt und weiterentwickelt“, sagt Matthias Dürkop, Geschäftsführer des Sana Klinikums Hameln-Pyrmont. „Er hat sich mit großer Beharrlichkeit für eine gute medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen in unserer Region eingesetzt und dabei die Kinder und ihre Familien nie aus dem Blick verloren. Gleichzeitig war ihm sein Team immer wichtig. Für diesen großen persönlichen Einsatz und die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit danke ich ihm sehr.“

Mehr als medizinische Versorgung

Dass zu einer Kinderklinik mehr gehört als Diagnostik und Therapie, war für Dr. von Blanckenburg selbstverständlich. Kinder und ihre Eltern sollen sich während eines Krankenhausaufenthaltes nicht nur medizinisch gut versorgt, sondern auch menschlich gut aufgehoben fühlen. Dazu gehören die Möglichkeit für Eltern, bei ihren Kindern zu bleiben und auch zu übernachten, eine kindgerechte Gestaltung der Station, Spielmöglichkeiten und viele kleine Dinge, die den Krankenhausaufenthalt für Kinder leichter machen. Seit vielen Jahren besteht eine enge Verbindung zu den Clinic-Clowns, die regelmäßig auf der Station im Einsatz sind und durch Spenden von Privatpersonen, Vereine und Unternehmen aus der Region unterstütz werden. Zudem suchte Dr. von Blankenburg den direkten Kontakt zu Kindern, Eltern und den Menschen in der Region durch eine Kinderradiosendung und weitere Informations- und Präventionsangebote.

Ein weiteres besonderes Anliegen war ihm die Aus-, Fort- und Weiterbildung. Regelmäßige Fortbildungen und Notfalltrainings gehörten ebenso dazu wie die Ausbildung von Famulantinnen und Famulanten sowie PJ-Studierenden. Als Akademisches Lehrkrankenhaus der Medizinischen Hochschule Hannover bildet das Sana Klinikum seit vielen Jahren angehende Ärztinnen und Ärzte aus. Auch über das Klinikum hinaus engagierte sich Dr. von Blanckenburg in Fachgremien und Qualitätszirkeln und setzte sich für verlässliche Strukturen in der Kinder- und Jugendmedizin ein. Vernetzung und Zusammenarbeit waren für ihn dabei immer ein wichtiger Bestandteil guter Medizin. Über viele Jahre bestand eine enge Kooperation mit dem Kinder- und Jugendkrankenhaus Auf der Bult. Auch mit der Medizinischen Hochschule Hannover arbeitet die Kinderklinik eng zusammen, unter anderem bei der Versorgung intensivpflichtiger Kinder.

„Unser gesamtes Team schätzt ihn als Chef sehr. Wer etwas lernen wollte, bekam von ihm immer die Möglichkeit dazu“, sagt Dr. Maren Krogh, Leitende Oberärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. „Es war ihm wichtig, sein Wissen weiterzugeben und uns als Team fachlich weiterzuentwickeln. Durch die unterschiedlichen Schwerpunkte in unserer Klinik konnte sich jeder einbringen und weiterqualifizieren. Gleichzeitig war er als Chefarzt immer ansprechbar. Dafür sind wir ihm sehr dankbar.“

Auch Dr. Sixtus Allert, Ärztlicher Direktor des Sana Klinikums, würdigt die langjährige Zusammenarbeit: „Philipp von Blanckenburg war über viele Jahre ein verlässlicher Kollege und ein echter Teamplayer. Er hat hohe Ansprüche an die medizinische Qualität gestellt, die immer wieder durch Zertifizierungen, Gütesiegel oder Audits ausgezeichnet wurde und sich gleichzeitig immer für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingesetzt. Besonders geschätzt habe ich seine zugewandte Art. Bei allen fachlichen und strukturellen Fragen wusste man bei ihm immer, worum es am Ende geht: Eine gute Versorgung der Kinder und ihrer Familien. Dafür hat er sich auch über die Grenzen des Klinikums hinaus eingesetzt.“

Die Nachfolge als Chefärztin übernimmt Dr. Anke Katharina Furck, eine erfahrene und international ausgewiesene Pädiaterin. Ganz verabschiedet sich Dr. von Blanckenburg allerdings nicht aus dem Sana Klinikum. Nach seinem Ausscheiden als Chefarzt bleibt er dem Haus und seinen Patientinnen und Patienten verbunden und wird weiterhin ambulant in der pädiatrischen Endokrinologie, Diabetologie und Gastroenterologie tätig sein.

„Nach 30 Jahren fällt mir der Abschied als Chefarzt sehr schwer“, sagt Dr. von Blanckenburg. „Ich blicke dankbar auf diese Zeit zurück. Ich durfte jeden Tag mit einem großartigen Team zusammenarbeiten, das sehr viel für unsere jungen Patientinnen und Patienten leistet. Mir war immer wichtig, dass wir uns medizinisch weiterentwickeln für unsere Patienten und ihre Familien. Umso mehr freue ich mich, dass ich dem Klinikum und meinen Patientinnen und Patienten weiterhin verbunden bleibe und wir mit Dr. Anke Furck eine sehr qualifizierte Nachfolgerin gewinnen konnten.“

20260828_Verabschiedung Dr. von Blanckenburg

Nach 30 Jahren am Klinikum wird Dr. Philipp von Blanckenburg als Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin verabschiedet 
(v.l.n.r. Oberbürgermeister Claudio Griese, Klinikgeschäftsführer Matthias Dürkop, Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendmedizin Dr. von Blanckenburg, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe Dr. Thomas Noesselt, Chefarzt und stellvertretender Ärztlicher Direktor Dr. Heiner Ruschulte) 

Download und Copyright