Stillen

Rund ums StillenMilchstau und Brustentzündung

Auch bei einer gut eingespielten Stillbeziehung kann es zu Problemen kommen, die früh erkannt gut therapiert werden können, so dass einer langen Stillzeit nichts im Wege steht.

Grundlage einer gut eingespielten Stillzeit ist primär das uneingeschränkte (Ur-)Vertrauen, sprich die Überzeugung, dass die Ernährungsbedürfnisse des Neugeborenen über ein ausschließliches bedarfsorientiertes Anlegen gestillt werden. Zudem unterstützt ein gutes Verhältnis zum eigenen Körper mit der Fähigkeit zur Wahrnehmung körperlicher Veränderungen das frühe Erkennen möglicher Stillhindernisse. Eine Elternschaft, die das Stillen unterstützt sowie ein stillfreundliches Umfeld fördern eine lange unbeschwerte Stillzeit.

Wie erkenne ich einen Milchstau bzw. eine Brustentzündung?

  • Geschwollene Brust/Brüste
  • Gerötete Hautveränderungen der Brust/Brüste
  • Verhärtete Brustareale
  • Schmerzen
  • Erhöhte Körpertemperatur bis Fieber
  • Allgemeines Unwohlsein, unter anderem grippeähnliche Symptome
  • Unruhiger, unzufriedener Säugling
  • Auffälligkeiten an der Brustwarze, unter anderem Verletzungen, Rötungen, Schwellungen, Milchbläschen

Ursachen für Milchstau oder Brustentzündungen

Es gibt verschiedene mögliche Ursachen, die zu Milchstau oder Brustentzündungen führen können. Dazu gehören zum Beispiel die unzureichende Entleerung der Brust/Brüste, Verletzungen des Brustgewebes, unter anderem infolge von Stößen, oder auch bereits verheilte beziehungsweise aktuelle Verletzungen der Brustwarze/n. Aber auch Stress sollten als Auslöser für Milchstau oder Brustentzündungen nicht unterschätzt werden. Stressige Situationen oder Phasen können unter anderem durch zu viele Termine, zu wenig Unterstützung, Unsicherheit im Umgang mit dem Säugling oder auch im „Elternsein“ entstehen. Wenn die Frauen überlastet sind, kann sich das schnell auch mal auf den Körper auswirken.

Empfehlungen zur Behandlung eines Milchstaus oder einer Brustentzündung

Das Wichtigste ist, für das Wohlbefinden der Mutter zu sorgen, zum Beispiel durch Rückenmassagen oder Wärmeanwendungen – „Mothering the Mother“ nennt sich dieser Gedanke. Damit einhergehend sollte der Stress reduziert werden, indem beispielsweise Termine und Besuche eingeschränkt werden und das familiäre und soziale Umfeld die Mutter unterstützt. Dadurch können die Frauen zur Ruhe kommen und sollten vor allem auch Bettruhe einhalten, um wieder Kraft zu tanken und sich vollständig ausruhen zu können. Um den Milchstau zu behandeln, ist außerdem eine häufige Brustentleerung ratsam – im Idealfall durch das Kind, ansonsten durch angeleitetes Pumpen. Hierzu kann es zudem hilfreich sein, den Kontakt zur häuslichen Hebammenhilfe bzw. zur Geburtsklinik aufzusuchen. Frauen, die einen Milchstau haben oder unter einer Brustentzündung leiden, sollten darüber hinaus ihr – zu neudeutsch – „Stillmanagement“ optimieren: Dazu gehört unter anderem die Anlegetechnik oder das Stillen nach Bedarf der Mutter und des Kindes. Durch stillfreundliche Medikamente können außerdem die Schmerzen gelindert werden. In Einzelfällen ist aber auch eine antibiotische Therapie notwendig.

Kontakt

Silke Angerstein

Silke Angerstein

Teamleitung Geburtsstation, Leitung Kreißsaal und Leitung der Hebammenschule, Sana Klinikum Hameln-Pyrmont

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