Radevormwald,
12
Dezember
2025
|
12:31
Europe/Amsterdam

Eine gesunde Vorweihnachtszeit – wie Herz, Magen und Seele im Gleichgewicht bleiben

Zusammenfassung

Gesundheit im Advent bedeutet, auf den eigenen Körper zu hören und Genuss mit Maß zu verbinden.

Plätzchenduft, Kerzenschein und Stress – selten liegen Besinnlichkeit und Hektik so nah beieinander wie im Advent. Zwischen Weihnachtsfeiern, Geschenklisten und üppigen Buffets verliert man schnell das Maß. Aus internistischer Sicht ist dies die heikelste Zeit des Jahres: Der Blutzucker tanzt, die Leber arbeitet auf Hochtouren, und so mancher Magen wünscht sich schon am Nikolaustag eine kleine Auszeit. Dabei lässt sich die Vorweihnachtszeit auch gesund und genussvoll gestalten – ganz ohne asketische Prinzipien, erklärt Marco Wagner, Chefarzt der Inneren Medizin am Sana-Krankenhaus Radevormwald.

Die Realität der Adventszeit
„Viele Menschen spüren im Dezember den Drang, das Feiern nachzuholen, das im Alltag oft zu kurz kommt“, berichtet Wagner. „Doch der Körper kennt keine Feiertage – er reagiert auf zu viel Fett, Zucker und Alkohol mit denselben Konsequenzen wie sonst auch. Sodbrennen, Völlegefühl, Bluthochdruck oder nächtliche Unruhe sind die stillen Begleiter der Feststimmung.“

Essen mit Bewusstsein statt Verzicht
Gesunde Ernährung in der Adventszeit bedeutet nicht, auf Genuss zu verzichten. Wer beim Backen Vollkornmehl oder Nüsse verwendet, hat nicht nur mehr Geschmack, sondern auch Ballaststoffe und gesunde Fette im Gepäck. Eine Handvoll Mandeln zwischendurch ist besser als die dritte Portion Vanillekipferl. Auch der Glühwein lässt sich durch alkoholfreie Varianten oder warme Fruchtpunsch-Alternativen ersetzen – Herz, Leber und Schlaf danken es, so Wagner.

Bewegung als Gegengewicht
Bewegung ist das beste Gegengewicht zu kulinarischen Versuchungen. Ein Spaziergang über den Weihnachtsmarkt hilft, Bewegung in den Alltag einzubauen – vorausgesetzt, man bleibt nicht an jedem zweiten Stand stehen. Auch gemeinsames Plätzchenbacken kann sportlich gestaltet werden: Musik an, tanzen beim Ausstechen – das verbrennt Kalorien und hebt die Stimmung. Schon 30 Minuten Bewegung pro Tag senken das Risiko für Bluthochdruck und stabilisieren den Blutzuckerspiegel.

Licht, Rhythmus und Schlaf
Nicht zu unterschätzen ist der Einfluss der Dunkelheit auf Stimmung und Antrieb. Tageslicht, regelmäßige Spaziergänge und strukturierte Tagesabläufe helfen, den inneren Rhythmus zu bewahren. Ein heißer Tee am Nachmittag – ohne Smartphone – kann zu einer kleinen Achtsamkeitsübung werden. Ebenso wichtig ist ausreichend Schlaf: Wer abends spät isst oder Alkohol trinkt, bringt den Schlafrhythmus durcheinander. Ein festes Abendritual – Kerzenschein, leise Musik und ein leicht verdauliches Abendessen – unterstützt Herz und Verdauung gleichermaßen.

Marco Wagner betont: „Gesundheit im Advent ist kein Verzichtsprogramm, sondern eine Einladung zur Balance. Wer achtsam genießt, sich bewegt und auf seinen Körper hört, wird feststellen: Die Vorweihnachtszeit schmeckt besser, wenn man sie mit Maß und Bewusstsein lebt.“

Marco Wagner

Marco Wagner, Chefarzt Innere Medizin

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