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Interventionelle Pneumologie Modernste Behandlungsmöglichkeiten in der Lungenheilkunde

Die Lunge ist ein dreidimensionales Organ mit der inneren Oberflächengröße eines Tennisplatzes und versorgt unseren Körper mit Sauerstoff. Trotz seiner Größe ist das lebenswichtige Organ aufgrund des feinen Aufbaus äußerst anfällig für Erkrankungen. Dr. Wolfgang Hohenforst-Schmidt, Sektionsleiter der Lungenheilkunde im Sana Klinikum Hof,  im Gespräch über die Interventionelle Pneumologie und ihre modernsten Technologien zur Behandlung.

Was versteht man unter der Interventionellen Pneumologie?
Die Interventionelle Pneumologie bezeichnet in der Lungenheilkunde – im engeren Sinne – moderne bronchoskopische Eingriffe und – im weiteren Sinne – alle minimal-invasiven Techniken. Anstatt wie bei anderen Verfahren nur auf häufig vieldeutige Bilder zu vertrauen, gibt die Interventionelle Pneumologie durch einen Eingriff definitiv Aufschluss über krankhafte Veränderungen bei Erkrankungen des Brustkorbs. Im erweiterten Sinne gehören auch Lungengefäßerkrankungen dazu: Neben Gewebsdiagnosen, die über sogenannte bronchoskopische (von innen) oder transthorakale Techniken (von außen) gewonnen werden, spielen auch Messungen in und Darstellungen von Lungengefäßen eine wichtige Rolle.

In welchen Fällen wendet man die modernen bronchoskopischen Eingriffe an und wann sind diese sinnvoll?
Grundsätzlich wird die Lunge anatomisch in zentrale (direkt einsehbare) Bronchien, periphere Atemwege und das eigentliche Lungengewebe, den Mittelfellraum sowie das Rippenfell eingeteilt. Alle diese Teilareale können bei einem Eingriff mittels verschiedener Techniken sicher, schonend, schmerzlos und gut kontrolliert erreicht werden. Es gibt eine Vielzahl an Erkrankungen, die typischerweise diagnostisch und therapeutisch mittels einer Bronchoskopie gezielt angegangen werden können. Dazu zählen unter anderem eine Lungenentzündung, die sich über die Bronchien erstreckt, ein Fremdköper (insbesondere bei Kindern), vergrößerte Lymphknoten, bösartige Geschwülste (bis in den Millimeter-Bereich) oder kleine Atemwege, die zum Beispiel bei schwerem Asthma betroffen sind. Darüber hinaus können gut- und bösartige Erkrankungen im oder am Rippenfell (zum Beispiel ein sogenannter Pleuraerguß) behandelt werden. Im Therapiemodus werden zunehmend nicht mehr nur verschiedene medizinische Implantate wie Ventile, Stents oder Drainagen, sondern auch physikalische Verfahren eingesetzt, die mit Hitze oder Kälte gezielt krankhaftes Gewebe abtöten oder übermäßiges Gewebe reduzieren können.

Daneben gibt es das sogenannte vaskuläre System der Lunge, das verschiedene Gefäßsysteme sowie die Herzhöhlen umfasst und unter anderem aus Blutgefäßen besteht. Auch bei Erkrankungen in diesen Regionen (wie etwa Erkrankungen des Herzbeutels oder zentrale Formen einer Lungenembolie) können bronchoskopische Verfahren helfen, Diagnosen zu sichern. Denn die Live-Visualisierung ist von innen extrem genau, die Erreichbarkeit dieser Strukturen (zum Beispiel eines hinteren Herzbeutelergusses) ist aufgrund der örtlichen Nähe von nur wenigen Millimetern sehr einfach.

Welche Vorteile bieten die Techniken für Patienten?
Es gibt mittlerweile eine große Vielfalt an technologischen Verfahren, die für die Behandlung eingesetzt werden können und eine hohe Behandlungseffektivität sowie deutlich bessere Prognosen erzielen. Der Vorteil der Interventionellen Pneumologie für Patienten liegt zudem in der schonenden Herangehensweise. Da die meisten Erkrankungen mit kleinen Instrumenten diagnostiziert oder auch therapiert werden können, ist die Gewebeinvasivität sehr niedrig. Patienten müssen bei diesem Eingriff meist auch nur eine Nacht im Krankenhaus bleiben.

Kontakt

Dr. Wolfgang Hohenforst-Schmidt

Dr. Wolfgang Hohenforst-Schmidt

Sektionsleiter der Lungenheilkunde, Sana Klinikum Hof

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