Elmshorn und Pinneberg,
10
Dezember
2025
|
17:50
Europe/Amsterdam

Psychiatrische Versorgung neu gedacht

Regio Kliniken planen für den Kreis Pinneberg Modellprojekt

Menschen mit psychischen Erkrankungen benötigen sehr unterschiedliche Unterstützung: Manche sind auf eine stationäre Behandlung angewiesen, andere kommen mit einer Tagesklinik, ambulanter Therapie oder Hilfe zu Hause besser zurecht. Die Regio Kliniken wollen dieser Vielfalt künftig noch besser gerecht werden und ein Modellprojekt nach § 64b SGB V im Kreis Pinneberg etablieren.

Das Projekt vernetzt stationäre, teilstationäre und ambulante Angebote zu einem durchgängigen Betreuungssystem. Ziel ist eine Versorgung, die sich möglichst nah am Alltag der Betroffenen orientiert, Übergänge erleichtert und die Therapieeffekte nachhaltig sichert. Bundesweit werden derartige Modellprojekte bereits an 22 Standorten umgesetzt, fünf davon in Schleswig-Holstein.

„Wir wollen, dass Menschen genau die Unterstützung bekommen, die sie brauchen“, sagt Dr. Rahul Sarkar, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Regio Kliniken: „Wer eine stationäre Behandlung benötigt, sollte diesen Platz bekommen. Wer besser ambulant begleitet werden kann, soll auch diese Möglichkeit haben, so flexibel, individuell und nah am Alltag wie möglich.“

Ein Budget – viele Wege der Behandlung

Herzstück des Projekts ist ein regionales Psychiatrie-Budget. Die Klinik erhält ein festes Jahresbudget und kann Leistungen flexibel kombinieren: So entsteht ein Versorgungssystem, das sich nicht starr in Sektoren arbeitet, sondern an den Bedürfnissen der Betroffenen orientiert.

„Die Idee ist, ambulante und stationäre Versorgung zu verzahnen“, erklärt Dr. Rahul Sarkar. „Sie also nicht – wie bisher – zu trennen, sondern bedarfsgerecht zusammenzuführen. So können wir genau dort helfen, wo Unterstützung gerade oder im Therapieverlauf am dringendsten gebraucht wird - stationär, in der Tagesklinik, ambulant oder direkt im heimischen Wohnzimmer, wenn Patientinnen oder Patienten ihr Zuhause nicht mehr verlassen können.“

Kontinuität und Nähe zum Alltag

Soweit möglich begleitet dasselbe Behandlungsteam die Patient:innen über alle Therapie-Phasen hinweg. Das schafft Vertrauen, Stabilität und hilft, ein Zurückfallen in alte Muster zu vermeiden.

Ein weiterer zentraler Baustein des Modellprojekts ist die Behandlung ins Lebensumfeld zu holen. „Nicht jede psychische Erkrankung kann zu Hause behandelt werden. Wenn es aber möglich ist, die Betroffenen, dort wo sie leben, wohnen und arbeiten, zu begleiten, wirkt die Therapie oft langfristig“, so Dr. Rahul Sarkar: „Wir können außerdem früher helfen und eingreifen, ehe eine Krise eskaliert. Dadurch lassen sich Klinikaufenthalte häufig verkürzen oder sogar ganz vermeiden.“

Kostenträger müssen grünes Licht geben

Damit das Modell im Kreis starten kann, müssen die Kostenträger zustimmen. Die Regio Kliniken werben aktuell für das Projekt und befinden sich derzeit mit der AOK, der Barmer, der DAK und weiteren Krankenkassen in Gesprächen.

Dr. Rahul Sarkar: „Wir wissen, dass Veränderungen Mut erfordern, aber wir sind überzeugt: Dieses Modell eröffnet einen Versorgungsweg, der wirklich den Bedürfnissen der Menschen entspricht“.

Insbesondere mit Blick auf den Bau des neuen Gesundheitscampus am Ossenpadd in Pinneberg. Die Planungen des Modellprojekts fallen hier in eine zentrale Phase. Für den neuen Gesundheitscampus werden derzeit planerisch Weichen gestellt.

Gundolf Thurm, Geschäftsführer der Regio Kliniken: „Wir wollen mit allen Fachbereichen in den neuen Gesundheitscampus ziehen – natürlich auch mit einer modern aufgestellten Psychiatrie. Das Modellprojekt zeigt, wie innovative psychiatrische Versorgung aussehen kann. Und wir haben damit jetzt die Chance, die Psychiatrie in unserem neuen Zentralklinikum zukunftsfähig zu planen und baulich zu gestalten, damit wir unsere Patientinnen und Patienten bestmöglich, flexibel und individuell versorgen und begleiten können.“

Modellprojekt Psychiatrie Foto
Stehen hinter dem Modellprojekt: die Doppelspitze der Geschäftsführung der Regio Kliniken Regina Hein und Gundolf Thurm und Dr. Rahul Sarkar, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Regio Kliniken

Download

DownloadFoto_Modellprojekt_Psychiatrie

Über die Regio Kliniken GmbH

Die zu Sana gehörenden Regio Kliniken Pinneberg und Elmshorn versorgen mit derzeit rund 2.300 Mitarbeitenden die Bevölkerung im Kreis Pinneberg, westlich von Hamburg. Zu den Regio Kliniken gehören zwei Krankenhäuser mit insgesamt 767 Betten und ambulanten Bereichen, Medizinische Versorgungs-Zentren (MVZ), Reha-Einrichtungen, ein Bildungszentrum, ein Hospiz sowie ein Altenheim. Die Regio Kliniken sind ein innovatives und sehr dynamisches Unternehmen, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, den dringend notwendigen Wandel im Gesundheitswesen aktiv anzugehen. Unsere Vision, Menschen zu stärken, prägt unser Handeln. Durch unsere hohe Kompetenz sowie individuell ausgerichtete Behandlung und Fürsorge wachsen Gesundheit und Lebensqualität unserer Patientinnen und Patienten. Basis hierfür ist eine moderne und menschenzugewandte Unternehmenskultur mit vielen Möglichkeiten zur Gestaltung und Persönlichkeitsentfaltung.

Über die Sana Kliniken AG