Viele Symptome der Herzschwäche sind den Baden-Württembergern nicht bekannt
Umfrage zu den Herzwochen 2024: Jeder Zweite findet Gründe, Krankheitssymptome zu ignorieren
„Stärke Dein Herz! Herzschwäche erkennen und behandeln“ – so lautet das Motto der diesjährigen Herzwochen der Deutschen Herzstiftung. Wichtige Aufklärungsarbeit, die die Herzstiftung betreibt, zeigt doch eine aktuelle Civey-Umfrage im Auftrag der Sana Kliniken AG, dass viele Menschen die ersten Symptome einer Herzschwäche nicht kennen oder Symptome gar ignorieren.
Chronische Herzschwäche, auch Herzinsuffizienz genannt, ist ein Zustand, bei dem die Pumpkraft des Herzens so weit abnimmt, dass nicht mehr genügend Blut und damit verbunden Sauerstoff und Nährstoffe zu Gehirn, Organen oder Muskeln gelangen. Dies hat schwerwiegende Folgen für den gesamten Organismus und kann das Leben des Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Schätzungen zufolge leiden in Deutschland etwa drei bis vier Millionen Menschen an chronischer Herzschwäche; nach Angaben des Statistischen Bundesamtes starben im Jahr 2023 etwa 38.000 Menschen daran. Eine Herzinsuffizienz entsteht dabei meistens nicht von heute auf morgen. Meist beginnt sie schleichend und die Pumpleistung des Herzens reduziert sich allmählich. Eine nachlassende Leistungsfähigkeit sowie Atemnot sind erste Vorboten. Neben den anfänglichen Leistungseinbußen und Symptomen wie Atemnot bei Belastung sind auch Wassereinlagerungen und eine Gewichtszunahme ganz typisch für eine Herzschwäche. Wenn die Pumpleistung nachlässt, schafft es der Herzmuskel nicht mehr, ausreichend Blut in den Körper zu befördern. Das führt zu einem Rückstau in den Venen und damit zu Wassereinlagerungen, vor allem an Füßen und Knöcheln. Zudem berichten Patienten häufig von Husten, Rasselgeräuschen beim Atmen, kalten Fingern, Füßen und Beinen, nächtlicher Harndrang oder Schwindelgefühlen.
Laut einer aktuellen Civey-Umfrage im Auftrag der Sana Kliniken AG nehmen viele Menschen diese ersten Symptome einer Herzinsuffizienz nicht ernst oder ignorieren sie gar. Die Anfang November abgeschlossene repräsentative Online-Befragung unter 5.000 Bundesbürgern ab 18 Jahren macht somit deutlich, dass die Menschen zu wenig über die Herzschwäche wissen. Für 88,2 Prozent der Menschen in Baden-Württemberg ist etwa mehrmaliger nächtlicher Harndrang kein Grund für einen Arztbesuch. 70,2 Prozent der Befragten würden ein erhöhtes Anstrengungsgefühl nicht abklären lassen. Schwellungen in den Füßen oder Knöcheln sind für 64,4 Prozent der Baden-Württemberger kein Anzeichen, das ärztlich untersucht werden sollte. Lediglich bei anhaltenden Atemproblemen würden mit 86,3 Prozent die Mehrheit der Befragten zum Arzt gehen. „Es ist erschreckend, wie wenig die Anzeichen eines schwachen Herzens in der Öffentlichkeit bekannt sind. Daher ist uns die Information und Aufklärung der Bevölkerung ein besonderes Anliegen“, so Dr. Thomas Brummer, Chefarzt der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Kardiologie im Biberacher Zentralkrankenhaus. „Über 100 Interessierte haben sich im Rahmen unserer diesjährigen Informationsveranstaltung zu den Herzwochen Anfang November über die Symptome, die Diagnostik sowie die Therapiemöglichkeiten der Herzschwäche informiert. Das zeigt uns, wie wichtig die Aufklärung ist und welchen Bedarf es in der Region gibt.“
Mehr als die Hälfte der Baden-Württemberger findet Gründe, Krankheitssymptome zu ignorieren
Etwa jeder Zweite in Baden-Württemberg ignoriert Krankheitssymptome. 36 Prozent gaben im Rahmen der Umfrage an, nur in Notfällen zum Arzt zu gehen. 15,5 Prozent ignorieren Symptome, weil sie sich nicht damit beschäftigen möchten. „Wir müssen den Menschen erklären, dass es keinesfalls reicht, nur in Notfällen zum Arzt zu gehen. Wer sich nicht mit ersten Beschwerden auseinandersetzt und dadurch womöglich erst in einem späten Stadium der Erkrankung zum Arzt geht, hat eine schlechtere Prognose, als Menschen, die frühzeitig zu einem Gesundheitscheck gehen. Daher mein Appell, anhaltende Symptome, und seien sie noch so unspezifisch, in jedem Fall abklären zu lassen“, so der Kardiologe.
