Emotionaler Abschied von Klinikseelsorgerin Birgit Hodemann nach 25 Jahren Dienst am Patienten
„Heute verabschieden wir eine Frau, von der ich lange dachte, sie sei bei uns unbefristet angestellt – nicht auf dem Papier, sondern im Herzen dieses Hauses. Eine Frau, die über ein Vierteljahrhundert lang ein fester, verlässlicher und zutiefst menschlicher Bestandteil unseres Hauses war. Eine Frau, die in vielen Momenten das getan hat, was im Krankenhausalltag oft zu kurz kommt: innehalten, zuhören, trösten, begleiten – und Hoffnung schenken.“ Mit diesen Worten leitete Matthias Dürkop , Geschäftsführer des Sana Klinikums, die Feierstunde zur Verabschiedung der Klinikseelsorgerin Birgit Hodemann in den Ruhestand ein, und traf damit genau das, was die vielen Gäste und Wegbegleiter angesichts der langen Tätigkeit von Birgit Hodemann im Klinikum bewegte.
Auch der stellvertretende ärztliche Direktor und Chefarzt für Anästhesie und Intensivmedizin, Dr. Heiner Ruschulte, brachte diese Anerkennung und Dankbarkeit zum Ausdruck: “Mir ist bewusst, wieviel Ihre Arbeit und auch die der „Grünen Damen“ dazu beiträgt, dass Patienten sich nicht nur als Reparaturobjekt, sondern auch als ganze Menschen wahrgenommen fühlen, die auch nicht-körperliche Bedürfnisse haben.” Es wurde deutlich, dass die Klinikseelsorge -auch wenn sie in der Wahrnehmung des Klinikalltages oft unterzugehen scheint- eine wichtige Rolle für die Patienten, aber auch für das Klinikpersonal einnimmt. Birgit Hodemann begann im Jahr 2000 mit ihrer Tätigkeit im Sana Klinikum und prägte so ein Vierteljahrhundert seelsorgerliche Arbeit für die Patienten. Der „Raum der Stille“, ein Rückzugs- und Gebetsraum für alle Menschen im Klinikum trägt ihre Handschrift. Selbst der evangelischen Kirche angehörig, öffnete sie den Raum aber ebenso für Menschen anderer Glaubensrichtungen, wie auch für Menschen, welche einfach einen Raum zum Innehalten suchten. Sogar Trauungen wurden dort vollzogen. Auf ihrer Einladungskarte war das Meer zu sehen und Spuren im Sand. Sie wollte sich stets mit den Patientinnen und Patienten auf Spurensuche begeben: „Was ist ein Bild, das trägt und mit welchem Bild kann ich neue Kraft finden? Und dann mit dieser Kraft wieder Schritte wagen und neue Perspektiven erahnen.“ Eine weitere Spur war für Birgit Hodemann die Sternenkinder-Bestattung. Vor 20 Jahren begonnen, ist inzwischen ein zweites Gräberfeld entstanden. Ein Ort der Trauer und des Gedenkens für die im Mutterleib verstorbenen Kinder. Sie selber habe auch viel von den Patienten gelernt, vor allem über die Kostbarkeit des Lebens. „Viel habe ich gelernt, an manchem länger getragen, manches ertragen -aber nun am Ende bin ich dankbar für das Vertrauen, was mir entgegengebracht wurde.“
Eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger wird derzeit gesucht, doch auch nach den weiteren Rednern wurde eines deutlich: die Spuren die Birgit Hodemann nach 25 Jahren im Sana Klinikum hinterlässt sind groß und sicherlich nicht einfach zu ersetzen.
Verabschiedung Birgit Hodemann (Foto Peter Höxter)
Auch die Grünen Damen verabschieden sich nach 25 Jahren von Klinikseelsorgerin Brigit Hodemann.