Senftenberg,
27
November
2025
|
15:33
Europe/Amsterdam

Zoff unterm Weihnachtsbaum?

Tipps von der Sana-Familien-Expertin für Entspannung im Advent und an den Feiertagen

Zusammenfassung
  • Familien-Expertin Babett Kauschmann von den Sana Kliniken Niederlausitz gibt Handlungsempfehlungen für eine möglichst stressfreie Vorweihnachtszeit
  • Prüfen, planen, kommunizieren - so wird die Liste der Aufgaben und Termine für Familien machbar
  • Leitende Interaktionstherapeutin rät: Fokus auf das, was wirklich wichtig ist

Geschenke besorgen, das Zuhause schmücken, die Feiertage vorbereiten, Weihnachtsfeiern und Jahres-End-Stress auf der Arbeit: In den letzten Wochen des Jahres ist die Liste der Aufgaben und Termine in vielen Lausitzer Familien besonders lang. Familien-Expertin Babett Kauschmann von den Sana Kliniken Niederlausitz gibt Tipps, wie Advent und Weihnachten entspannter werden und Zeit für die wirklich wichtigen Dinge bleibt.

„In der Vorweihnachtszeit kommen zwei Dinge ungünstig zusammen. Zum einen spielt uns die Natur einen Streich: Es wird früher dunkel und dadurch entsteht das Gefühl, dass wir weniger Zeit haben. Zum anderen wächst der Erwartungsdruck – beruflich und innerfamiliär“, erklärt Babett Kauschmann, leitende Interaktionstherapeutin der Familienzentrierten Interaktionstherapie in den Sana Kliniken Niederlausitz. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen begleitet sie Familien während der fünftägigen stationären Therapien im Krankenhaus Lauchhammer und weiß, warum das Zoff-Risiko gerade im Advent und zu Weihnachten besonders hoch ist.

 

Symbolbild Weihnachten

Gemeinsam spielen, vorlesen oder Plätzchen backen: Wie Familien die Adventszeit und die Feiertage gestalten wollen, sollten sie ganz individuell für sich entscheiden, rät Sana-Familien-Expertin Babett Kauschmann von der Familienzentrierten Interaktionstherapie (FAZIT) im Krankenhaus Lauchhammer. Download und Copyright

Profi-Tipp Nummer 1: Alles auf den Prüfstand. 

Weihnachtsmarkt, Adventskonzert, Besuch bei Oma, Weihnachtsfeiern im Verein oder auf der Arbeit, Bastelnachmittag im Kindergarten, Gänsebraten und so weiter. „Viele Familien beuteln sich zu Veranstaltungen oder Traditionen, die scheinbar sein müssen“, weiß Babett Kauschmann und fügt hinzu: „Oft glauben wir, Dinge tun zu müssen, weil sie von uns erwartet werden. Da kann es hilfreich sein, einmal aufzuschreiben, welche Erwartungen im Raum stehen. Wenn dann alle stressenden Fremderwartungen herausgestrichen werden, bleiben meist gar nicht mehr so viele übrig.“ Um aus dem Erwartungskarussell auszusteigen und sich von Stressfaktoren zu lösen, rät die Therapeutin dazu, genau zu hinterfragen: Was ist uns als Familie wirklich wichtig? Was sind unsere Rituale oder sollen unsere zukünftig sein?

Profi-Tipp Nummer 2: Gut geplant, weniger Stress

Wenn gemeinsam in der Familie besprochen wurde, was jedem im Advent und an den Festtagen wirklich am Herzen liegt und welche Rituale unbedingt dazugehören sollten, dann geht es ans Planen. „Was wichtig ist und wofür man sich Zeit nehmen möchte, sollte jede Familie ganz individuell für sich entscheiden. Vielleicht sind es Spielnachmittage, vielleicht ein Bummel über den Weihnachtsmarkt, vielleicht ein freier Vormittag am Adventssonntag für die Eltern oder handyfreie Abende, einen Tag im Schlafanzug bleiben und auf der Couch kuscheln, gemeinsam lesen oder spielen“, sagt die Expertin und rät dazu, sich ganz bewusst Qualitätszeit zu schaffen – frei nach dem Motto: Weniger ist mehr.

Babett Kauschmann, leitende Interaktionstherapeutin FAZIT

Babett Kauschmann ist leitende Interaktionstherapeutin von FAZIT. Mit ihrem Team der Familienzentrierten Interaktionstherapie begleitet sie jedes Jahr zahlreiche Familien während der stationären Therapie. Download und Copyright

Profi-Tipp Nummer 3: Klar kommunizieren

Um Zoff unterm Weihnachtsbaum zu vermeiden oder Enttäuschungen vorzubeugen, hilft es, möglichst frühzeitig miteinander ins Gespräch zu kommen. „Um niemandem vor den Kopf zu stoßen, kann man Oma und Opa diplomatisch sagen: ‚Wir wollen dieses Jahr mal was ausprobieren…‘ oder, Wir haben gemeinsam beschlossen, dass…. und würden uns freuen, wenn ihr das versteht‘“, erklärt die Therapeutin. Neue Rituale, wie lustiges Schrottwichteln statt kostspieliger Geschenkeberge oder die Entscheidung, alle etwas Leckeres zum gemeinsamen Brunchen statt Gänsebraten am Weihnachtstag mitzubringen, können den Stress für alle mindern und kommen vielleicht bei der ganzen Familie gut an.

Profi-Tipp Nummer 4: Fokus schärfen

Wer sich frühzeitig Gedanken über die Gestaltung der Vorweihnachtszeit und Festtage macht, der hat Zeit, um den Fokus zu schärfen. „Weihnachten ist die Zeit des Innehaltens und der Besinnlichkeit, von Werten wie Bodenständigkeit und Nächstenliebe. Wir selbst haben es in der Hand, das Bewusstsein dafür zu schärfen“, betont die Familien-Expertin.