Geschlechtsspezifische Unterschiede
Männer und Frauen haben bei Herzerkrankungen dabei teilweise sehr unterschiedliche Symptome. Frauen leiden zum Beispiel häufiger an einer Herzmuskelschwäche, bei der sich die linke Herzkammer nach der eigentlichen Pumpaktion zu langsam wieder füllt, da der Herzmuskel sich nicht rasch genug ausdehnen kann. Das führt oftmals zu Wassereinlagerungen. Bei Männern ist hingegen eher die Pumpleistung des Herzens reduziert. Generell sind die Symptome einer Herzschwäche bei Frauen meist weniger stark ausgeprägt als bei Männern. Diese Unterschiede sind jedoch häufig nicht bekannt. „Experten beschäftigen sich schon seit einigen Jahren mit der geschlechtersensiblen Medizin. Trotzdem kommt es in der Versorgungsrealität immer noch häufig vor, dass die oftmals unspezifischen Symptome bei Frauen nicht oder zu spät erkannt werden“, so der Herzmediziner abschließend.
Dr. Thomas Brummer, Chefarzt der Medizinischen Klinik im Biberacher Klinikum, setzt sich für die Information und Aufklärung rund um die Herzgesundheit ein.
Über das Sana Klinikum Landkreis Biberach
Das Sana Klinikum Landkreis Biberach ist ein Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Ulm und behandelt jährlich rund 18.000 stationäre Patientinnen und Patienten. Circa 31.000 Patienten werden darüber hinaus ambulant versorgt. Das Zentralklinikum steht für eine qualifizierte medizinische Behandlung in zertifizierten Zentren und Abteilungen, verfügt über elf Fachabteilungen sowie 370 Betten und beschäftigt rund 1.100 Mitarbeitende. Träger ist zu 74,9 Prozent die Sana Kliniken AG und zu 25,1 Prozent der Landkreis Biberach.
Über die Sana Kliniken AG
Die Sana Kliniken AG ist ein führender integrierter Gesundheitsdienstleister im deutschsprachigen Raum. Die ganzheitliche Gesundheitsversorgung für jährlich drei Millionen Patientinnen und Patienten erstreckt sich von Präventionsangeboten über die ambulante und stationäre Versorgung bis hin zu Nachsorge, Rehabilitation und Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln. Diese Leistungen werden bundesweit in 43 Krankenhäusern, 51 MVZ-Gesellschaften mit knapp 600 Arztsitzen sowie zusammen rund 60 Sanitätshäusern und Präventionspraxen erbracht. Darüber hinaus bietet Sana als B2B-Services auch Dienstleistungen und Beratung für externe Kliniken unter anderem in den Bereichen Einkauf, Logistik, Medizintechnik sowie Managementverträge an. 2023 erwirtschafteten die rund 38.600 Beschäftigten (Stand Dezember 2023) einen Umsatz von 3,3 Milliarden Euro. Eigentümer der 1976 gegründeten Sana Kliniken AG sind 24 Private Krankenversicherungen.