Zertifikatsübergabe Spine Pro: Sana Klinikum Offenbach setzt ERAS-Konzept für Patient:innen in der Wirbelsäulenchirurgie um
Ab sofort kommt im Sana Klinikum Offenbach das ERAS-Konzept auch in der Wirbelsäulenchirurgie zum Einsatz - und dies selbst bei Patient:innen mit Vor- und Begleiterkrankungen. Das ist ein Novum, denn das Konzept, dessen Vorteile weniger Komplikationen, geringere Schmerzen und eine schnellere Mobilisation sind, wird in Deutschland bisher vor allem bei der Implantation von Hüft-, Knie- und Schultergelenken umgesetzt.
ERAS (Enhanced Recovery After Surgery) bedeutet übersetzt so viel wie „Pfad der schnelleren Genesung“. Dabei handelt es sich um eine Vielfalt von Maßnahmen, die vor, während und nach der Operation standardmäßig in den Behandlungsprozess miteinbezogen werden. Ziel dieser Maßnahmen ist es, den Krankenhausaufenthalt so angenehm und kurz wie möglich zu gestalten und den Patient:innen rasch die Rückkehr in ihr normales Leben zu ermöglichen. Dabei werden alle beteiligten Disziplinen des Klinikums einbezogen. Ein ganz wichtiger Faktor in diesem Konzept ist die Patient:innen selbst, das sie bereits lange vor der Operation aktiv zum eigenen Genesungsprozess beitragen können. Das geht jedoch nur, wenn eine umfassende Informiermation stattgefunden hat.
Der Chefarzt der Klinik für Wirbelsäulenorthopädie und Rekonstruktive Orthopädie des Sana Klinikums Offenbach, Prof. Dr. med. Michael Rauschmann hatte bereits in seiner Zeit an der Uniklinik Frankfurt erfolgreich damit begonnen, das ERAS-Konzept bei Operationen an der Wirbelsäule einzusetzen, allerdings nur bei ansonsten gesunden Patient:innen. Unter Begleitung der Firma B. Braun, Melsungen, ist es am Sana Klinikum Offenbach nun in einem anderthalbjährigen, aufwendigen Projekt mit dem Namen ‚Spine Pro‘ gelungen, das Konzept selbst bei schwerkranken Patient:innen mit degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen in den Behandlungsprozess zu integrieren. Mit der Zertifikatsübergabe am 5. März durch B. Braun kam das Spine Pro Projekt nun erfolgreich zum Abschluss und wird nun normaler Bestandteil des Regelbetriebs.
Die wesentlichen Bausteine des ERAS-Konzeptes sind eine umfassende Vorbereitung der Patient:innen auf den Eingriff (sorgfältige Abklärung des aktuellen Gesundheitszustandes und ggfs. optimale Einstellung von Risikofaktoren, genaue Infos, was die Patient:innen nach dem Eingriff erwartet und was sie zuhause vorbereiten müssen, spezielle Übungen vor der OP), schonende Operationstechniken, optimale Schmerztherapie mit zusätzlicher lokaler Betäubung, Mobilisation wenn irgend möglich noch am Tag des Eingriffs sowie ein detaillierter Plan für die Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt. Wie viel Verbesserung das für die Patient:innen bedeutet, bewies Prof. Rauschman bei der Zertifikatsübergabe anhand von drei Patient:innen, die am Vortag bzw. zwei Tage zuvor an der Wirbelsäule operiert worden waren. „Ich bin völlig überrascht, wie schnell es vorangeht“, so einer der Patienten, ein 76-jähriger Mann mit diversen Vor- und Begleiterkrankungen, der eine fast sechsstündige schwere Operation hinter sich hatte und nun ohne Hilfe selbständig in die Räume der Zertifikatsübergabe gegangen war. „Natürlich habe ich noch Wundschmerz, aber dass ich so schnell wieder auf die Beine komme, hätte ich nicht gedacht.“
„Die Umsetzung des ERAS-Konzepts in unserer Wirbelsäulenchirurgie bedeutet einen neuen Meilenstein“, so Prof. Rauschmann. „Es war viel Arbeit, insbesondere auch deswegen, weil bei einem Maximalversorger wie uns so viele Disziplinen mit einbezogen werden müssen. Aber wenn man die Patient:innen nach dem Eingriff sieht, weiß man, dass es sich gelohnt hat. Ich bedanke mich bei allen meinen Mitarbeiter:innen und Kolleg:innen für den großen Einsatz und bei B. Braun für die Unterstützung bei der Implementierung des Prozesses.“
Für die Vorbereitung der Patient:innen wurden am Sana Klinikum Offenbach sehr informative und anschauliche Broschüren sowie Videos hergestellt, die auch auf der Website des Klinikums zu finden sind: https://www.sana.de/offenbach/medizin-pflege/wirbelsaeulenorthopaedie-und-rekonstruktive-orthopaedie/spine-pro-eras-konzept.
Interessierte können sich in der Wirbelsäulensprechstunde (Montag, Dienstag und Donnerstag von 8.00 bis 14.00 Uhr) informieren. Terminvereinbarung unter Tel.: 069 8405-5832
Lena Herzog (Leitung Unternehmensentwicklung), Prof. Michael Rauschmann (Chefarzt der Klinik für Wirbelsäulenorthopädie und Rekonstruktive Orthopädie), Philipp Schlerkmann (Geschäftsführer), Christiane Mäder (Manager Processes and Services B. Braun), Jörg Stum (Vertriebsleiter B. Braun). Download und Copyright
Über das Sana Klinikum Offenbach
Das Sana Klinikum Offenbach ist ein akademisches Lehrkrankenhaus der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt und zählt zu den größten Klinikeinrichtungen der Rhein-Main-Region. Als Krankenhaus der Maximalversorgung mit über 900 Planbetten verfügt das Klinikum über 27 Fachkliniken, 13 Institute und zertifizierte Fachzentren sowie die größte Notaufnahme Hessens. Etwa 3.000 Beschäftigte sorgen dafür, dass jährlich rund 37.000 stationäre und 90.000 ambulante Patient:innen mit den neuesten medizinischen Diagnose- und Therapiemethoden optimal versorgt werden. Unsere Beschäftigten erbringen ausgezeichnete Spitzenleistungen, arbeiten in effektiven und patientenorientierten Prozessen und mit modernster Medizintechnik. Als einer der größten Gesundheitsdienstleister in Deutschland verfügt Sana über verschiedene Business Units (Gesundheitsversorgung, Krankenhaus-Services und Gesundheit) und versorgt jährlich rund 2,2 Millionen Patient:innen nach höchsten Qualitätsansprüchen. Mehr als 35.500 Mitarbeitende an über 54 Standorten vertrauen bereits auf uns. Sie alle profitieren von einem Arbeitsumfeld mit abwechslungsreichen Herausforderungen und viel Raum für Eigeninitiative. Bei Sana können Sie sowohl eigene Schwerpunkte entwickeln als auch ein interdisziplinäres Netzwerk aufbauen.