Stuttgart,
11
September
2025
|
10:00
Europe/Amsterdam

Welt-Sepsis-Tag: Blutvergiftung vermeiden

Zusammenfassung

·        Der Welt-Sepsis-Tag findet am 13. September 2025 statt.

·        Eine Sepsis ist ein lebensbedrohlicher Zustand und erfordert sofortiges Handeln.


Sepsis kurz erklärt 

Die Sepsis wird umgangssprachlich auch als Blutvergiftung bezeichnet. Mehr als 230.000 Menschen, davon über 10.000 Kinder, erkranken jedes Jahr in Deutschland an einer Sepsis, mindestens 85.000 sterben sogar daran. Weltweit sind fast 50 Millionen Menschen betroffen und rund 11 Millionen Todesfälle im Zusammenhang mit einer Sepsis bekannt. 

Auslöser einer Sepsis ist häufig eine lokale Infektion, die zunächst unbedenklich erscheint. Unser Immunsystem ist ständig mit der Abwehr von unerwünschten Eindringlingen, wie Bakterien oder Viren, beschäftigt. Daher bemerken wir die Abwehrvorgänge in unserem Körper normalerweise nicht. Ist das Immunsystem bei der Eindämmung einer lokalen Infektion überfordert, breiten sich die Erreger ungehindert aus. Dr. med. Steffen Emmert, Oberarzt in der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin sowie Sepsisbeauftragter im Karl-Olga-Krankenhaus erklärt: „Die ersten Anzeichen einer Sepsis sind oft unspezifisch und können sich durch Kreislaufprobleme, Fieber, eine schnelle Atmung oder Veränderungen des Bewusstseins zeigen. Mit fortschreitender Erkrankung verstärken sich die Symptome und Betroffene berichten von einem ungewöhnlich starken Krankheitsgefühl und intensiven Schmerzen. Unbehandelt kann sich daraus ein septischer Schock mit Organversagen entwickeln – ein lebensbedrohlicher Zustand, den es unbedingt zu verhindern gilt. Da frühe Symptome häufig übersehen werden, ist eine schnelle Diagnose und gezielte Behandlung entscheidend, um schwere Komplikationen und Todesfälle zu vermeiden.“ 


Risikofaktoren 

Prinzipiell kann eine Sepsis jeden treffen, es gibt aber einige Faktoren, die mit einem erhöhten Risiko einhergehen. Dazu gehören zum Beispiel chronische Erkrankungen, ein geschwächtes Immunsystem, eine kürzlich durchgeführte Operation, Schwangerschaft, Mangelernährung sowie Drogenabhängigkeit. „Bestimmte Personengruppen haben ein deutlich erhöhtes Risiko, an einer Sepsis zu erkranken – dazu zählen vor allem ältere Menschen, Neugeborene sowie Patientinnen und Patienten mit einem geschwächten Immunsystem, etwa durch chronische Erkrankungen, Krebsbehandlungen oder immunsuppressive Medikamente. Auch Menschen mit chronischen Wunden, Kathetern oder schweren Infektionen sind besonders gefährdet. Deshalb ist es so wichtig, bei diesen Risikogruppen besonders aufmerksam auf mögliche Warnzeichen zu achten“, sagt Oberarzt Dr. Emmert. 


Sepsis ist ein akuter Notfall 

Bei einer Sepsis handelt es sich um einen akuten Notfall, bei dem jede Minute zählt. Zur Erkennung einer Sepsis stellt die Kampagne „Deutschland erkennt Sepsis“ auf ihrer Homepage eine umfangreiche Checkliste zur Verfügung. Wer Symptome erkennt, kann sich mit dem Sepsis-Check absichern. Bei Verdacht ist der Notruf 112 oder der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 zu kontaktieren. 


Früherkennung ist das A und O 

Da es sich bei einer Sepsis um einen lebensgefährlichen Zustand handelt, hat die Früherkennung und sofortige Therapie bei Sana oberste Priorität. Sana engagiert sich schon seit vielen Jahren für Früherkennung sowie Therapie und wurde dafür bereits mit dem Best-Abstract-Preis der Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung e. V. ausgezeichnet. Prämiert wurde die Sepsis-Initiative, deren Kernstück der Sana Sepsis Pathway ist. Schwerpunkt des Programms ist die Umsetzung eines standardisierten Prozesses für die Erkennung, Diagnose und Therapie in allen Sana-Kliniken. 

Dr. Emmert betont: „Mit dem Sana Sepsis Pathway schaffen wir eine klare Struktur für schnelles und zielgerichtetes Handeln. Wir haben bei uns auf den Stationen das Flussdiagramm mit den wichtigsten Informationen zur Beurteilung von Infektionszeichen und Risikofaktoren aufgehängt und somit jederzeit vor Augen. Das gibt unseren Teams Sicherheit im Alltag und erhöht gleichzeitig die Überlebenschancen der Betroffenen erheblich.“ 

Der Sepsis Pathway wird kontinuierlich weiterentwickelt und bringt etablierte Maßnahmen zur Vermeidung der lebensbedrohlichen Erkrankung zu den Patienten „ans Bett“. Damit der Ernstfall erst gar nicht eintritt.