Sprache als Schlüssel zur Integration bei Sana

Ankommen, verstanden werden, dazugehören

Sprache entscheidet im Klinikalltag über weit mehr als Verständigung. Sie schafft Sicherheit, Vertrauen und Nähe – gerade dort, wo Menschen besonders verletzlich sind. Vladimira Chytrackova, Sprachlehrkraft für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache (DaF/DaZ) im HR-Management von Sana, begleitet internationale Fachkräfte genau auf diesem Weg: vom Ankommen bis zur sprachlichen Souveränität im Krankenhausalltag.
„Es geht nicht um klassisches Schuldeutsch“, erklärt sie. „Ich vermittle berufsbezogene Sprache – also genau die Begriffe, Formulierungen und Gesprächssituationen, die Pflegekräfte und Ärztinnen und Ärzte täglich brauchen.“ Ob Übergabe, Visite oder Dokumentation: Sprache wird hier zum Werkzeug, das Sicherheit gibt – für Mitarbeitende wie für Patientinnen und Patienten.

Warum Sprache der Schlüssel zur Integration ist

Gerade im Gesundheitswesen können Missverständnisse schwerwiegende Folgen haben. Eine unklare Anweisung, ein falsch verstandener Begriff oder ein fehlender Zwischenton: All das kann Unsicherheit erzeugen. Für Vladimira ist deshalb klar: Sprachkompetenz ist die Grundlage für Patientensicherheit, rechtssichere Dokumentation und empathische Kommunikation.
„Nur wer sich sprachlich sicher fühlt, kann wirklich ankommen“, sagt sie. Sprache verhindert Isolation, stärkt Selbstvertrauen und macht aus fachlich qualifizierten Mitarbeitenden selbstbewusste Teammitglieder. Genau hier setzt ihr Unterricht an.

Maßgeschneiderter Unterricht für Pflege und Medizin

Das Sprachangebot bei Sana richtet sich gezielt an internationale Pflegefachkräfte sowie Ärztinnen und Ärzte. Dabei unterscheidet sich der Fokus deutlich. Pflegekräfte trainieren vor allem die handlungssichere Kommunikation im Stationsalltag – klar, strukturiert und verständlich. Ärztinnen und Ärzte hingegen arbeiten auf einem sehr hohen sprachlichen Niveau. Ziel ist eine präzise, rechtssichere Patientenaufklärung und Dokumentation, häufig auf C1-Niveau.
„Es geht darum, komplexe medizinische Inhalte korrekt zu formulieren und sie gleichzeitig so zu erklären, dass Patientinnen und Patienten sie wirklich verstehen“, erklärt Vladimira. Diese Balance zwischen Fachsprache und Empathie ist eine der größten Herausforderungen.

Virtueller Unterricht – mit echter Nähe

Der Unterricht findet remote statt, doch Distanz entsteht dabei kaum. Vladimira setzt bewusst auf Interaktion statt Frontalunterricht. Klinische Szenarien werden simuliert, Gespräche nachgestellt, Wortschatz und Grammatik direkt dort geübt, wo sie gebraucht werden.
„Ich will, dass meine Teilnehmenden sprechen, ausprobieren, Fehler machen dürfen“, sagt sie. Grammatik wird nicht theoretisch erklärt, sondern im Kontext verankert, etwa bei der Dokumentation oder in sensiblen Gesprächssituationen. So entsteht ein Lernraum, der Sicherheit gibt und Schritt für Schritt zur sprachlichen Selbstverständlichkeit führt.

Wenn Sprache im Alltag plötzlich trägt

Die Wirkung des Sprachtrainings zeigt sich oft schneller, als viele erwarten. Plötzlich werden Informationen klar strukturiert weitergegeben, Gespräche souverän geführt, Rückfragen ohne Zögern gestellt. Besonders Ärztinnen und Ärzte erleben einen spürbaren Wandel, wenn sie fachlich präzise argumentieren können – gegenüber Vorgesetzten ebenso wie im interdisziplinären Austausch.
Auch in emotionalen Situationen macht sich der Unterschied bemerkbar. Gespräche mit besorgten Angehörigen, der Umgang mit Beschwerden oder schwierigen Diagnosen gelingen sicherer, ruhiger und empathischer.

Der schönste Moment: Wenn Denken aufhört

Für Vladimira gibt es viele Aha-Momente – etwa wenn schriftliche Texte bereits muttersprachlich wirken, die spontane Sprache aber noch Übung braucht. Digitale Hilfsmittel können hier entlasten, doch ihr Ziel geht weiter.
„Der schönste Moment ist, wenn die Teilnehmenden nicht mehr über Grammatik nachdenken müssen“, sagt sie. „Wenn sie sich ganz auf das konzentrieren können, was wirklich zählt: ihre Arbeit und die bestmögliche Versorgung der Patientinnen und Patienten.“

Sprache, Kultur und Sicherheit gehören zusammen

In ihren Kursen geht es nie nur um Wörter. Jede Sprache ist eingebettet in Kultur, Kommunikation und Erwartungen. Vladimira vermittelt deshalb nicht nur Deutsch, sondern auch Orientierung im deutschen Gesundheitssystem. Wie formuliere ich professionell? Wie bleibe ich empathisch und gleichzeitig klar? Wie bewege ich mich sicher im klinischen Kontext?
So entsteht mehr als Sprachkompetenz – es entsteht Sicherheit im Handeln.

Ein starkes Signal als Arbeitgeber

Für Sana ist das konzernweite Sprachangebot weit mehr als ein Weiterbildungsformat. Es ist ein klares Bekenntnis zu internationaler Integration, Wertschätzung und nachhaltiger Mitarbeiterbindung. „Sprache ist der Schlüssel, um internationale Talente nicht nur fachlich, sondern auch menschlich zu integrieren“, betont Vladimira.
Ihr Wunsch für die Zukunft: eine gelebte Lernkultur, in der Sprachförderung selbstverständlich ist: getragen von Führungskräften, Teams und Strukturen. Denn echte Integration gelingt nur gemeinsam.