Von Pristina nach Deutschland

Wie internationale Pflegekräfte bei Sana ihren Weg machen

Ein fremdes Land. Eine neue Sprache. Ein neuer Alltag. Und gleichzeitig die Hoffnung auf eine Zukunft, die mehr Möglichkeiten bietet.
Für viele internationale Pflegekräfte beginnt genau so ihre Reise. Auch für Çlirim Sopi und Aferdita Saliu war dieser Schritt alles andere als selbstverständlich.
Beide kommen aus dem Kosovo. Beide haben sich bewusst für den Pflegeberuf entschieden. Und beide haben über das „Career and Employment Program“ den Weg zu Sana gefunden.
Was sie verbindet, ist mehr als ein gemeinsamer Startpunkt. Es ist der Mut, Gewohntes hinter sich zu lassen und sich auf etwas völlig Neues einzulassen.

Zwischen Unsicherheit und Entschlossenheit

Der Weg nach Deutschland beginnt nicht erst mit der Ankunft. Er beginnt viel früher – mit einer Entscheidung.
Für Çlirim war es der Wunsch, sich weiterzuentwickeln und Verantwortung zu übernehmen. Seine Vorerfahrung in der Intensivpflege gab ihm Sicherheit. Fachlich zumindest.
Doch die eigentliche Herausforderung lag woanders: „Die Sprache und das neue Leben waren am Anfang nicht leicht.“
Auch Aferdita erinnert sich an diese Zeit als besonders intensiv. Fünf Jahre hatte sie im Kosovo in einem Optikbetrieb gearbeitet, parallel studiert und sich sozial engagiert. Dann kam die Chance. Und mit ihr die Unsicherheit.
„Die Wartezeit war schwer. Man wusste nicht genau, wann es weitergeht.“
Diese Phase verlangt Geduld. Und Vertrauen. In sich selbst und in den eigenen Weg.

Ankommen ist ein Prozess

Der erste Tag in Deutschland ist nicht das Ziel. Er ist der Anfang.
Für beide war der Start bei Sana geprägt von vielen neuen Eindrücken, und gleichzeitig von etwas, das den Unterschied gemacht hat: Unterstützung.
„Ich wurde gut aufgenommen und konnte mich Schritt für Schritt entwickeln“, sagt Çlirim.
Aferdita beschreibt diesen Moment noch emotionaler: „Meine Kolleginnen und Kollegen waren immer für mich da – nicht nur im Job, sondern auch darüber hinaus.“
Gerade im Pflegealltag, der oft schnell und anspruchsvoll ist, bedeutet das viel. Es schafft Sicherheit. Und Vertrauen.
Denn Integration passiert nicht von allein. Sie entsteht im Miteinander.

Pflege als bewusste Entscheidung

Beide hätten auch andere Wege einschlagen können.
Çlirim interessierte sich ursprünglich für ein Medizinstudium. Als sich dieser Weg nicht fortsetzen ließ, entschied er sich ganz bewusst für die Pflege. Ein Beruf, der für ihn Fachwissen und Menschlichkeit verbindet.
Auch Aferdita hat sich aus Überzeugung entschieden. Für sie war klar: „Ich wollte etwas machen, das Sinn hat.“
Diese Motivation ist es, die sie bis heute antreibt.
Denn Pflege ist kein Beruf, den man „einfach macht“. Es ist eine Aufgabe, die Haltung braucht.

Der nächste Schritt: Weiterentwicklung

Ankommen war für beide nie das Ende. Es war der Anfang von etwas Neuem.
Mit der Entscheidung für eine Weiterbildung haben sie den nächsten Schritt gemacht: bewusst und mit klaren Zielen.
Doch dieser Schritt war anspruchsvoll. Lernen neben dem Job. Neue Inhalte. Hohe Anforderungen.
„Es war intensiv“, sagt Çlirim. „Aber genau das hat mich stärker gemacht.“
Auch Aferdita erinnert sich an Zweifel: „Ich war mir nicht sicher, ob ich das alles schaffe.“
Heute blickt sie anders darauf: „Ich habe gelernt, dass ich mehr kann, als ich dachte.“
Diese Erkenntnis verändert etwas. Nicht nur beruflich, sondern auch persönlich.

Wenn aus Lernen Verantwortung wird

Der vielleicht wichtigste Moment in dieser Entwicklung ist nicht der Abschluss der Weiterbildung. Es ist der Moment danach. Heute stehen beide auf der anderen Seite.
Sie begleiten neue Kolleginnen und Kollegen. Geben Wissen weiter. Unterstützen genau dort, wo sie selbst einmal standen.
„Es ist eine wertvolle Erfahrung, Verantwortung zu übernehmen“, sagt Çlirim.
Und Aferdita ergänzt: „Ich weiß, wie herausfordernd dieser Weg sein kann. Deshalb ist es mir wichtig, andere zu unterstützen.“
Dieser Perspektivwechsel zeigt, wie Entwicklung wirklich funktioniert.

Mehr als Integration: eine echte Perspektive

Was diese Geschichten zeigen, geht über klassische Integration hinaus. Es geht nicht nur darum, anzukommen, sondern darum, zu wachsen.
Das „Career and Employment Program“ und die Ausbildung am AAB College schaffen die Grundlage. Doch entscheidend ist, was danach passiert.
Sana bietet Raum für Entwicklung. Für Verantwortung. Für Perspektiven. Und genau das macht den Unterschied.

Der Mut, den eigenen Weg zu gehen

Wenn man Çlirim und Aferdita fragt, was sie anderen internationalen Pflegekräften raten würden, ist die Antwort klar. „Es ist nicht immer einfach“, sagt Çlirim. „Aber es lohnt sich.“
Aferdita bringt es auf den Punkt: „Habt den Mut.“ Denn am Ende geht es um mehr als einen Job: Es geht darum, seinen Platz zu finden. Und über sich hinauszuwachsen.