Kraken auf der Neonatologie

Bunte Kraken für Frühchen Ein therapeutisches Angebot mit großer Wirkung

In Deutschland erblicken 60.000 Kinder zu früh das Licht der Welt. Das entspricht einem von zehn Neugeborenen. Frühgeborene sind damit die größte Kinderpatientengruppe bundesweit. Ihr Leben beginnt deutlich zu früh und um die Gesundheit dieser kleinen Kämpfer zu stärken und zu schützen, bedarf es einer besonders intensiven medizinischen Betreuung und Fürsorge.

Als frühgeboren gelten Babys, die vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen. Die Organe sind bei einer Frühgeburt noch nicht so ausgereift, wie sie sein sollten und das Geburtsgewicht liegt bei den frühen Frühchen unter 1.500 Gramm. Die jüngsten Kinder sind gerade einmal 24 Wochen alt und rund 500 Gramm schwer. Durchschnittlich bleiben die Kinder über Wochen und Monate bis zum errechneten Geburtstermin in so genannten Perinatalzentren, einem interdisziplinären Versorgungskonzept von Geburtshilfe und Kinderklinik. Während dieser Zeit liegt der Fokus darauf, die Kleinen besonders fürsorglich zu begleiten und zu schützen: ärztlich, pflegerisch und therapeutisch.

Eine Idee aus Dänemark setzt sich auch in deutschen Kliniken für Frühchen durch, so beispielsweise auch unter der Leitung von Francisco Brevis Nuñez, dem Leiter der Neonatologie und Intensivmedizin in unseren Sana Kliniken Duisburg. Den Babys wird bereits kurz nach der Geburt eine kleine Häkelkrake als Helfer mit in den Inkubator gelegt. Schon bei den kleinsten Patienten ist der Greifreflex bereits sehr stark ausgebildet, sodass manchmal der Sauerstoffschlauch oder die Magensonde aus der Nase gezogen wird, was sehr schmerzhaft für die kleinen Kämpfer ist. Ist ein kleiner bunt gehäkelter Tintenfisch in ihrer Nähe, umklammern sie nun lieber dessen Tentakeln, die sie an die vertraute Struktur der Nabelschnur im Mutterleib erinnern. Erfahrungen haben gezeigt, dass dadurch eine positive Wirkung auf die Atmung, den Herzschlag und die Sauerstoffsättigung im Blut erreicht werden kann. Selbstverständlich wird dabei auf die Hygiene der Kraken geachtet. Die kleinen Kraken-Helfer dürfen die Kinder bei ihrer Entlassung natürlich mit nach Hause nehmen – als Kuscheltierersatz und Erinnerung an die Zeit, in der sie so tapfer gekämpft haben.

Ein Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bietet weitere hilfreiche Informationen zu Frühgeburten.

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Francisco Brevis Nuñez

Francisco Brevis Nuñez

Leiter der Neonatologie und Intensivmedizin, Sana Kliniken Duisburg

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