Biberach,
08
September
2026
|
16:17
Europe/Amsterdam

Jeder kann zum Lebensretter werden – DRK und Sana Klinikum laden zur Mitmachaktion auf dem Biberacher Wochenmarkt ein

Zusammenfassung

Ein Herz-Kreislauf-Stillstand geschieht meist dort, wo man sich am sichersten fühlt: zu Hause. Für Angehörige, Freunde oder andere Menschen im unmittelbaren Umfeld kann dann innerhalb weniger Sekunden aus einer alltäglichen Situation ein lebensbedrohlicher Notfall werden. Umso wichtiger ist es, zu wissen, was zu tun ist. Der DRK-Kreisverband Biberach e.V. und das Sana Klinikum Biberach machen deshalb auch in diesem Jahr gemeinsam auf die Bedeutung der Wiederbelebung aufmerksam. Am Samstag, den 19. September, sind Klinikärzte und Mitarbeitende des DRK ab 8 Uhr mit einem Aktionsstand auf dem Biberacher Wochenmarkt vertreten.

Wie wichtig schnelles Handeln im Ernstfall ist, zeigen aktuelle Zahlen des Deutschen Reanimationsregisters: Schätzungsweise 130.000 Menschen erlitten 2025 in Deutschland außerhalb eines Krankenhauses einen Herz-Kreislauf-Stillstand – mehr als 350 Menschen pro Tag. Bei rund 65.000 Betroffenen wurden durch den Rettungsdienst Wiederbelebungsmaßnahmen eingeleitet. Besonders relevant mit Blick auf die Ersthilfe: Rund 70 Prozent der Herz-Kreislauf-Stillstände ereignen sich dabei im häuslichen Umfeld. „Das bedeutet, dass im Ernstfall häufig nicht irgendein Fremder unsere Hilfe braucht, sondern ein Familienmitglied, der Partner oder ein Freund“, erklärt PD Dr. Sebastian Hafner, Chefarzt des Zentrums für Anästhesiologie am Biberacher Sana Klinikum. „Bis professionelle Hilfe eintrifft, können die ersten Minuten entscheidend sein. Deshalb ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen wissen, was zu tun ist, und sich zutrauen, sofort zu handeln.“ Dass immer mehr Menschen im Ernstfall tatsächlich aktiv werden, zeigt die Entwicklung der Ersthelfendenquote. 2025 begannen Ersthelfende in 53,5 Prozent der entsprechenden Fälle bereits vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Vor zehn Jahren lag die Quote noch bei rund 37 Prozent. Zuletzt hat sie sich allerdings auf dem erreichten Niveau stabilisiert – und liegt weiterhin deutlich unter den Werten einiger europäischer Länder. In skandinavischen Ländern werden beispielsweise Quoten von mehr als 70 Prozent erreicht.

„Mehr als jede zweite Wiederbelebung wird inzwischen bereits durch Ersthelfende begonnen. Das ist eine positive Entwicklung, zeigt aber gleichzeitig, dass wir noch längst nicht am Ziel sind“, sagt Michael Mutschler, Leiter Rettungsdienst beim DRK-Kreisverband Biberach e.V. „Denn bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand müssen die Minuten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes genutzt werden. Je früher die Wiederbelebung beginnt, desto besser sind die Chancen für den Betroffenen.“ Unterstützung können Ersthelfende dabei auch direkt über den Notruf erhalten. In 38,4 Prozent der im Deutschen Reanimationsregister erfassten Fälle wurden Wiederbelebungsmaßnahmen 2025 telefonisch durch die Leitstelle angeleitet.

Doch unabhängig davon, wer zuerst vor Ort ist, bleiben die entscheidenden Schritte dieselben: PRÜFEN, RUFEN, DRÜCKEN. Reagiert eine Person nicht und atmet sie nicht normal, wird über die 112 der Rettungsdienst alarmiert. Anschließend muss sofort mit der Herzdruckmassage begonnen werden: mit beiden Händen in der Mitte des Brustkorbs, fest und schnell mit einer Frequenz von 100 bis 120 Kompressionen pro Minute – ohne Unterbrechung, bis professionelle Hilfe übernimmt. Dass diese wenigen Schritte nicht nur theoretisch bekannt sind, sondern im Ernstfall auch abgerufen werden können, ist eines der Ziele der gemeinsamen Aktion auf dem Wochenmarkt. „Wiederbelebung lässt sich in wenigen Minuten üben. Wer selbst einmal eine Herzdruckmassage durchgeführt hat, bekommt ein Gefühl für den richtigen Druck und Rhythmus und gewinnt Sicherheit“, erklärt Manfred Rommel, Kreisausbildungsleiter beim DRK-Kreisverband Biberach. „Genau dazu möchten wir die Menschen auf dem Wochenmarkt einladen: vorbeikommen, ausprobieren und erleben, dass man keine medizinische Ausbildung braucht, um im entscheidenden Moment helfen zu können.“ An Reanimationspuppen können Besucherinnen und Besucher die richtigen Handgriffe praktisch üben, Fragen stellen und ihre Kenntnisse auffrischen. Die Aktion findet anlässlich der bundesweiten „Woche der Wiederbelebung“ statt, die in diesem Jahr vom 21. bis 27. September durchgeführt wird.

Tag der Patientensicherheit
Bereits wenige Tage zuvor steht das Thema Patientensicherheit im Sana Klinikum Biberach im Mittelpunkt: Anlässlich des Welttags der Patientensicherheit informiert das Klinikum am Donnerstag, den 17. September, von 10 bis 14 Uhr im Eingangsbereich über die Notfallversorgung im Haus sowie über verschiedene Maßnahmen zur Sicherheit von Patientinnen und Patienten. Besucher haben dabei ebenfalls die Möglichkeit, unter fachkundiger Anleitung die Wiederbelebung an einer Reanimationspuppe zu üben.

Jeder kann zum Lebensretter werden

DRK und Sana sind am Samstag, den 19. September ab 8 Uhr wieder mit einem Stand auf dem Biberacher Wochenmarkt vertreten und informieren ganz praktisch rund um das Thema Reanimation.

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Über das Sana Klinikum Landkreis Biberach

Das Sana Klinikum Landkreis Biberach ist ein Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Ulm und behandelt jährlich rund 18.500 stationäre Patientinnen und Patienten. Dazu kommen circa 45.900 ambulante Konsultationen. Das Zentralklinikum steht für eine qualifizierte medizinische Behandlung in zertifizierten Zentren und Abteilungen, verfügt über elf Fachabteilungen sowie 370 Betten und beschäftigt rund 1.200 Mitarbeitende. Als #1 Partner für Gesundheit sowie attraktiver Arbeitgeber in der Region übernimmt das Klinikum Verantwortung – für eine verlässliche, sektorenübergreifende Versorgung im ländlichen Raum. Träger ist zu 74,9 Prozent die Sana Kliniken AG und zu 25,1 Prozent der Landkreis Biberach.

Über die Sana Kliniken AG