Biberach,
16
September
2024
|
08:30
Europe/Amsterdam

DRK-Kreisverband Biberach und Biberacher Sana Klinikum informieren auf dem Wochenmarkt

Woche der Wiederbelebung

Zusammenfassung

Experten schätzen, dass jedes Jahr etwa 65.000 Menschen am plötzlichen Herztod sterben. Dabei ist dieser in vielen Fällen vermeidbar. Die Voraussetzung – eine schnelle erste Hilfe. Der DRK-Kreisverband Biberach und das Biberacher Sana Klinikum nutzen daher die „Woche der Wiederbelebung“, die in diesem Jahr vom 16. bis 22. September stattfindet, um aufzuklären und zu sensibilisieren. Dafür ist das Team aus Klinikärzten und DRK-Mitarbeitenden am Samstag, den 21. September ab 8 Uhr auf dem Biberacher Wochenmarkt.

Ein gesundes Herz schlägt durchschnittlich 100.000 Mal pro Tag und bis zu drei Milliarden Mal im Laufe eines Lebens. Doch etwa alle sieben Minuten bleibt in Deutschland plötzlich ein Herz stehen. Experten schätzen, dass jedes Jahr etwa 65.000 Menschen am plötzlichen Herztod sterben. Dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V. zufolge entspricht das ungefähr 20 Prozent aller durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachten Todesfälle. Dabei ist das Krankheitsbild keineswegs einheitlich. Die häufigste Ursache ist eine koronare Herzkrankheit, aber auch Erkrankungen des Herzmuskels, der Herzklappen oder angeborene Herzfehler können zum plötzlichen Herztod führen. Oftmals bleiben diese Erkrankungen lange Zeit unbemerkt, sodass der Herztod nicht selten ohne Vorwarnung auftritt.

Zur Vorbeugung sind daher regelmäßige Untersuchungen wichtig, um möglicherweise unentdeckte Erkrankungen frühzeitig zu identifizieren und eine entsprechende Therapie einzuleiten. Zudem ist es hilfreich, die Risikofaktoren im Blick zu haben. Prinzipiell kann ein plötzlicher Herztod Menschen jeglichen Alters treffen: von jung, etwa bei einem erblichen Risiko, bis alt, wenn zum Beispiel eine koronare Herzkrankheit vorliegt. Allerdings steigt das Risiko mit zunehmenden Lebensjahren und mit dem Vorhandensein anderer Erkrankungen oder Faktoren wie Diabetes, Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, Adipositas, Rauchen oder Bewegungsmangel. Männer haben zudem ein insgesamt höheres Risiko als Frauen.

Ein plötzlicher Herztod kommt, so lässt es der Namen bereits vermuten, schnell. So fallen scheinbar gesunde Menschen ohne ersichtlichen Grund mitten im Gehen, Stehen oder beim Sport einfach um oder sinken im Stuhl zusammen. Betroffene reagieren nicht mehr auf Ansprache und atmen nicht mehr. Ab dann zählt jede Minute. Denn wenn die Blutzufuhr zum Gehirn und anderen lebenswichtigen Organen unterbrochen ist, sinkt die Überlebenschance mit jeder verstrichenen Minute um 10 Prozent. „Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sofort mit der Herzdruckmassage gestartet wird. Solange, bis der Rettungsdienst eintrifft“, so Michael Mutschler, Leiter Rettungsdienst beim DRK-Kreisverband Biberach e.V. PD Dr. Sebastian Hafner, Chefarzt des Zentrums für Anästhesiologie am Biberacher Sana Klinikum, ergänzt: „Viele Menschen haben Bedenken, dass sie dabei etwas falsch machen oder die bewusstlose Person möglicherweise verletzen. Solche Sorgen sind jedoch völlig unbegründet. Wirklich problematisch ist es nur, wenn nichts getan wird.“

