Manchmal beginnt eine Karriere nicht mit einem klaren Plan, sondern mit einer Gelegenheit. Bei Christian Keil, heute Regionalleiter West bei der Sana DGS pro.service GmbH, war es genau so ein Moment, der den Grundstein gelegt hat.
Bevor er seine Ausbildung begann, jobbte er in der Uniklinik Gießen im Bereich Logistik. Ein Gespräch mit seinem damaligen Vorgesetzten öffnete ihm die Augen für ein Themenfeld, das viele unterschätzen: die Dienstleistungswelt rund um den Krankenhausbetrieb.
„Mir wurde gezeigt, welches Potenzial in diesem Bereich steckt, etwas, das viele gar nicht auf dem Schirm haben“, erinnert sich Christian.
Seine Entscheidung, eine Ausbildung zum Glas- und Gebäudereiniger zu machen, war bewusst getroffen. Er wollte verstehen, wie die Arbeit funktioniert. Von Grund auf. Nicht theoretisch, sondern praktisch.
Schon früh war für ihn klar, dass sein Weg weitergehen würde. Während andere noch darüber nachdachten, wohin die Reise gehen könnte, hatte Christian bereits ein Ziel: Verantwortung übernehmen.
Selbst während seiner Ausbildung begann er, erste Teams zu führen und kleinere Projekte eigenständig zu betreuen. Die Ausbildung verkürzte er durch Engagement und Leistung deutlich. Doch entscheidend war für ihn etwas anderes: die Erfahrung.
„Ich wollte wissen, wovon ich spreche“, sagt er.
Diese Haltung prägte ihn nachhaltig. Auch, weil er immer wieder mit Vorurteilen konfrontiert wurde. Als junger Mann wurde er von Patienten gefragt, warum er „putzt“. Seine Antwort war klar und selbstbewusst: „Ich putze nicht – ich reinige. Und ich habe ein Ziel.“
Diese Klarheit, den eigenen Weg ernst zu nehmen, auch wenn andere ihn nicht sofort verstehen, begleitet ihn bis heute.
Nach der Ausbildung folgte die nächste Station: die Weiterbildung zum Desinfektor. Für Christian ein logischer Schritt, um das fachliche Fundament zu erweitern, insbesondere im sensiblen Umfeld Krankenhaus.
Doch damit nicht genug. Mit dem Abschluss als General Service Manager baute er sein Wissen weiter aus, diesmal mit Fokus auf betriebswirtschaftliche Zusammenhänge, Personalführung und die Steuerung komplexer Dienstleistungen.
„Diese Breite war entscheidend“, erklärt er. „Nur so kann man die Vielzahl an Services im Krankenhaus wirklich verstehen und sinnvoll steuern.“
2012 entschied sich Christian bewusst für den Wechsel zu Sana. Ausschlaggebend waren für ihn vor allem die Entwicklungsmöglichkeiten. Und die Menschen.
„Ich wusste, dass ich dort mit Kollegen zusammenarbeite, die ein ähnliches Mindset haben wie ich.“
Was ihn bis heute hält, ist genau dieses Umfeld. Kolleginnen und Kollegen, mit denen man über Jahre zusammenarbeitet, Teams, die sich gegenseitig unterstützen: eine Kultur, die nicht selbstverständlich ist.
Sein Weg bei Sana ist ein Beispiel für echte Entwicklung: vom Projektleiter zum Bereichsleiter und schließlich zum Regionalleiter.
Jede Station brachte neue Herausforderungen – und neue Verantwortung. Besonders prägend waren für ihn Wendepunkte wie die Übernahme neuer Regionen oder die Integration neuer Standorte.
Mit jeder Entscheidung wuchs nicht nur der Verantwortungsbereich, sondern auch die persönliche Reife.
Heute verantwortet Christian eine ganze Region mit zahlreichen Standorten und Mitarbeitenden. Sein Alltag ist geprägt von strategischen Entscheidungen, operativen Themen und der kontinuierlichen Weiterentwicklung seiner Teams.
Was ihn dabei besonders auszeichnet, ist seine Nähe zur Praxis.
Er kennt die Arbeit: nicht aus Lehrbüchern, sondern aus eigener Erfahrung. Er hat selbst gereinigt, Transporte durchgeführt, an der Pforte gearbeitet und Essenswagen geschoben.
„Das ist kein theoretisches Wissen, ich habe es selbst gemacht.“
Diese Erfahrung schafft Vertrauen. Mitarbeitende spüren, dass er versteht, wovon sie sprechen. Und genau dieses Vertrauen ist die Basis für Zusammenarbeit.
Der Job als Regionalleiter ist vielseitig – und nicht immer einfach. Neben positiven Momenten, wie der Entwicklung von Mitarbeitenden, gehören auch schwierige Entscheidungen dazu.
Bereiche müssen angepasst, manchmal sogar reduziert werden. Entscheidungen, die notwendig sind, aber nicht leichtfallen.
Was Christian dabei antreibt, ist das gemeinsame Ziel: „Am Ende wollen wir alle, dass der Patient gesund das Krankenhaus verlässt.“
Auch wenn seine Arbeit nicht direkt medizinisch ist, trägt sie entscheidend dazu bei, dass der Klinikbetrieb funktioniert.
Neben seiner beruflichen Laufbahn spielte der Sport eine große Rolle in Christians Leben. Über viele Jahre war er im leistungsorientierten Handball aktiv – bis hin zur 3. Liga.
Der Sport hat ihn geprägt. Teamfähigkeit, Disziplin, Verbindlichkeit: All das sind Werte, die er heute in seiner Führungsrolle lebt.
„Im Sport wie im Beruf gilt: Man muss bereit sein, sich zu hinterfragen und weiterzuentwickeln.“
Für ihn sind die Parallelen klar: Ein Team funktioniert nur, wenn alle ihren Beitrag leisten. Auch die Klinikservices sind vielleicht nicht immer im Rampenlicht, aber ohne sie läuft nichts.
In der Zusammenarbeit mit seinen Teams setzt Christian auf zwei zentrale Werte: Kommunikation und Vertrauen.
Er weiß, dass Führung nicht bedeutet, alles selbst zu machen. Im Gegenteil: Verantwortung abzugeben, Menschen zu befähigen und ihnen zu vertrauen, ist ein entscheidender Teil seiner Rolle.
Gleichzeitig behält er den Überblick und greift ein, wenn es notwendig ist. Diese Balance macht für ihn gute Führung aus.
Sein Rat an junge Menschen ist klar: offen sein.
Die Welt der Klinikservices steht selten im Fokus, wenn es um Karriereentscheidungen geht. Doch genau darin liegt eine Chance.
„Die Entwicklungsmöglichkeiten sind real – und der Gesundheitssektor ist stabil.“
Viele Karrieren beginnen mit einem ersten Schritt, der zunächst unscheinbar wirkt.
So wie bei ihm.