Radevormwald,
03
Juni
2026
|
13:15
Europe/Amsterdam

Hitze kann lebensgefährlich werden – Chefarzt warnt vor Gesundheitsrisiken im Sommer

Hitzeaktionstag am 11. Juni rückt Schutz besonders gefährdeter Menschen in den Fokus

Zusammenfassung

Sommerliche Temperaturen sind für viele Menschen mehr als nur eine Belastung. Schon kleine Maßnahmen können helfen, gesundheitliche Folgen extremer Hitze zu verhindern. 

Die Sommer in Deutschland werden zunehmend heißer – und damit steigen auch die gesundheitlichen Risiken. Anlässlich des bundesweiten Hitzeaktionstages am 11. Juni warnt Marco Wagner, Chefarzt der Inneren Medizin am Sana Krankenhaus Radevormwald, vor den oft unterschätzten Folgen hoher Temperaturen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen sowie Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. „Viele Menschen freuen sich auf sonniges Wetter. Medizinisch betrachtet können hohe Temperaturen den Körper jedoch schnell erheblich belasten“, sagt Wagner. Gerade längere Hitzeperioden führten regelmäßig zu einem Anstieg internistischer Notfälle.
 
Besonders betroffen seien ältere Menschen, bei denen das Durstempfinden häufig nachlasse und die körpereigene Temperaturregulation weniger effizient arbeite. Hinzu kämen Vorerkrankungen wie Herzinsuffizienz, Bluthochdruck, Diabetes oder chronische Lungenerkrankungen. „Diese Erkrankungen können sich bei großer Hitze deutlich verschlechtern“, so der Chefarzt. Bei hohen Außentemperaturen versuche der Körper, überschüssige Wärme über die Haut abzugeben. Die Blutgefäße weiten sich, der Kreislauf wird stärker belastet, der Flüssigkeitsbedarf steigt. Wird zu wenig getrunken, drohen Kreislaufprobleme, Schwindel, Konzentrationsstörungen oder im Extremfall ein Hitzschlag. „Wir sehen in heißen Sommerwochen immer wieder Patientinnen und Patienten mit schwerer Dehydrierung oder Kreislaufzusammenbrüchen“, berichtet Wagner. Auch Nierenfunktionsstörungen nähmen in dieser Zeit zu. Besonders kritisch sei die Situation bei Menschen, die entwässernde Medikamente einnehmen oder bereits unter eingeschränkter Herz- oder Nierenfunktion leiden. 

Hitze als ernstzunehmender Gesundheitsfaktor 

Zusätzlich belaste Hitze den Schlaf und schwäche den Organismus weiter. Mehrere aufeinanderfolgende Hitzetage würden häufig unterschätzt. Besonders alleinlebende ältere Menschen liefen Gefahr, Warnzeichen zu spät wahrzunehmen. Der Hitzeaktionstag soll bundesweit für mehr Bewusstsein in Bezug auf Prävention und Vorsorge sensibilisieren. Aus Sicht des Sana Krankenhauses Radevormwald beginnt wirksamer Hitzeschutz im Alltag: ausreichend trinken – idealerweise Wasser oder ungesüßte Getränke –, direkte Sonne in den Mittagsstunden meiden und körperliche Belastung in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegen. 
Auch die richtige Kleidung könne helfen, den Körper zu schützen. „Helle, leichte Kleidung und eine Kopfbedeckung reduzieren die Wärmebelastung“, so Wagner. Wohnräume sollten möglichst kühl gehalten werden – etwa durch nächtliches Lüften und konsequent geschlossene Rollläden am Tag. Besondere Aufmerksamkeit gelte pflegebedürftigen Menschen. „Es ist wichtig, regelmäßig nach älteren Angehörigen oder Nachbarn zu schauen – insbesondere während längerer Hitzeperioden“, betont der Chefarzt. Oft seien es einfache Maßnahmen, die schwerwiegende Folgen verhindern könnten. 

Mit Blick auf die Zukunft sieht Wagner eine klare Entwicklung: Hitzeperioden treten häufiger, früher im Jahr und über längere Zeiträume auf. Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen müssten sich darauf zunehmend einstellen. „Hitze ist längst nicht mehr nur ein Wetterphänomen, sondern ein relevanter Gesundheitsfaktor“, so Wagner. 

Der Hitzeaktionstag am 11. Juni verstehe sich daher auch als gesellschaftlicher Appell. Gesundheitswesen, Kommunen, Pflege und Bevölkerung seien gemeinsam gefordert, besonders gefährdete Menschen besser zu schützen. „Viele hitzebedingte Erkrankungen wären vermeidbar, wenn frühzeitig reagiert wird“, fasst Wagner zusammen. „Der wichtigste Schutz ist Aufmerksamkeit – für sich selbst und für andere.“ 
 

Über das Sana Krankenhaus Radevormwald

Im Sana Krankenhaus Radevormwald werden Sie hochwertig medizinisch versorgt sowie patientenorientiert und menschlich zugewandt betreut und gepflegt. Als leistungsstarkes Krankenhaus der Grundversorgung stellen wir die stationäre medizinische Behandlung und die Notfallversorgung der Bevölkerung in Radevormwald und Umgebung sicher.

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