Aus diesem Grund haben sich Klinikum und DRK im Rahmen der „Woche der Wiederbelebung“ zusammengeschlossen mit dem Ziel, auf dem Wochenmarkt möglichst viele Menschen zu erreichen, über lebensentscheidende Sofortmaßnahmen zu informieren, Kenntnisse wiederaufzufrischen und Hemmschwellen abzubauen. „Für uns ist das eine echte Herzensangelegenheit. Denn, obwohl der plötzliche Herztod eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland ist, ist die Helferquote im internationalen Vergleich alarmierend gering“, so die Experten von DRK und Sana. Dabei sind die Maßnahmen relativ einfach. Mit der bewährten Formel PRÜFEN, RUFEN, DRÜCKEN kann jeder Laienhelfer engagiert eingreifen und den Betroffenen vor möglichen Folgeschäden oder gar vor dem Tod retten. Die Rettungskette läuft wie folgt ab:                                       

  1. PRÜFEN: Ist die Person noch bei Bewusstsein? Atmet sie noch?
  2. RUFEN: Der Ersthelfende erkennt einen Herzkreislaufstillstand und wählt den Notruf (112) oder bittet eine andere Person darum.
  3. DRÜCKEN: Die Rettungsleitstelle leitet telefonisch zur Reanimation an, während sie parallel die Hilfskräfte alarmiert. Die Herzdruckmassage muss fest in die Mitte des Brustkorbs, mindestens 100-mal pro Minute durchgeführt werden – solange, bis der Notarzt eingetroffen ist.

    Playlist für den „richtigen Takt“

Ein automatisierter externer Defibrillator (AED) sollte nach Empfehlung der Deutschen Herzstiftung zum Einsatz kommen, wenn mindestens zwei Helfer anwesend sind und bekannt ist, wo sich in unmittelbarer Umgebung ein Gerät befindet. Die Rettungsleitstelle verfügt über ein sogenanntes AED-Kataster, indem alle ihr gemeldeten Geräte aufgelistet sind. So sind beispielsweise viele öffentliche Plätze und Gebäude mit AEDs ausgestattet. Der genaue Ort ist durch ein grünes Hinweisschild mit Herz-Symbol gekennzeichnet. Es ist sehr wichtig, dass ein Helfer die Herzdruckmassage weiter durchführt, während der andere den AED holt. Ansonsten wird über die Rettungsleitstelle das „Team der Lebensretter“ über das Smartphone alarmiert. Einer der Lebensretter holt dann, falls noch nicht geschehen, den nächstgelegenen AED.

Woche der Wiederbelebung

DRK und Sana sind am Samstag, den 21. September ab 8 Uhr gemeinsam auf dem Wochenmarkt vertreten und informieren rund um das Thema plötzlicher Herzstillstand und Reanimation. 

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Über das Sana Klinikum Landkreis Biberach 

Das Sana Klinikum Landkreis Biberach ist ein Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Ulm und behandelt jährlich rund 18.000 stationäre Patientinnen und Patienten. Circa 31.000 Patienten werden darüber hinaus ambulant versorgt. Das Zentralklinikum steht für eine qualifizierte medizinische Behandlung in zertifizierten Zentren und Abteilungen, verfügt über elf Fachabteilungen sowie 370 Betten und beschäftigt rund 1.100 Mitarbeitende. Träger ist zu 74,9 Prozent die Sana Kliniken AG und zu 25,1 Prozent der Landkreis Biberach.

Über die Sana Kliniken AG

Die Sana Kliniken AG ist ein führender integrierter Gesundheitsdienstleister im deutschsprachigen Raum. Die ganzheitliche Gesundheitsversorgung für jährlich drei Millionen Patientinnen und Patienten erstreckt sich von Präventionsangeboten über die ambulante und stationäre Versorgung bis hin zu Nachsorge, Rehabilitation und Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln. Diese Leistungen werden bundesweit in 43 Krankenhäusern, 51 MVZ-Gesellschaften mit knapp 600 Arztsitzen sowie zusammen rund 60 Sanitätshäusern und Präventionspraxen erbracht. Darüber hinaus bietet Sana als B2B-Services auch Dienstleistungen und Beratung für externe Kliniken unter anderem in den Bereichen Einkauf, Logistik, Medizintechnik sowie Managementverträge an. 2023 erwirtschafteten die rund 38.600 Beschäftigten (Stand Dezember 2023) einen Umsatz von 3,3 Milliarden Euro. Eigentümer der 1976 gegründeten Sana Kliniken AG sind 24 Private Krankenversicherungen.