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Tipps zur körperlichen Betätigung im WinterSport bei COPD

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Lungenerkrankungen in Deutschland deutlich gestiegen. Besonders stark ist die Zunahme bei chronisch-obstruktiven Fällen, der sogenannten COPD. Davon sind bundesweit knapp sechs Prozent der Erwachsenen betroffen.

COPD: Das Krankheitsbild kurz erklärt

Unter COPD versteht man eine chronische Verengung der Atemwege aufgrund einer dauerhaften Schadstoffbelastung beziehungsweise einer Entzündung der Schleimhäute in den Bronchien. Die COPD kann mit oder ohne Lungenemphysem auftreten. Bei einem Lungenemphysem sind die Lungenbläschen zerstört, in denen der Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid stattfindet. Die Folge: Es wird weniger Sauerstoff über die Lungen aufgenommen, und der Sauerstoffgehalt im Blut nimmt drastisch ab. Das ohnehin erlebte Gefühl der Atemnot aufgrund der entzündeten Schleimhäute nimmt weiter deutlich zu, Patienten fühlen sich erschöpft und besonders bei sportlicher Aktivität sehr schnell belastet.

Sport trotz COPD?

Viele Patienten mit COPD sind unsicher, ob sie mit der Erkrankung Sport treiben können. Vor allem im Winter fürchten sie zudem eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes durch die Kälte. Dr. André Althoff, Chefarzt der neuen Klinik für Pneumologie am Sana Klinikum Offenbach, gibt Entwarnung: „Grundsätzlich dürfen auch COPD-Patienten Sport treiben. Es ist sogar ratsam. Je nach Schweregrad, Alter und gesundheitlichem Gesamtzustand eignen sich dazu vor allem Ausdauersportarten wie Radfahren, Wandern und Walking, Schwimmen, Gymnastik oder Tanzen. Auch leichtes Krafttraining kann positive Wirkungen haben.“ Dabei sollten auch COPD-Patienten an kalten Tagen besonders auf einen geregelten Wärmehaushalt achten, damit der Körper nicht auskühlt. „Je kälter es ist, umso leichter kühlt der Körper aus. Deshalb muss der Körperschweiß von entsprechender Kleidung weitergeführt werden, da nasse Kleidung sonst sehr schnell zu einer starken Unterkühlung führen kann“, betont der Pneumologe. Atmungsaktive Wäsche sei daher im Winter gerade für chronisch kranke Sportler sehr wichtig. Erst bei sehr kalten Temperaturen mit deutlichen Minusgraden sollten die sportlichen Aktivitäten nach drinnen verlegt werden. Ungeeignet erscheinen dem Experten laufintensivere Sportarten mit sich schnell wandelnden Belastungszuständen wie Tennis, Fußball oder Squash. Aufgrund des geringeren Sauerstoffgehalts in der Luft ist auch von allen Arten des Höhensports abzuraten.

Studien belegen die positive Wirkung des Sports sogar bei Patienten mit schwerer COPD und Sauerstoffgerät. Denn der Sport regt die Atmung und die Durchblutung an und stärkt den Körper und seine Abwehrkräfte im Allgemeinen. Dennoch sollten Menschen mit COPD – insbesondere im fortgeschrittenen Stadium – zunächst mit einem leichten Training unter ärztlicher Einbindung beginnen. Geeignete Angebote gibt es unter anderem im Rahmen von Reha-Maßnahmen oder in spezialisierten Laufsportgruppen. Dr. Althoff empfiehlt, sich nicht zu überanstrengen, sondern die Anstrengung langsam zu steigern, sich vor dem Sport immer erst mit leichten Dehnübungen aufzuwärmen und Notfallmedikamente bereitzuhalten. Wenn möglich, sollten Betroffene zudem ihre Atmung mit einem Atemphysiotherapeuten trainieren.

Kontakt

Dr. André Althoff

Dr. André Althoff

Chefarzt der Klinik für Pneumologie, Sana Klinikum Offenbach

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